Biertour durch Bayern – Norden

18. Februar 2009 | Von | Kategorie: Bayern Spezial

Im Freistaat Bayern gibt es eine Vielzahl von Brauereien, die allesamt exzellente Bierspezialitäten herstellen.

Wir führen Sie auf einer touristischen Tour durch den Freistaat Bayern und machen hierbei auch bei Brauereien Besuch, von denen man noch gar nichts oder nur wenig gehört hat. Wir starten im Norden von Bayern und bewegen uns dann in Richtung Süden. Im ersten Teil unserer Tour geht es von Kulmbach bis Kelheim.

Die Kulmbacher Brauerei AG befindet sich im Norden von Bayern und ist – mittlerweile – ein Verbund vieler ehemals kleiner bayrischer Brauereien. Ursprünglich ist die Kulmbacher Brauerei AG 1846 als Reichelbräu entstanden, gegründet von Johann W. Reichel, Johann K. Scheiding und Johann M. Hübner. Seit 1980 wurden weitere Brauereien aus Kulmbach und Umgebung erworben, insbesondere die bis dahin eigenständigen Brauereien Sandlerbräu, Möchshof, EKU und Kapuziner. Diese und andere kleinere Brauereien und Getränkefirmen bildet seitdem die Kulmbacher Brauerei AG. In 1986 hat die Schörghuber Unternehmensgruppe 49,9 % des Aktienkapital der Kulmbacher Brauerei übernommen. Danach vergrößerte sich die Kulmbacher Brauerei AG durch die Übernahme weiterer Brauereien, z.B. die Sternquell- Brauerei in Plauen oder die Braustolz- Brauerei in Chemnitz. Auch in Richtung Wasserquellen hat sich die Kulmbacher Brauerei AG vergrößert, indem eine Mehrheitsbeteiligung an den Bad Brambacher Mineralquellen erworben wurde.  2002 wurden die Coburger Brauereien Sturm und Scheidmantel übernommen. Auch im neuen Jahrtausend setzte sich der Übernahmeprozess fort, mit der Coburger Brauerei, der Privatbrauerei Scherdel in Hof und der Würzburger Hofbräu AG. Seit der Saison 2006/07 ist die Kulmbacher Brauerei AG Hauptsponsor des 1. FC Nürnberg mit dem Recht, im EasyCredit-Stadion Bier der Kulmbacher  Brauerei AG auszuschenken. Und die Kulmbacher Brauerei AG veranstaltet zusammen mit der Stadt Kulmbach auch die berühmte Kulmbacher Bierwoche (Kulmbacher Bierfest), zu der jährlich 100.000 Besucher kommen.

Wer schon einmal in Kulmbach ist, besucht natürlich auch das Bayrische Brauereimuseum im Kulmbach.

Weiter geht es nach Bamberg, wo sich ebenfalls eine große Anzahl bayrischer Brauereien befindet. Doch wir widmen uns hier vor allem einer Brauerei in der Bamberger Innenstadt zu Füssen des Bamberger Dom. Es handelt sich um die Brauerei Aecht Schlenkerla der Familie Trum, die eine Bamberger Spezialität, das Rauchbier, herstellt. Hier befindet sich die Quelle des Bamberger Rauchbier, das urkundlich erstmals 1405 erwähnt und heute in der 6. Generation von der Familie Trum geführt wird. In Bamberg nehmen wir also Kurs auf den Bamberger Dom und die Dominikanerstr. 6, wo wir den würzigen, unverwechselbaren Geschmack des Aecht Schlenkerla Rauchbier kosten. Das Rauchbier vom Schlenkerla ist ein sehr dunkles, herb- würziges, untergäriges Märzenbier mit 13,5 Prozent Stammwürze. Doch Vorsicht, wer etwas zu viel von dieser Bamberger Spezialität erwischt, kann ganz schön ins Schlenkern kommen. Das Aroma von Geräucherten entsteht dadurch, dass der Rauch brennender Buchenholzscheite bereits auf der Schlenkerla-Darre dem Malz zugeführt wird, bevor es sich mit edlem Hopfen im Sud vermischt.

