Geschichte des Oktoberfest

Feb 14th, 2009 | By Kudo | Category: Bayern Spezial

Jedes Jahr im September beginnt in München die 5. Jahreszeit, wenn das Oktoberfest mit dem traditionellen „O`zapft is“ durch den Münchner Oberbürgermeister und 12 Böllerschüssen eröffnet wird.

Rund 6 Millionen Besucher strömen dann in den folgenden 16 Tagen auf die Theresienwiese, um dort in Gedenken an die Hochzeit des Kronprinzen und späteren König Ludwig I. mit Prinzessin Therese von Sachsen- Hildburghausen zu feiern.

Am 17. Oktober 1810 nahm das Oktoberfest seinen Anfang, als Ludwig I., damals noch Kronprinz und später König von Bayern, und Prinzessin Therese von Sachsen- Hildburghausen heiraten und die Hochzeit 5 Tage lang gefeiert wird. In ganz München fanden Paraden, Feiern mit Musik, Essen und reichlich Bier statt. Die Schützen der Nationalgarde und der bürgerlichen Schützengesellschaften bevölkerten die Münchner Innenstadt und als Höhepunkt der Veranstaltungen gab es ein Pferderennen auf einer großen Wiese außerhalb der damaligen Stadt, die zu Ehren der Braut Therese später Theresienwiese genannt wurde. Mit dem Pferderennen außerhalb der Stadt wollten die Münchner Bürger die Tradition des berühmten Scharlachrennen wieder aufleben lassen, das zuletzt 1786 auf der Münchner Jakobidult veranstaltet wurde. Aufgrund der großen Beliebtheit bei der Münchner Bevölkerung wurde das Pferderennen alljährlich wiederholt, begleitet von dem Zentral Landwirtschaftsfest (ZLF) als eine Art landwirtschaftliche Leistungsschau mit Viehmarkt und Ausstellungen, das bis heute noch alle 4 Jahre auf der Wiesn stattfindet, wie die Theresienwiese im Münchner Sprachgebrauch auch benannt wird. So entstand das berühmte Münchner Oktoberfest auf der Theresienwiese.

In den folgenden Jahren versammelten sich die Menschen auf der Theresienwiese in kleinen Bretterbuden oder auf Kegelbahnen, um dort ihren Spaß zu haben. Auch die königliche Familie der Wittelsbacher Dynastie zeigte sich auf dem Oktoberfest volksnah und unterstützte die ab 1816 eingeführte Wohltätigkeits-Lotterie, bei der es Porzellan, Silber, Schmuck und Kleidungsstücke zu gewinnen gab. Schon 1818 erschien der erste Schausteller mit einem Karussell und ein Jahr später übernahm die Stadt München die Veranstaltung des Oktoberfests, das bis dahin Münchner Bürger organisiert hatten.

Zu Ehren der Silberhochzeit von König Ludwig I. von Bayern und Königin Therese fand 1835 zum ersten Mal der Münchner Trachten- und Schützenfestzug statt, der seit 1950 regelmäßig durchgeführt wird und sich zu einem Höhepunkt des jährlichen Oktoberfest entwickelt hat. Inzwischen wirken rund 8.000 Teilnehmer aus ganz Europa an dem Festzug durch die Münchner Innenstadt mit, die das Deutsche Fernsehen in alle Welt live ausstrahlt. Vertreten sind neben Trachten- und Musikgruppen aus Deutschland und Europa auch Sport- und Gebirgsschützen, Musikkapellen, Spielmanns- und Fanfarenzüge. Daneben schmücken die Prachtgespanne der Münchner Brauereien mit den geschmückten Festwägen und Kutschen den Festzug von der Maximilianstrasse bis zur Theresienwiese, der durch das Münchner Kindl hoch zu Roß angeführt wird. Ehrengäste sind der Münchner Oberbürgermeister mit seinen Stadträten und der bayerische Ministerpräsident.

Im Jahr 1850 erhält die Bavaria als Schutzpatronin Bayerns ihren Thron oberhalb der Theresienwiese und drei Jahre später wird die Ruhmeshalle zu Füßen der Bavaria eröffnet, die Leo von Klenze im Auftrag von Ludwig I. errichtet hatte.

