Biergarten


Die schönsten Biergärten der Welt findet man ohne Zweifel in Bayern, in der Heimat des Bieres. In einem typisch bayerischen Biergarten unter schattigen Kastanien an massiven Holztischen schmeckt ein kühles Helles oder ein Weißbier einfach am besten. In Bayerns schönsten Biergärten trifft man sich zum Weißwurstfrühstück, zum ausgiebigen Brunch, zur zweiten oder dritten Brotzeit oder einfach nur zum Biertrinken und nimmt eine Auszeit vom hektischen Alltag. Die nachfolgende – alphabetisch sortierte – Liste mit den schönsten Biergärten in Bayern ist sicherlich subjektiv geprägt, führt jedoch nur solche Biergärten auf, die zumindest die typischen Merkmale eines typisch bayerischen Biergartens aufweisen, also insbesondere alte und schattenspendende Kastanien, traditionelle Holzstühle oder Holzbänke und gepflegten Kiesboden anstatt Betonplatten. 
Und nicht zu vergessen die Erlaubnis für Besucher des Biergartens, eigene Speisen mitzubringen, so dass die Tischnachbarn schon ganz neidisch werden angesichts der Körbe voll bester bayerischer Spezialitäten.

Alte Villa, Utting am Ammersee

Alte Villa in Utting am AmmerseeDie Alte Villa in Utting am Ammersee – etwa 40 km süd-westlich von München – stammt aus dem Jahre 1898 und diente ab 1937 der Familie Rodenhauser als exklusiver Landsitz im beliebten Fünfseenland in Oberbayern. Inzwischen gehört das Anwesen mit dem Biergarten dem Freistaat Bayern, der das Gebäude und den Park für die Öffentlichkeit öffnete und den Gastronomiebetrieb direkt am Ufer vom Ammersee einführte. Beste bayerische Küche, erlesene Weine, Musik, Jazz und Kleinkunst sind typische Merkmale der Alten Villa und im Sommer kommt der Biergarten mit den teils mehr als 100 Jahre alten Bäumen als kleines Juwel im Fünfseenland hinzu. Auch das Bier im Biergarten ist “königlich”, da es von der König Ludwig Schloßbrauerei Kaltenberg geliefert wird. Typische Besucher des Biergartens der Alten Villa sind Wanderer und Radler am Ammersee sowie Segler, Surfer und Urlauber an einem der schönsten Seen Bayerns. An jedem Sonntag oder Feiertag gibt es Live-Konzerte zum Frühschoppen und anstatt eines Eintritts kostet die Mass Bier einfach einen Euro mehr.

Hirschgarten, München

Der Königliche Hirschgarten in München ist nicht nur der größte Biergarten in der Landeshauptstadt, sondern auch bei den meisten Münchnern der beliebteste Biergarten. Das hat zum einen viel mit seiner Lage am ehemals königlichen Hirschgarten zu tun, aber auch mit dem Bier, das von Augustiner geliefert wird. Der Hirschgarten wurde 1780 von Kurfürst Karl Theodor als Landschaftspark und Jagdrevier für den Adel angelegt, von dem bis heute immerhin ein zwei Hektar großes Gehege mit Damwild und Europas größter Biergarten mit rund 8.000 Sitzplätzen übrig geblieben ist, der größte Teil davon übrigens mit Selbstbedienung. In München gibt es natürlich noch eine ganze Reihe weiterer schöner Biergärten, beispielsweise den eher beschaulichen Max Emanuel Biergarten oder den Menterschwaige Biergarten am Hochufer der Isar, wo sich einst König Ludwig regelmäßig mit seiner Mätresse Lola Montez tra. Auch der Biergarten am Chinesichen Turm im Englischen Garten gehört zu den Biergärten in München, die man einmal besucht haben sollte. All die anderen Biergärten in und rund um München sind in dieser Karte mit weiteren Informationen markiert.


Kloster Reutberg, Sachsenkam

Kloster ReutbergDas Kloster Reutberg südlich von München zwischen Holzkirchen und Bad Tölz betreibt noch eine der wenigen aktiven Klosterbrauereien in Bayern und gehört zum Orden der Terziarinnen der Franziskaner-Reformaten. Die Gründung der Klosterbrauerei Reutberg erfolgte am 23. Oktober 1924 als Genossenschaft zwischen der seit 1677 bestehenden Klosterbrauerei der Franziskanerinnen und Bauern aus Sachsenkam und Reichersbeuern. Für Einheimische in der Region rund um Holzkirchen und Bad Tölz ist das Kloster Reutberg mit seinem Bräustüberl und dem wunderschönen Biergarten längst eine Institution, aber für Touristen von außerhalb nach wie vor ein Geheimtipp. Besonders reizvoll ist die Sonnenterasse mit einzigartiger, unverbauter Aussicht auf die bayerischen Alpen, wo eines der süffigen Klosterbiere nach einer Wanderung durch die Wiesen und Wälder rund um das Kloster besonders gut schmeckt. Ein Highlight des Jahres ist das Josefifest, das man hier im Kloster Reutberg besonders ausgiebig feiert, begleitet von einem eigens gebrauten Josefibock.

