Im Winter trinkt man einen Bock

Dez 17th, 2009 | By Kudo | Category: Essen & Trinken

Im Winter bei kalten Temperaturen schmeckt der Bock am besten, egal ob Winterbock, Weizenbock, Schnee Bock, Animator, Salvator oder Aventinus.

Ein guter Bock ist ein wahrer Genuss, ein schlechter Bock ein echtes Grauen. Beides hatte ich in den letzten Tagen und Wochen in den Händen. Ein Bier darf sich in Deutschland Bock nennen, wenn der Stammwürzegehalt über 16 % liegt, egal ob hell und dunkel. Alternativ wird der Bock auch als Starkbier bezeichnet. Neben dem Bock gibt es noch den Doppelbock, der mit einem Stammwürzegehalt von über 18 % eingebraut wird. Beiden ist gemeinsam, dass sie etwas dickflüssiger sind, weil weniger Wasser in die Maische hinzugegeben wird. Der Alkoholgehalt eines Bock liegt zwischen 5% und 12 %. Viele Starkbiere erkennt man daran, dass sie auf der Endsilbe -ator enden, wie z.B. Salvator oder Animator. Darüber hinaus gibt es noch den Maibock, der jedoch nur in der Zeit von April bis Juni verkauft wird und hier nicht weiter interessiert. Eine besondere Variante des Bock ist der Eisbock, bei dem der Alkoholgehalt künstlich erhöht wird, indem gefrorenes Wasser entnommen wird, wodurch man einen deutlich höheren Alkoholgehalt erzielen lässt.

Heutzutage hat nahezu jede Brauerei den einen oder anderen Bock im Sortiment, der jetzt in der kalten Jahreszeit ganz gerne getrunken wird, weil sie kalt am besten schmecken. Einige davon habe ich bereits in den letzten Tagen und Wochen bewusst getestet und möchte heute (und in Zukunft) über meine Erfahrungen berichten. Meine Empfehlung lautet, einen Bock bei maximal 7°C bis 8°C im Glas zu trinken. Die Preise lassen wir hier mal außen vor, da sie ohnehin je nach Region stark schwanken. Wer Lust auf einen Bock hat, schaut ohnehin eher selten auf den Preis.

Klosterbrauerei Andechs: Bergbock und Doppelbock Dunkel

Andechser Bergbock

Andechser Doppelbock DunkelDen Anfang machte der Andechser Bergbock aus der Klosterbrauerei Andechs. Obwohl in Andechs schon seit 1455 Bier gebraut wird, ist es erst seit rund 25 Jahren auch in anderen Regionen erhältlich. Die Klosterbrauerei ist geradezu bekannt für ihre Bockbiere, also den berühmten Bergbock und den Andechser Doppelbock Dunkel.

Der Andechser Bergbock hat eine kräftige goldfarbene Erscheinung und duftet etwas nach Organgenschalen. Wie sich später herausstellte, gehört der Andechser Bergbock zu den Referenzen, an denen sich andere Brauereien messen müssen. Während der Geschmack des Bergbock absolut überzeugend ist, enttäuscht das graue Etikett umso mehr. Ein Hoch auf den Braumeister und ein “Go Home” für die Marketingabteilung. Wie kann man so einem grandiosen Bier ein so schlechtes Etikett verpassen? Der Andechser Bergbock glänzt durch die feine – aber durchaus herbe – Hopfennote, die nicht durch einen zu dominanten Malzgeschmack überlagert wird. Dagegen ist der Andechser Doppelbock Dunkel deutlich malziger. Der Andechser Doppelbock erinnert etwas an Lakritze, was nicht jedermann`s Geschmack ist. Wenn ich entscheiden müsste, dann eher den Bergbock.

Ayinger: Winter-Bock, Weizen-Bock, CelebratorAyinger Weizenbock in der Kühlung

Ayinger CelebratorMit dem Jahrhundert-Bier und dem Celebrator hat Ayinger zwei Biere im Sortiment, die auf der ganzen Welt ihresgleichen suchen. Jedes Jahr auf`s Neue dominieren diese beiden Biere die Wettbewerbe, zuletzt in der Zeitschrift Öko-Test. So gehört der Celebrator unbestritten zu den besten Starkbieren dieses Jahrhunderts. Auch der Bierkritiker Michael Rudolf verneigt sich vor dem Ayinger Celebrator. Der Celebrator erscheint fast schwarz mit einem ganz leichten rötlichen Schimmer. Der Schaum ist Spitzenklasse und der Duft betörend. Der Antrunk des Celebrator hinterlässt etwas von Bitterschokolade und Kaffee und ist somit nicht so dominant süß wie andere Bockbiere. Der Ayinger Winter-Bock und Ayinger Weizen-Bock sind die kleinen Brüder vom Celebrator, wobei ich beide Bockbiere im Vergleich zu vielen anderen durchaus am oberen Rand des Ranking ansiedeln würde. Der Winterbock ist ordentlich malzig, aber nicht aufdringlich süß. Der Weizen-Bock erinnert etwas an Banane.

Schneider Weiße: Aventinus

Schneider Weiße - AventinusNach einem Ayinger Celebrator fällt einem dann sofort der Weizendoppelbock Aventinus aus dem Hause Schneider Weiße ein, der ebenso viele Lorbeeren erhalten hat wie der Ayinger Celebrator. Es kommt ja selten vor, dass mir meine “bessere Hälfte” einen Bock streitig macht, aber wegen dem Aventinus gab es in der Tat fast eine körperliche Auseinandersetzung. Nachdem ich den Rest des Aventinus getrunken hatte, konnte ich mir kaum vorstellen, dass ich noch einen besseren Bock finden werde. Bei 8,2% Alkohol hinterlässt der Aventinus jedoch seine Spuren, die beim weiblichen Geschlecht sofort zu erkennen sind. Das Fatale an dem Aventinus Weizendoppelbock ist jedoch sein süffiger Geschmack, der einen auch nach einer Flasche nach mehr schreien lässt. Schon der Geruch nach feiner Hefe und etwas Honig ist äußerst angenehm und der Schaum erinnert etwas an Sahne auf dem Kuchen. Der Geschmack des Aventinus ist derart komplex, dass einem fast die Worte fehlen. Dieses Bier ist ein wahres Erlebnis, das nie enden dürfte. Erstaunlich, was man aus Wasser, Hopfen und Malz kreiieren kann.

Wie wär`s hiermit?


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