Blauer Wittelsbacher bei Überfall auf Graff übersehen

14. August 2009 | Von | Kategorie: Geschichte

Beim Überfall auf den Londoner Juwelier Graff haben die Täter den “Blauen Wittelsbacher” übersehen und somit ist dieser Diamant nicht in die Hände der maskierten Räuber gefallen.

Beim bislang größten Juwelenraub in Großbritannien wurde der Londoner Juwelier Graff am vergangenen Dienstag erneut Opfer eines dreisten Raubs, bei dem Schmuck im Wert von etwa 47 Millionen Euro aus dem Tresor gestohlen wurde. Mit Anzügen bekleidet und mit Pistolen bewaffnet betraten die beiden Räuber die Graff Filiale im Londoner Stadtteil Mayfair. Auf der Flucht nahmen die Täter noch eine Geisel mit sich und es fielen Schüsse. Der Juwelier Graff ist vor allem bei Prominenten sehr beliebt und auch unter dem Namen “Diamantenkönig” bekannt.

Am 10. Dezember 2008 hatte eben dieser Juwelier Graff den “Blauen Wittelsbacherfür rund 18,7 Millionen Euro ersteigert und bezahlte somit fast das Doppelte des ursprünglichen Schätzpreises. Der “Blaue Wittelsbacher” war zuvor Bestandteil der Krone des Königreichs Bayern, die anlässlich der Erhebung Bayerns zum Königreich 1806 angefertigt wurde. Der “Blaue Wittelsbacher” gilt als einer der schönsten Diamanten der Welt und ist 35,56 kt. schwer. Der “Blaue Wittelsbacher” trägt seinen Namen aufgrund seiner natürlichen bläulichen Färbung und ist nach dem “Hope-Diamant”, dem “Copenhagen Blue” und dem “Terescho” einer der größten blauen Diamanten auf der Welt. Der “Blaue Wittelsbacher” befand sich auf der Vorderseite der goldenen Krone, die außerdem mit Perlen, Diamanten, Rubinen und Smaragden besetzt war.

Woher der blaue Diamant stammte, ist ungeklärt. Als gesichert gilt jedoch, dass der blaue Diamant  ein Hochzeitsgeschenk der Erzherzogin Maria Amalia an den Wittelsbacher Karl Albrecht (später Kaiser Karl VII.) war, da er im Hochzeitsvertrag von 1722 als “großer blauer Diamant” aufgeführt wird. Nach der Hochzeit erhielt der blaue Diamant den Namen “Blauer Wittelsbacher”. 1806 wurde der “Blaue Wittelsbacher” in die bayerische Königskrone eingesetzt, aber schon 1918 nach der Revolution wieder entfernt und durch ein Imitat ersetzt.

Das Haus Wittelsbach wollte den blauen Diamanten bereits 1931 versteigern, weil nach dem 1. Weltkrieg dringend Geld benötigt wurde. Der Freistaat Bayern stimmte dem Verkauf zu. Da der Diamant jedoch nicht den erhofften Erlös brachte, zog das Haus Wittelsbach das Verkaufsangebot wieder zurück. Zwischen 1931 und 1961 wechselte der Diamant mehrmals den Eigentümer, tauchte aber erst 1961 wieder auf, als ihn ein Händler den Wittelsbachern und dem Freistaat Bayern für eine Summe von 1,5 Mio Deutsche Mark erfolglos anbot. Man bedenke, dass dieser Stein einer der bedeutendsten bayerischen Schätze von unermesslichem historischen Wert war und der Freistaat Bayern lehnt dankend ab. 1964 erwarb dann der bekannte Kaufhaus Unternehmer Helmut Horten den “Blauen Wittelsbacher” und machte ihn seiner Frau Heidi Jelinek zum Geschenk. Erst 2008 tauchte er dann wieder bei der Versteigerung in London durch Christies auf, wo er eben die sagenhafte Summe von 18,7 Millionen Euro erreichte.



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Tags: Bayern, Freistaat, Karl Albrecht, König, Königreich, Krone, Maria Amalia, Revolution, Wittelsbach, Wittelsbacher

3 Kommentare auf "Blauer Wittelsbacher bei Überfall auf Graff übersehen"

  1. DiamantenFieber sagt:

    *** Der “Blaue Wittelsbacher” trägt seinen Namen aufgrund seiner natürlichen bläulichen Färbung und ist nach dem “Hope-Diamant”, dem “Copenhagen Blue” und dem “Terescho” der viertgrößte Diamant auf der Welt. ***

    Das ist natürlich Unsinn…
    Der Blaue Wittelsbacher ist nicht mal unter den Top 50 der größten Diamanten!

    In diesem Artikell ist wohl gemeint, dass er der 4. größte BLAUE Diamant der Welt sei.
    Aber auch das ist falsch!
    Allein in dieser Liste der blauen Diamanten ist er nur auf Rang 7:
    http://www.info-diamond.com/polished/index.php?rub=famous_diamonds&module=color

  2. Kudo sagt:

    Ist zwar für den Kern der Geschichte nicht wesentlich, aber ich habe den Hinweis im Text verarbeitet. Danke hierfür.

  3. Florian sagt:

    Interessanter Artikel!

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