10 Gründe für München`s Niederlage in Durban

7. Juli 2011 | Von | Kategorie: Bayern Spezial, Olympia 2018

Gestern hat sich das IOC für Pyeongchang in Südkorea – sowie gegen München in Bayern – entschieden und die Olympischen Winterspiele 2018 nach Asien verlegt.

Jeder hat so seine eigene persönliche Meinung zu dieser Entscheidung, aber im Endeffekt gab es für die bayerische Niederlage ein Ursachenpaket, das dazu geführt hat, dass die Entscheidung des IOC mehr als deutlich pro Pyeongchang ausgefallen ist. Aus meiner Sicht stehen jedoch die nachfolgenden 10 Ursachen im Mittelpunkt:

1. Demokratie gepaart mit politischer Arroganz

In Deutschland regiert das Volk (= Demokratie). Dank Internet und Social Media haben sich politische Entscheidungsprozesse in Deutschland verändert. Das ist bei der Politik jedoch noch nicht angekommen. Die Bürger lassen sich nicht mehr alles vor die Nase setzen, was in den oberen Etagen so mancher Parteien entschieden wird, seien es schwarze, rote, gelbe oder grüne. Es ist die Aufgabe der Politik, möglichst viele Bürger in fundamentale Entscheidungen einzubinden. Gelingt das nicht, kann ein Feuertopf schon mal explodieren wie in Stuttgart (Stuttgart 21) oder Garmisch-Partenkirchen (NOlympia). Nicht zu überbieten ist die politische Arroganz der Merkel-Regierung in Sachen Euro-Rettung, wo noch nicht einmal die Meinung der Parteien gefragt ist.

2. Willy Bogner

Willy Bogner hat der Bewerbung mehr geschadet als geholfen. Als bayerische Gallionsfigur sollte er die Bevölkerung in Bayern mitnehmen und begeistern. Stattdessen hat er den Menschen in Garmisch-Partenkirchen vor den Kopf geschlagen und nicht erkannt, dass er die Menschen (und Grundstücke) für Olympische Spiele braucht. Die bayerische Bewerbung kam erst dann in postiven Schwung, als Kati Witt das Steuer in die Hand nahm. Leider zu spät.

3. Olympische Spiele – Bewerbungen aus Rom und Madrid

Hätte München 2018 die Olympischen Spiele bekommen, wären die Bewerbungen von Rom und Madrid (automatisch) um die Olympischen Sommerspiele für 2020 automatisch aus dem Rennen gewesen. Das ist Olympia.

4. Olympia 2018 war zu bayrisch

Olympische Spiele ist eine nationale Aufgabe, an der sich alle gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Gruppierungen beteiligen müssen und idealerweise in positivem Sinne. Die Bewerbung um die Olympischen Spiele 2018 ist jedoch weder in Berlin noch im Rest von Deutschland angekommen. Immerhin hat sich Bundespräsident Wulff in den letzten Tagen bemüht, daraus eine nationale Angelegenheit zu machen. Etwas spät, wie ich finde. Olympia 2018 war zu bayerisch.

5. Grün oder garnicht!!!

Sicherlich ist es nicht der falsche Gedanke, auch die Olympische Idee im aktuellen Zeitgeist der Nachhaltigkeit etwas grüner und ökologischer zu gestalten. Als Partei (mit Regierungsanspruch) gestaltet man jedoch und blockiert nicht. Immerhin wird München grün (mit)regiert. Wie kann man allen Ernstes erwarten, dass ein IOC-Mitglied Olympische Spiele in eine Stadt vergibt, deren Regierung sie garnicht haben will?

6. Garmisch-Partenkirchen

Erst Oberammergau, dann Garmisch-Partenkirchen. Volksbegehren gegen Olympische Spiele kommen beim IOC sicher nicht gut, egal wie sie ausgehen. Und in Garmisch-Partenkirchen gab es beim Volksentscheid nicht gerade eine überwältigende Mehrheit für Olympia 2018.

7. Pyeongchang 2010 – Pyeongchang 2014

Alle guten Dinge sind 3. Pyeongchang hatte sich bereits zweimal um Olympische Winterspiele beworben. Das 3. Mal musste einfach gutgehen.

8. Samsung vs. BMW, Allianz & Siemens

Während Samsung hinter der südkoreanischen Bewerbung stand wie eine 1, übertrafen sich die großen DAX-Unternehmen aus München und Bayern in ihrer “Bescheidenheit”. Möglicherweise standen hier auch andere Interessen im Hintergrund, wer weiß. Asiatischer Markt und so. Man will sich in Asien ja nicht unbeliebt machen.

9. Neue Horizonte

In Asien liegen die Zukunft und die neuen Märkte.

10. 63:25

Für Pyeongchang gab es 63 Stimmen. Für München 25.



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