Seehofer unterwegs in China

1. Mai 2010 | Von | Kategorie: Bayern & China

Horst Seehofer - Bayerischer Ministerpräsident – machte wie ehemals Franz-Josef Strauß auf große Politik und begab sich auf Reisen nach China.

Erste Station Beijing, Hauptstadt von China, in Deutschland eher bekannt als Peking. Wie sich das gehört, beginnt Horst Seehofer seine Reise durch China in Beijing (Peking).  Auf dem Programm des bayerischen Ministerpräsidenten stehen einige zukunftsweisende Partnerschaften zwischen Bayern und China, darunter auch ein Abkommen zwischen der Technischen Universität München (TU) und der renommierten Pekinger Qinghua Universität zur Gründung eines gemeinsamen Forschungslabors für Elektro- Antriebstechnik. Sowohl für Deutschland als auch für China ist das Elektro-Auto das Produkt der Zukunft, bei dessen Entwicklung vor allem auch die bayerischen Unternehmen ganz vorne mitmischen wollen. Die Konkurrenz in diesem Bereich wird jedoch vor allem aus China kommen, wo man große Ambitionen hat, als Marktführer aufzutreten. Wer einmal in China und vor allem in einer der chinesischen Metropolen war, wird die Notwendigkeit für Elektro-Autos in naher Zukunft sofort bestätigen. Hier ist ein riesiger Markt für Elektro-Autos, was auch Horst Seehofer zu Beginn seiner Reise durch China hervorhob:

“Wenn man in die Zukunft schauen will, muss man nach China fahren. China ist interessant für uns als Absatzmarkt, aber natürlich auch als Konkurrenz.“

Daneben stellte Seehofer eine gewisse Verwandtschaft zwischen Bayern und China fest, einerseits verwurzelt in Tradition und Brauchtum, andererseits offen für neue Entwicklungen und Technologien in Zukunft. Sei es diese Verwandtschaft oder das Drängen der deutschen Wirtschaft, jedenfalls machte Horst Seehofer deutlich, dass die Bayerische Regierung sich deutlich öfter als bisher in China zeigen sollte. Ein Besuch alle 7 oder 8 Jahre sei nicht genug.

“Wir müssen die Schlagzahl erhöhen.“

Provinz Shandong in China

Provinz Shandong in China

Ein unverhofftes und überraschendes Treffen gab es für Horst Seehofer auf der nächsten Station seiner Reise in der bayerischen Partnerprovinz Shandong, die sich an der chinesischen Ostküste befindet (rot markiert). Hier hatte die Provinzregierung einen Termin zur Begrüßung der beiden Politiker aus Deutschland angesetzt, auf der einen Seite der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer aus der CSU, auf der anderen Seite der Ex-Kanzler Gerhard Schröder aus der SPD. Anlass war die Teilnahmer beider Politiker an einem Energiekongress in Quingdao. Während Gerhard Schröder als “großer Freund des chinesischen Volks” dargestellt wurde, fanden die Redner für Horst Seehofer noch keine warmen Worte. Quasi “Hand in Hand” warben die innenpolitischen Gegner dann für deutsche Technologie im Bereich Erneuerbare Energien.

Einer der persönlichen Höhepunkte für Horst Seehofer war die Verleihung der Ehrenprofessur durch die Universität Quingdao. Sichtlich bewegt nahm er die Auszeichnung entgegen, nicht ohne auf seine Herkunft aus einer einfachen Arbeiterfamilie zu verweisen.

“Das ist ein großer Augenblick für mich. Sie müssen sehen, woher ich komme: aus einer Arbeiterfamilie, der kein Studium absolviert hat.”

Zum Schluß seiner Reise nach China bekräftigte Horst Seehofer nochmals seinen Willen, in Bayern an vorderster Stelle bei der Entwicklung der Zukunftstechnologie “Elektro-Auto” mitzuwirken. Daher möchte er die bayerischen Unternehmen Siemens, BMW und Audi “an einen Tisch bringen”, um gemeinsam eine erfolgversprechende Strategie zu erarbeiten. Auch Joschka Fischer sieht im Elektro-Auto ein Schlüsselprodukt, das vor allem für die bayerischen Autofirmen BMW und Audi zukunftsweisend sein wird.

BMW Zentrum München

© 2010 BMW Zentrum München

Der ehemalige Umweltminister und Außenminister Joschka Fischer ist seit Ende 2009 sowohl für BMW als auch für Siemens als Unternehmensberater tätig, insbesondere in den Bereichen Umwelt und Strategie. Eine der ersten Aktionen im Zuge dieser Zusammenarbeit war das Ende von BMW in der Formel 1, weil die Teilnahme mit der zukünftigen Nachhaltigkeitsstrategie von BMW nicht mehr vereinbar sei. Und auch Horst Seehofer habe er eindringlich davor gewarnt, dass

“die deutsche Autoindustrie angesichts der chinesischen Konkurrenz zur “Steinkohle des 21. Jahrhunderts“ werden könne, wenn man die Entwicklung des Elektro-Auto vernachlässigen sollte.”

Die neuen Eindrücke in China lassen den bayerischen Ministerpräsidenten nun von einer “Seehofer-City” träumen, eine Art Modellstadt für Elektroautos. Inspiration war vor allem die Pekinger Messe “Auto China 2010″. Eine gewisse Sorge ist spürbar, dass man in Deutschland schon den Anschluß an die Zukunftstechnologie Elektromobilität verschlafen hat.

Horst Seehofer (von J. Patrick Fischer)

Horst Seehofer (von J. Patrick Fischer)

Davon abgesehen zeigte sich Horst Seehofer sehr zufrieden mit seiner Reise nach China, da er sich hier “pudelwohl” fühlte und die Regierung der bayerischen Partnerprovinz Shandong darüber hinaus einige Investitionen in Bayern ankündigte. So denkt Chinas Hausgerätehersteller Haier darüber nach, in Bayern ein europäisches Forschungszentrum zu errichten. Weitere Ideen für eine Intensivierung der Partnerschaft zwischen Bayern und Shandong seien ein bayerischer Industriepark in Shandong, ein öko-effizienter Chemiepark, Direktflüge von München nach Shandong sowie eine Zusammenarbeit bei Wasser- und Abfalltechnik, Versicherungen, Banken, Tourismus und Messen.



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Tags: Bayern, BMW, China, CSU, Energie, Formel 1, Forschung, Horst Seehofer, Ministerpräsident, München, Peking, Siemens

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