In den folgenden Jahren entwickelte sich langsam die Tradition der Bierzelte auf der Theresienwiese, als zunächst 1851 Josef Hermann eine Bierbude aufstellte und das Glockenläuten zum Anstich eines jeden neuen Bierfass erfand. Es folgte Michael Schottenhamel, der 1867 erstmals sein „Oktoberfest-Restaurant“ mit Platz für 50 Gäste aufbaute und sich dank eines Unterhaltungsprogramm schnell zum Treffpunkt für wohlhabende Bürger, Studenten, Offiziere, Prinzen und Künstler aus München und Bayern entwickelte.
Die wachsende Zahl der Besucher auf der Wiesn zog in den Folgejahren auch immer mehr Schausteller an, darunter auch Michael August Schichtl, der 1869 erstmals sein Original Zauber Spezialitäten Theater auf dem Oktoberfest aufführte. Seitdem gibt es dort während des Oktoberfest täglich eine Hinrichtung durch die Guillotine.

Der warme Altweibersommer 1872 war dann der Auslöser, dass in diesem Jahr zum ersten Mal das bis dahin unbekannte Märzenbier ausgeschenkt wurde. Wieder war es Michael Schottenhamel, der diese Neuheit auf dem Oktoberfest ins Rollen brachte. Da das Oktoberfest in diesem Jahr erstmals schon im September begann und die Besucher angesichts der vergleichsweise höheren Temperaturen sehr durstig waren, erschöpfte sich beim Schottenhamel der Vorrat des bis dahin üblichen dunklen Lagerbier der Leistbrauerei schon vor Ende des Oktoberfest. Aus der Not heraus ließ sich Michael Schottenhamel auf den Vorschlag des Joseph Sedlmayr, damaliger Besitzer der Franziskaner- Leistbrauerei, ein und schenkte das neuartige Bier nach Wiener Art aus. Obwohl dieses Märzenbier etwas teurer als das normale dunkle Lagerbier war, setzte sich die neue Biersorte bei den Besuchern des Oktoberfest voll durch und schon in den nächsten Jahren brauten auch die anderen Münchner Brauereien diese neuartige Biersorte.

1876 feierte das Schützenfestzelt seine Premiere auf dem Oktoberfest und 1880 waren es dann schon etwa 400 Zelte und Buden und das erste Riesenrad, die zu diesem Anlass auf der Theresienwiese aufgestellt wurden. 1881 gab es die ersten Wiesn-Hendl und auch den ersten Ochsen am Spieß, der zum damaligen Zeitpunkt eine Riesen-Attraktion auf dem Oktoberfest war.

Nach Veranstaltung der Internationalen Elektrizitätsausstellung zusammen mit dem Oktoberfest in 1882 dauerte es nur noch zwei Jahre, bis die berühmte Familie Einstein 1884 für den ersten elektrischen Strom auf der Theresenwiese sorgte. In den folgenden Jahren wuchsen die Bretterbuden gleichzeitig in die Höhe und in die Breite und die Wiesn-Wirte erlangten gemeinsam mit den Münchner Brauereien zunehmend an Bedeutung. Um dieser Bedeutung Ausdruck zu verleihen, riefen die Brauereien und die Wiesnwirte 1887 die Tradition des Einzugs der Wiesnwirte auf die Theresienwiese ins Leben, um damit den offiziellen Beginn des Oktoberfest einzuläuten.

Nachdem das Oktoberfest schön während des 1. Weltkrieg von 1914 bis 1918 ausgefallen war, erlebte München auch während des 2. Weltkrieg von 1939 bis 1948 die längste oktoberfestfreie Zeit. In 1950 ist es dann der Münchner Oberbürgermeister Thomas Wimmer, der dem Oktoberfest mit dem feierlichen Anstich des ersten „Hirschen“ gefolgt von dem legendären „O`zapft is“ und dem Trachten- und Schützenfestzug wieder neuen Glanz verleiht. Damals benötigte Wimmer übrigens noch 19 Schläge zum Anzapfen. Seitdem entwickelte sich das Münchner Oktoberfest zum größten Volksfest der Welt, das bereits 1954 schon 5,5 Millionen Besucher zählte.

Einer der traurigsten Tage in der Geschichte des Oktoberfests wurde der 26.09.1980, als bei einem Bombenanschlag am Haupteingang auf die Theresienwiese13 Besucher starben und 200 weitere Besucher teilweise schwer verletzt wurden. Ein Mahnmal und die jährliche Kranzniederlegung erinnern an die grausame Tat, der so viele Menschen zum Opfer fielen.

2010 feiert das Oktoberfest sein 200-jähriges Bestehen mit einem historischen Pferderennen auf der Theresienwiese und vielen weiteren besonderen Veranstaltungen in Gedenken an den ursprünglichen Anlass dieses Volksfests zu Ehren der Hochzeit des bayerischen Königspaar Ludwig I. und Therese von Sachsen- Hildburghausen.

Wie wär`s hiermit?


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