Bayerisches Weltkulturerbe wächst
3. Juli 2011 | Von Kudo | Kategorie: Allgemein, Bayern Spezial
Die Zahl bayerischer Vertreter in der Liste des Weltkulturerbes ist 2011 mit der Aufnahme der Pfahlbauten um die Alpen in die UNESCO-Liste wieder größer geworden und Anlaß für uns, die bisherigen bayerischen UNESCO-Standorte vorzustellen.
Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen gehören laut UNESCO zu den herausragendenden Natur- und Kulturdenkmälern, die es zu schützen und zu erhalten gilt. Insgesamt gibt es 111 Fundstellen prähistorischer Pfahlbauten um die Alpen, darunter in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und Slowenien. In Bayern befinden sich drei Standorte dieser prähistorischen Pfahlbauten in der Siedlung Pestenacker, auf der Roseninsel im Starnberger See und in Unfriedshausen in der Gemeinde Geltendorf nördlich des Starnberger Sees. Damit hat sich das bayrische Weltkulturerbe der UNESCO weiterhin vergrößert und vor allem die Region um den Starnberger See dürfte sich mit zwei Standorten freuen.
Bislang gehörten folgende Natur- und Kulturdenkmäler zum bayerischen Weltkulturerbe:
Als erstes bayrisches Kulturdenkmal wurde 1981 die Würzburger Residenz in die UNESCO Liste des Weltkulturerbes für Kulturdenkmäler augenommen. Das Schloss der Würzburger Residenz zählt zu den Hauptwerken des süddeutschen Barocks und steht damit auf einer Stufe mit dem Schloß Schönbrunn in Wien und Schloss Versailles bei Paris. Es folgte 1983 die Aufnahme der Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies (Wieskirche), die in den Jahren 1745 bis 1754 von den Brüdern Johann Baptist und Dominikus Zimmermann erbaut wurde. Die Wieskiche befindet sich im wahrsten Sinne des Wortes mitten auf einer Wiese zwischen Steingaden und Bad Bayersoien und ist einer Statue geweiht, die im Jahre 1730 von Pater Magnus Straub und Bruder Lukas Schweiger im nahegelegenen Kloster Steingaden angefertigt wurde. Die Altstadt von Bamberg mit dem Bamberger Dom wurde 1993 wegen ihres großen unversehrt erhaltenen historischen Stadtkerns in die UNESCO Liste für Kulturdenkmäler aufgenommen. Markantestes und wichtigstes Gebäude ist der Bamberger Dom St. Peter und St. Georg, der zu den deutschen Kaiserdomen gehört. In 2005 wurde der Obergermanisch-Raetische Limes in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen, an dem die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern beteiligt sind. Die Altstadt Regensburg mit Stadtamhof war 2006 vor der Aufnahme der Pfahlbauten um die Alpen der letzte bayrische Vertreter für die UNESCO Weltkulturerbe-Liste. Das gesamte Ensemble der Regensburger Altstadt mit Stadtamhof beinhaltet ca. 1.000 historische Baudenkmale und macht Regensburg damit zu einer der schönsten Städte in Bayern.
Die Gebäude der Regensburger Altstadt stammen aus den verschiedensten Epochen und sind jeweils herausragende Beispiele ihrer Zeit. Eines der eindrucksvollsten Beispiele ist die Steinerne Brücke zwischen Regensburger Altstadt und der Siedlung Stadtamhof, die in den Jahren 1135 bis 1146 errichtet wurde und damals weit und breit die einzige befestigte Brücke über die Donau war. Weitere Aspiranten für die Aufnahme in die UNESCO-Liste Weltkulturerbe gelten Ludwig`s Schlösser Herrenchiemsee, Linderhof und Neuschwanstein am Rande der Bayerischen Alpen und die Altstadt von Passau. Auch das Oktoberfest in München macht sich als größtes und weltweit bekanntes Volksfest Hoffnung, von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt zu werden. Bislang hat Deutschland jedoch als eines der wenigen Länder das von der UNESCO im Oktober 2005 beschlossene Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen noch nicht ratifiziert. Schon am 18. März 2007 ist das Übereinkommen in Kraft getreten, nachdem 12 Mitgliedstaaten der EU ihre Ratifizierungsurkunden hinterlegt haben. Nur Deutschland fehlt bislang auf der Liste der Unterzeichner.
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