Die Brauerei Steinbach Bräu wurde 1861 von Carl Steinbach erworben und nach dessen Tod durch seine Söhne Karl und Fritz Steinbach weitergeführt. 1923 musste die Brauerei wegen der Wirtschaftskrise infolge der Inflation eingestellt werden. Es wurde zunächst nur noch die Mälzerei weitergeführt. 1995 ließ der Dipl. Braumeister Christoph Gewalt (Urenkel des ehemaligen Unternehmensgründer Carl Steinbach) auch die Steinbach Brauerei wieder aufleben, nachdem er eine Brauerei- Ausbildung und ein Studium des Brauereiwesen in Weihenstephan abgeschlossen hat. Die Verwendung zahlreicher Spezialmalze aus der eigenen Malz ermöglicht es dem Brauereimeister, verschiedene unfiltrierte Bierspezialitäten zu brauen, nach alten Rezepten und altem Brauch mit der besten verfügbaren Technik. Besonders zu empfehlen ist neben dem Storchenbier das Goldblondchen und das Bergkirchweihbier zur Erlanger Bergkirchweih. Das helle Storchenbier des Steinbach Bräu wurde schon früher zur Ankunft der Störche gebraut und hat eine Stammwürze von 12,5 %. Das Goldblondchen ist ein fruchtiges und kräftiges Weizenbier und ist das einzige in Erlangen gebraute Weizen. Das Bergkirchweihbier ist ein dunkles Festbier mit 13,7% Stammwürze, das nach altem Rezept und in einem sehr aufwendigen 2 – Maischverfahren gebraut wird. Daneben gibt es noch weitere leckere Spezialitäten aus dem Steinbach Bräu.

Auf dem Weg nach Kelheim machen wir noch einen Zwischenstop beim Riedenburger Brauhaus im Altmühltal. Die Riedenburger Brauerei befindet sich seit 1866 im Besitz der Familie Krieger mit einem Bierausstoß von rund 20.000 Hektolitern pro Jahr. Seit 1997 stellt das Riedenburger Brauhaus alle Biersorten unfiltriert und nach einem ganzheitlichen ökologischem Konzept her, wobei für die Produktion nur Rohstoffe aus der ökologischen Landwirtschaft der Benediktinerabtei Plankstetten verwendet werden. Besonders zu erwähnen ist, dass die Riedenburger Brauerei das einzige bekannte Brauhaus ist, das beim Brauen noch die alten Getreidesorten Einkorn und Emmer verwendet.

In Kelheim befinden sich eine ganze Reihe namhafter und berühmter Brauereien, allen voran die Klosterschenke Weltenburg, die in jedem Fall ein Besuch wert ist, wenn man sich in Kelheim befindet.

Das um 617 gegründete Kloster Weltenburg gilt als ältestes Kloster in Bayern. Nachdem es während der Säkularisation 1803 aufgelöst worden war, erfolgte 1842 die Wiederbelebung des Kloster Weltenburg als Priorat des Kloster Metten. Da das Klostergebäude unmittelbar an der Donau liegt (Foto: Wikipedia), war es in seiner langjährigen Geschichte immer wieder Opfer von Überschwemmungen, die zu schweren Beschädigungen am Kloster geführt haben. Seit Oktober 2006 gibt es nunmehr einen Hochwasserschutz für das Kloster, der am 12. Oktober 2006 feierlich eingeweiht wurde. Die Klosterbrauerei Weltenburg ist urkundlich erstmalig 1050 erwähnt und bezeichnet sich daher als älteste Klosterbrauerei der Welt. Über dieses Titel herrscht zwar Streit mit der Brauerei Weihenstephan, die diesen Titel ebenfalls beansprucht. Uns soll das jedoch egal sein, weil wir ja hauptsächlich wegen der zahlreichen Bierspezialitäten hier sind und diese im wunderschönen Biergarten des Klosterhof genießen wollen. Wer etwas tiefer in das Brauereiwesen einsteigen will, kann sich auch im Rahmen einer Führung durch die Brauerei informieren, die an den Wochenenden angeboten werden. Besonders zu empfehlen ist das Weltenburger Kloster Barock Dunkel, das schon mehrfach mit Gold ausgezeichnet wurde und seit 2004 auch den World Beer Award als bestes Dunkelbier der Welt trägt. Das Weltenburger Kloster Barock Dunkel passt besonders gut zu Rinderbraten, gekochtem Rindfleisch, Lammgerichten, kräftigen Soßen sowie zu vielen warmen Vorpeisen.

Jetzt genießen wir erstmal das Weltenburger Kloster Barock Dunkel und setzen dann unsere Tour durch Bayern`s Brauereien in Kelheim fort.



Das könnte auch interessant sein:

  1. Biertour durch Bayern – Süden
Tags: Bamberg, Bayern, bayrisch, Beer Award, Bier, Bierfest, Brauer, Brauerei, Gold, Hopfen, Kelheim, Kloster, Kulmbach, Schlenkerla, Schörghuber, Steinbach, Weizen, Weltenburg

Schreibe einen Kommentar