Schatzsuche im Raum Kufstein-Ebbs
3. August 2010 | Von Watzmann | Kategorie: Weißwurstäquator
Bei Kufstein in Tirol findet derzeit eine Schatzsuche der besonderen Art statt. Einige Touristen verbringen jetzt sogar ihren Urlaub im Grenzland zwischen Bayern und Österreich, um nach dem geheimnisvollen Schatz zu suchen.
Irgendwo in der Region Ebbs in Tirol – in der Nähe von Kuftstein – ist er irgendwo vergraben. Zwischen 5 und 20 Millionen Euro geht es. Doch Vorsicht, man ist bei der Suche nicht allein. Außerdem ist es vorteilhaft, wenn man eine gewisse Begabung eines Schatzsuchers oder Detektivs mitbringt. Wie der Schatz nach Kufstein kommt? Ein Betrüger aus Bayern hat im Jahr 2002 diese Summe gestohlen und fein säuberlich nach 50-, 100- und 500-Euro-Scheinen gebündelt irgendwo hier vergraben. Inzwischen haben schon Hunderte Privatdetektive, Fahnder und Hobbyschatzsucher nach dem Geld gegraben. Die Stadt Kufstein freute sich über die zusätzlichen Gäste und warb auf ihrer Internetseite sogar mit dem Schatz der besonderen Art und einer Führung durch den Millionenwald bei Ebbs:
“Haben Sie Lust, auf Schatzsuche zu gehen? Bei uns gibt es eine geführte Wanderung in den Millionenwald”
Das ist kein Scherz. Vielmehr beruht der Fall auf einer wahren Geschichte, die in 2002 beginnt. Eine Anlageberater in Rosenheim ergaunerte sich mit gefälschten Unterschriften seiner Kunden mehrere Millionen Euro, indem er vermeintliche Überweisungsaufträge seiner Kunden an verschiedene Banken in Bayern schickte und sich jeweils stattliche Summen auf zwei Konten in Tirol überwiesen ließ. Manche Opfer haben so ihr ganzes erspartes Vermögen verloren, ein Ehepaar aus Brückmühl knapp 1 Million Euro. Verschiedene Detektive wurden eingeschalten, um das Geld wieder zu finden, aber der Betrüger aus Rosenheim gab an, dass es ihm die Mafia weggenommen habe.
Einer der beauftragten Detektive ist auch Wirtschaftsfahnder Erich S., der für die DAB-Bank auf Schatzsuche ist. Er war es auch, der den Betrüger nachts in Richtung Ebbs verfolgte, wo dieser für eine Stunde im Wald verschwand. Später berichtete er:
“Er muss dort etwas ausgegraben haben”.
Merkwürdige Geschichte, denken die einen, aber das betrogene Ehepaar aus Bruckmühl erhielt zuletzt ein kleines Päckchen mit 100.000 Euro darin, die ziemlich modrig stanken. Wer also der Meinung ist, dass er eine feine Spürnase hat oder außergewöhnliche Fähigkeiten eines Super-Detektivs, macht sich auf in den Raum Kufstein-Ebbs. Ein geeignetes Schatzsucher-Hotel ist beispielsweise das Ebbser Hotel Zur Schanz, das die Gäste mit folgender Werbung empfängt:
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