Schloßgaststätte Leutstetten, Starnberg

Schloßgaststätte LeutstettenDie Schloßgaststätte Leutstetten nahe dem Starnberger See ist in jeder Hinsicht königlich und weltmeisterlich. Das betrifft nicht nur das Wittelsbacher Schloss Leutstetten, in dem Prinz Luitpold von Bayern geboren wurde, sondern auch das Bier, das von der König Ludwig Schloßbrauerei Kaltenberg geliefert wird. Sogar die Deutsche Nationalmannschaft feierte 1990 hier ihren Sieg der Fußball-Weltmeisterschaft. In der Schloßgaststätte Leutstetten spürt man trotz aller Betriebssamkeit eine königliche Würde, die den eher kleinen Biergarten mit rund 500 Plätzen umgibt. Die meisten Gäste kommen mit dem Fahrrad vorbei, meistens entlang der Würm oder durch den Forstenrieder Park. Während die Plätze auf der Freiluft-Terasse meist schon am frühen Mittag besetzt sind, findet man im hinteren Teil des Biergartens auch dann noch ein schönes Plätzchen.

Spitalgarten, Regensburg

Spitalgarten RegensburgDer Spitalgarten in Regensburg gehört nicht nur wegen seiner einzigartigen Aussicht auf die Steinerne Brücke, die Altstadt von Regensburg und den Regensburger Dom auch in diese Liste. Die einzigartige Lage neben der Steinernen Brücke am Ufer der Donau macht einen Besuch dieses Biergartens zu einem echten Erlebnis, wenn man früh genug dran ist. Bei gutem Wetter ist der Biergarten schnell (über)füllt und die Bedienungen gefordert überfordert. Das gleiche gilt für den Parkplatz vor der Tür, der bei entsprechendem Wetter nicht annähernd groß genug ist, um alle gewillten Besucher aufzunehmen.  Nicht umsonst heißt es jedoch, wer nicht über die Steinerne Brücke gegangen ist und im Spitalgarten ein Bier getrunken hat, hat Regensburg nicht erlebt. Das Bier im Regensburger Spitalgarten stammt übrigens von der Spitalbrauerei, die eine Brautradition von über 750 Jahren vorzuweisen hat und zu den ältesten Brauereien der Welt gehört.

Weihenstephaner Bräustüberl, Freising

Weihenstephaner BräustüberlIn Freising- Weihenstephan befindet sich nicht nur die Wiege der bayerischen Braukunst, sondern auch einer der schönsten Biergärten Bayerns. In Weihenstephan gründete der heilige Korbinian im Jahr 725 mit 12 Gefährten das Benediktinerkloster Weihenstephan und die heute älteste Brauerei der Welt, wo sich heute noch die Braustätten und das Bräustüberl mit Biergarten befinden. Hier trinkt man also nicht nur an einem historisch bedeutenden Ort sein Bier nach bayerischer Brauart, sondern auch mit einem schönen Ausblick auf die Stadt Freising und die Weihenstephaner Umgebung, insbesondere die Universtität. Wer nach Weihenstephan kommt, freut sich natürlich auch auf die wahrhaft sensationellen Biere, von denen insbesondere die Weißbiere zu den besten der Welt zählen, aber auch der Weihenstephaner Vitus Weizenbock, der beim World Beer Award 2011 als “bestes Bier der Welt” ausgezeichnet wurde.

Wilde-Rose-Keller, Bamberg

Der Hotel-Gasthof Wilde Rose in Bamberg ist mit seinem Biergarten auf dem Stephansberg schon seit mehr als einen Jahrhundert ein sehr beliebter Treffpunkt in Bamberg. Studenten, Familien und Touristen trinken hier ein unfiltriertes Kellerbier oder das für Bamberg typische Schlenkerla Rauchbier. Daneben gibt es auch Bamberger Weiße oder Keesmann Herren Pils zu trinken, natürlich alles frisch vom Fass. Der Wilde Rose Biergarten bietet Platz für 1.500 Besucher und eine idyllische Atmosphäre unter den alten Kastanien. Da die angebotenen fränkischen Spezialitäten recht günstig sind und gut schmecken, muss man sein Essen nicht unbedingt selbst mitbringen, ist aber dennoch erlaubt.