Chinesisch essen in China
18. Januar 2009 | Von Kudo | Kategorie: Bayern & China, Essen & Trinken, Weißwurstäquator
Nach zwei Wochen in China muss ich natürlich über meine Erinnerungen ans chinesische Essen berichten.
Es ist zwar umstritten, wo genau die Linie des Weißwurstäquators zu ziehen ist, aber bei China besteht wohl Übereinstimmung, dass sich dieses Land weit jenseits dieses Äquators befindet. Worüber schreibe ich nun von meiner Reise durch China? Essen, Trinken, Politik, Wirtschaft, Architektur, Sport, Kunst oder Musik? Was am auffälligsten war, ist die Tatsache, dass nahezu alle Chinesen genau wissen, wo dieses im Vergleich zu China winzige Bayern liegt. Nach dem Gefühl kennt jeder Taxifahrer in China den FC Bayern München, Lahm, Schweinsteiger und Ballack (ja ich weiß, dass er nicht mehr beim FC Bayern ist). Gegenfrage: Wissen Sie, in welcher Provinz Guangzhou liegt oder welche die größte Stadt in China ist?
Viele Gemeinsamkeiten gibt es nicht zwischen China und Bayern. Wenn man das so sagen darf, ist jedoch eine davon die Lust zum Essen und Trinken in der Gemeinschaft. Chinesen treffen sich zu jeder Gelegenheit in einem der unzähligen chinesischen Restaurants, wo stundenlang gegessen, getrunken und natürlich ohne Ende geplaudert wird. Das gemeinsame Essen dient in China nur in zweiter Linie der Sättigung. Viel wichtiger ist das gegenseitige Kennenlernen, der Austausch von Informationen, die Knüpfung von Beziehungen und die Anbahnung von Geschäften. All das geschieht in der Regel beim gemeinsamen Essen und Trinken.
Überraschend dabei ist, dass es in China keinen Reis zum Essen gibt und die Suppe auch keine Vorspeise ist. In China gehört es für den Gastgeber zur guten Gastfreundschaft, dass am Ende immer etwas übrig bleibt. Beim typischen – aus mehreren Gängen bestehenden – Essen fehlt eine dominierende Hauptmahlzeit. Stattdessen kommen in kurzen Abständen unzählige kleine Gerichte, die auf einer runden Glasplatte angeordnet werden, so dass jeder am Tisch sich leicht davon nehmen kann. Dabei gibt es jedes Gericht nur einmal. Alles in allem hat das chinesische Essen in Deutschland nur wenig mit dem Essen in China gemeinsam, einmal abgesehen von einzelnen Chinarestaurants in Deutschland, die sich nicht in der Hand von Vietnamesen befinden, sondern tatsächlich von Chinesen geführt werden.
Wenn man mit den Stäbchen geübt ist, hat man natürlich Vorteile und kann etwas peinliche Unfälle vermeiden. Wer die Chance zur Teilnahme an einem richtigen chinesischen Bankett hat, tut also gut daran, etwas mit den Stäbchen zu üben. Für einen in chinesischen Sitten und Gebräuchen ungeübten Gast erscheint die Sitzordnung zufällig und willkürlich, weil es keine Sitzkarten gibt. Trotzdem gibt es hier ein ausgeklügeltes System, das im Prinzip folgenden Regeln folgt: Der Hauptgast sitzt rechts vom Gastgeber, links vom Gastgeber die Ehefrau des Hauptgastes. Der Gastgeber sitzt mit dem Gesicht zur Tür. Genau gegebenüber sitzt die Ehefrau des Gastgebers mit dem zweitwichtigsten Gast an ihrer Seite. Was in China also zunächst chaotisch erscheint, hat durchaus seine Regeln und Ordnung.
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[...] wäre eine Reise durch China ohne chinesisches Essen. Da eine meiner Lieblingsbeschäftigungen von Esse und Trinken dominiert wird, werde ich natürlich [...]
Ich habe richtiges chinesisches Essen auch lieben gelernt. Und damit meine ich nicht nur DIE Speisen, sondern auch vor allem DAS Speisen. Wie du auch schreibst, es geht in China nicht nur darum satt zu werden… sonst könnte man zur schnellen Befriedigung der Lust auch zu einem der mittlerweile unzähligen McDonals dort gehen. Das Bild im Beitrag sieht übrigens sehr lecker aus!
Das Prinzip des großen Rundtisches mit der Drehscheibe ist wirklich ungeschlagen. Jeder kommt an alles dran, jeder kommt mit jedem in’s Gespräch (egal, wo man sitzt) wenn man an seine nächste gewünschte Tellerfüllung gerade nicht drankommt. Und wenn man mal den Überblick über die gereichten Speisen verloren hat, ist man bestimmt nicht der Einzige in der Runde.
Ein Herausforderung für die Stäbchen waren allerdings die Tausendjährigen Eier, glitschig und rund. Aber ich war der Erste, der sie ohne Aufspießen im Mund hatte, noch vor allen Einheimischen am Tisch
[...] für Leute wie mich, die es nicht so gerne scharf haben, sondern eher das Süße lieben. Beim kantonesischen Essen kann man eigentlich nicht viel falsch machen, da alles sehr lecker ist. Es gibt in China aber auch [...]