Besuch beim Kloster Andechs auf dem Heiligen Berg
30. August 2010 | Von Watzmann | Kategorie: Essen & Trinken
Das Kloster Andechs auf dem Heiligen Berg zwischen Starnberger See und Ammersee ist jederzeit einen Besuch wert, nicht nur um ein wahrhaft leckeres Weißbier im Biergarten oder im Bräustüberl zu genießen.
Immer wieder mussten wir unseren schon lang geplanten Ausflug zum Kloster Andechs wegen schlechten Wetters verschieben. Obwohl das Kloster Andechs weit mehr als leckeres Bier, einen gemütlichen Biergarten oder das Bräustüberl hoch oben auf dem heiligen Berg zu bieten hat, macht ein Ausflug ins Fünfseenland und zum Kloster Andechs nur bei schönem Wetter richtig Spaß. Von letzterem hatten wir in diesem Jahr definitiv zu wenig, um dieses nasse Trauerspiel einen Sommer zu nennen. Dennoch ist es immer wieder erstaunlich, welche Massen an Besuchern und Touristen aus aller Welt in dieses bayerische Kleinod pilgern, um neben dem Klosterladen auch die Andechser Küche und Biere aus der Klosterbrauerei zu genießen. Bedrohliche schwarze Wolken mit allerlei Schauern sorgten jedoch dafür, dass wir uns im August einen herrlichen Platz im Biergarten aussuchen konnten. Da ist es kein Wunder, wenn die Gastronomie über katastrophale Umsätze in 2010 berichtet.
Der Heilige Berg zu Andechs ist übrigens nach Altötting der älteste und größte Wallfahrtsort in Bayern, entstanden aus der Burg Andechs, damals noch Stammsitz der Grafen von Andechs, die in direkter Linie 1248 ausgestorben sind. Ursprünglich stand an der Stelle des heutigen Kloster Andechs die Burg der Grafen von Andechs, die jedoch 1248 mangels direkter Nachkommen ausgestorben sind. Der Wittelsbacher Herzog Ludwig der Strenge übernahm den Besitz, zerstörte die Burg und begann 1270 mit dem Wiederaufbau der Kirche von Andechs, in deren Friedhof sich heute die Familienbegräbnisstätte der Wittelsbacher befindet. Herzog Albrecht III. von Bayern gründete am 17. März 1455 das Benediktinerkloster Andechs, das jedoch wie fast alle anderen kirchlichen Einrichtungen und Klöster im Rahmen der Säkularisation in Bayern wieder aufgelöst wurde. König Ludwig I. von Bayern stiftete 1846 das Kloster Andechs samt Klosterbraurei an die von ihm gegründete Benediktiner-Abtei St. Bonifaz in München, in deren Eigentum sich das Kloster bis heute noch befindet.

Kloster Andechs auf dem Heiligen Berg
Im Laufe der Zeit hat sich das Kloster Andechs zwischen Ammersee und Starnberger See zu einem regelrechten Unternehmen entwickelt und das mit nachhaltigem Erfolg. Das Unternehmen Kloster Andechs umfasst neben der Gastronomie auf dem heiligen Berg und der Landwirtschaft natürlich auch die Klosterbrauerei sowie eine Klosterbrennerei und eine eigene Metzgerei. Es dürfte aber vor allem die Klosterbrauerei Andechs sein, die für die Berühmtheit des Klosters weit über den Weißwurstäquator hinaus gesorgt hat. Von außen nicht ohne weiteres sichtbar, wurde die Klosterbraurei 1972 auf modernen Stand gebracht. Seitdem befindet sich die Klosterbrauerei mit modernem Fass- und Flaschenkeller und neuem Sudhaus mit Gär- und Lagerkeller am Fuß des Heiligen Berges. Der jährliche Bierausstoß der Klosterbrauerei beträgt über 100.000 Hektoliter Bier, von denen nur 5% im Bräustüberl und im Klostergasthof ausgeschenkt werden. Das Sortiment der Klosterbrauerei umfasst die folgenden Sorten:
- Andechser Hell
- Andechser Spezial Hell
- Andechser Bergbock Hell
- Andechser Dunkel
- Andechser Doppelbock Dunkel
- Andechser Weißbier
- Andechser Dunkles Weißbier
Wer schon einmal das Kloster Andechs besucht hat, kennt das Problem vom begrenzten Platzangebot bzw. den zu vielen Besuchern auf dem Heiligen Berg. Das Kloster Andechs ist jedoch nicht nur ein geistiges Zentrum, sondern produziert in der eigenen Klosterbrauerei auch unverschämt gute Biere, die wahrhaft “himmlisch” schmecken. Immer wieder bin ich begeistert von der Qualität und dem Geschmack eines “stinknormalen” Weißbier, das gegenüber dem Andechser Weißbier aus der Flasche nochmals Längen besser schmeckt.
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