Was Sie schon immer über Bier wissen wollten?

Jan 25th, 2009 | By Kudo | Category: Bayern Spezial

Bayern ist bekannt als das Land der Bierspezialitäten und der Brauereien und steht als Region an der Spitze in Deutschland. Das Bier ist neben Wasser und Wein eines der ältesten und traditionsreichsten Getränke der Welt. Es wird nahezu überall gerne getrunken, meist kalt gekühlt und sehr gerne in der Gemeinschaft mit anderen. Gerade in Bayern hat das Bier und auch das Brauen eines Bier besondere Bedeutung und eine lange Tradition. Nicht umsonst ist auch in Bayern das Reinheitsgebot entstanden und in Bayern befindet sich eines der weltweit größten Anbaugebiete für Hopfen. Das Bier ist ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor in unserem Land. Leider gibt es trotzdem auch in Bayern zum Thema Bier eine Menge Irrtümer und falscher Geschichten, das es schon fast beängstigend ist. Lasst uns also im folgenden einige Irrtümer beseitigen, die häufigsten Fragen zum Bier beantworten und die wichtigsten Fakten klären.

Vorab sind hier die wichtigsten Zahlen rund um das Bier im Überblick zusammengestellt:

Quelle: Deutscher Brauerbund (17.07.2008)

Wie man aus der Zusammenstellung der Zahlen des Deutschen Brauerbund erkennen kann, waren die Zahlen der Brauereien, der Bierausstoß, der Bierkonsum und der Pro-Kopf-Verbrauch bis 2006 deutlich rückläufig. Erst in 2007 konnte zumindest der Rückgang der Brauereien gestoppt werden, was auf die zunehmende Zahl der privaten Brauereien zurückgeführt werden kann. Von dieser Entwicklung konnte sich auch der Freistaat Bayern nicht abkoppeln. Die Zahl der Brauereien in Bayern hat nach einer langen Phase des Rückgang in 2007 erstmals wieder zugenommen. Wie die Statistik des Bayerischen Brauerbund aus den Jahren 1960 bis 2002

Braustätten in Bayern von 1960 bis 2002

Braustätten in Bayern von 1960 bis 2002

zeigt, war die Zahl der Brauereien in Bayern seit 1992 rückläufig. Erst in 2007 stieg die Zahl der bayerischen Brauereien wieder, und zwar um 8 auf 627 Brauereien. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, blieb der Bierabsatz bayerischer Brauereien mit 22,9 Millionen Hektolitern konstant gegenüber dem Vorjahr. Dabei stand einem Minus im Inlandsverkauf von 2,7 Prozent eine beachtliche Steigerung der Exporte um 18,6 Prozent gegenüber. Die Exportquote erhöhte sich auf 15,1 Prozent und hat sich damit innerhalb von 10 Jahren mehr als verdoppelt.

Die Entwicklung des Biermarkt wird entscheidend beeinflusst vom Pro-Kopf-Verbrauch im jeweiligen Markt. Auch der Pro-Kopf-Verbrauch in Bayern war bis zuletzt rückläufig. Während der Gesamtverbrauch an Getränken bei ca. 670 Litern pro Kopf und Jahr offenbar seine Sättigungsgrenze erreicht hat, sind Verschiebungen zwischen einzelnen Getränken zu beobachten. Betrachtet man den Zeitraum der letzten 11 Jahre weisen die quantitativ bedeutendsten Getränke wie

  • Kaffee (-12,88%) und
  • Bier (-14,38%)

kontinuierliche Abnahmen des jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch auf, wohingegen vor allem

  • Erfrischungsgetränke (+30,25%) und
  • Wasser (+49,49%), aber auch
  • Fruchtsäfte (7,75%) und
  • Tee (16,44%)

eine positive Entwicklung verzeichnen konnten.

Sehr interessant ist auch die Verteilung des Bierkonsum auf die einzelne Biersorten, wobei es für manchen überraschend sein wird, dass der Pils mit 56,6% in 2006 und 55,8% in 2007 den größten Anteil am gesamtdeutschen Biermarkt ausmacht.

Quelle: Deutscher Brauerbund (Stand: 26.06.2008)

Kommen wir nun zu den Irrtümern,

die immer wieder zu lesen oder zu hören sind und mit denen wir an dieser Stelle einmal aufräumen wollen.

Dunkles Bier ist immer stärker als helles Bier: Die dunklere Farbe im Bier wird in der Regel durch eine andere Malz-Art verursacht, das dem Bier einen intensiveren Geschmack verleih, den Alkoholgehalt aber nicht ändert. Die Farbe des Bier hat also nichts mit dem Alkoholgehalt zu tun.

Ausländische Biere besitzen nicht soviel Alkohol: Bei den ausländischen Bieren handelt es sich meistens um Lager- Biere, die nicht so herb sind wie ein deutsches Pils. Auch hier gilt jedoch, dass dies keinen Einfluss auf den Alkoholgehalt im Bier hat.

Bier macht dick: Ein Blick in die Kalorientabelle klärt darüber auf, dass Bier mit 76 kcal auf 200 ml sogar weniger Kalorien enthält

  • als Apfelsaft (96 kcal)
  • als Milch (136 kcal) und
  • als Rotwein (148 kcal)
  • als eine Scheibe Roggenbrot mit Butter und Mortadella (357 kcal)

Also hier ganz deutlich für alle: Der Bierbauch stammt nicht vom Bier! Das  Verhängnisvolle am Bier sind die appetitanregenden Komponenten, die im Bier enthalten sind: Hopfen, Alkohol und Kohlensäure. Nach den Genuss eines Bier wird man eben allzu gern dazu verführt, die eine oder andere Portion mehr zu essen.

Zum Abschluß beschäftigen wir uns noch mit ein paar

Fragen,

deren Antworten Sie schon immer wissen wollten, aber nie zu fragen “gewagt” haben.

Wie kommt der Alkohol ins Bier? Der Alkohol im Bier entsteht beim Gärungsvorgang der sog. Bierwürze. In großen Gärgefässen wird der Bierwürze Hefe hinzugefügt, wodurch der natürliche biologische Prozeß der Gärung entsteht. Malzzucker wird in Kohöensäure und Alkohol umgewandelt. Der durchschnittliche Alkoholgehalt des Bier liegt bei ungefähr 5 %. Sowohl nach oben (Blockbier > 7 %) als auch nach unten (alkoholfreies Bier < 0,5 %) gibt es freilich erhebliche Abweichungen.

Wie lange ist Bier haltbar? Bier sollte eigentlich immer frisch getrunken werden. Wer dessen ungeachtet sein Bier lagern will (oder muss), sollte dies in einem kalten und licht-geschützten Raum tun, wo es zwischen 3 und 6 Monaten haltbar ist.

Wie trinkt man am besten Bier? Die ideale Trinktemperatur liegt zwischen 7 und 9 Grad, also direkt aus dem Kühlschrank. Große und schnelle Temperaturunterschiede sollte man dabei vermeiden, da dies dem Geschmack nicht zugute kommt. Das Bier kann man grundsätzlich aus jedem (sauberen) Glas trinken. Es gibt jedoch für jede Biersorte auch ein eigenes Glas, das den eigenen Geschmack des Bier hervorhebt:

  • Pils aus der Tulpe,
  • Export und Alt aus Bechern,
  • Kölsch aus Stangen,
  • Weiße aus dem Pokal,
  • Weißbier aus hohen geschwungenen Weißbier- Gläsern,
  • Bayerisches Helles aus der Maß.

Wie wär`s hiermit?


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