Gefährdete Tierarten in Bayern
7. Mai 2011 | Von Kudo | Kategorie: Bayern Spezial, Öko und Natur
Der erste Artenschutzbericht über die gefährdeten Tierarten in Bayern offenbarte die schreckliche Tatsache, dass die Rote Liste gefährdeter Tierarten auch in Bayern immer länger wird.
Obwohl sich in Bayern zwei der größten Naturschutzgebiete Europas befinden, wird auch hier die Liste der gefährdeten Tierarten immer länger. Der Bayerische Wald und die Alpen bieten Tausenden von Tier- und Pflanzenarten einen besonderen Lebensraum und daher haben rund 80.000 der insgesamt 100.000 Tier- und Planzenarten Deutschlands in Bayern ihre Heimat. Manche Tier- und Pflanzenarten gibt es sogar nur noch bei uns in Bayern. Der 1. Artenschutzbericht für Bayern war eine Zwischenbilanz im Rahmen des Projekts “Bayern Arche”, der kein gutes Bild für den Artenschutz in Bayern zeigte. Rund 40 Prozent aller Pflanzen und Tiere stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und viele davon stehen kurz vor dem Aussterben, insbesondere der Fischotter oder der Böhmische Enzian. Der weltweite Trend zum Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten macht auch vor den Grenzen Bayerns nicht Halt und die Rote Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten wird daher immer länger.
Wer die Nachrichten von WWF regelmäßig verfolgt, kann zwar immer wieder auch positive Nachrichten entdecken, z.B. die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland oder das Wachsen der Bestände des Bibers oder Uhus. Das sind jedoch Ausnahmen von der Regel, dass sich die Rote Liste jedes Jahr verlängert, obwohl sie nur alle 10 Jahre neu veröffentlicht wird, zuletzt in 2009. Eine der Ursachen ist der zunehmende Verlust von Biotopen in Deutschland und die zu geringe Fläche von Naturparks, von denes es in ganz Deutschland nur 14 gibt. Zwei davon befinden sich in Bayern: Bayerischer Wald und Berchtesgaden. In der nachfolgenden Karte des Bundesamts für Naturschutz lässt sich schnell erkennen, dass selbst Deutschland und insbesondere Bayern noch viel zu wenig tut, um dem Artensterben Einhalt zu gebieten.
Trotz aller internationaler Projekte und Ziele konnte das Artensterben weder in der weiten Welt noch bei uns in Bayern gestoppt, geschweige denn verlangsamt werden. Wenn wir vom Artensterben sprechen, brauchen wir weder nach Brasilien noch nach China schauen. Direkt vor unserer Haustüre sind in den letzten 30 Jahren rund ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten ausgestorben. Die Europäische Union hat es sich nun zum Ziel gemacht, das Artensterben bis 2020 zu stoppen. Die fortschreitende Umweltverschmutzung und der weltweite Klimawandel lassen jedoch befürchten, dass auch dieses Ziel nicht zu erreichen ist, auch wenn sich schon manche Tier- und Pflanzenarten aus der Roten Liste verabschiedet haben.
Beim Artenschutz ist es wie mit der Energiewende. Jeder will Gutes tun, aber bittschön nicht vor meinem Haus. Wie war das nochmal mit Bruno, dem ersten Bären in Bayern seit über 150 Jahren? Erschossen! Bruno traute sich in 2006, aus dem italienischen Trentino nach Bayern einzuwandern und wurde hier schnell als „Problembär“ bekannt. Nachdem er mehrere Schafe in der Nähe von Siedlungen erlegt hatte, wurde er von der bayerischen Staatsregierung schließlich zum Abschuss freigegeben und im Juni 2006 in der Nähe der Rotwand am Spitzingsee erschossen. Mit dem zurückgekehrten Wolf ist es ähnlich. Es wird gerne über die Rückkehr des Wolfs nach Bayern berichtet, aber keiner will einen Wolf in seiner Nähe wissen. Ganz besonders schlimm trifft es jedoch eher die kleinen Tiere in Bayern, insbesondere die Vögel. Fast die Hälfte aller Vogelarten in Deutschland ist vom Aussterben bedroht und viele Vogelarten sind nur noch lokal anzutreffen. Die Rote Liste bedrohter Vogelarten wird alle 5 Jahre erneuert und jedes Mal wird sie länger.
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