Die spektakulärsten Kriminalfälle in Bayern

19. Januar 2012 | Von | Kategorie: Justiz, Top 10

Im folgenden Artikel geht es um die spektakulären Kriminalfälle in Bayern aus der Nachkriegsgeschichte, die wegen der prominenten Opfer oder aus anderen Gründen von großen Interesse waren. 

1. Vera Brühne

Die Liste der spektakulären Kriminalfälle in Bayern eröffnet der Mordfall an dem Münchner Arzt Otto Praun und dessen Lebensgefährtin  in seiner Villa in Pöcking am Starnberger See im Jahre 1960. Zunächst gingen die Ermittlung von einem Selbstmord der Opfer aus, revidierten dieses Ergebnis aber, nachdem der Sohn des Opfers, Günther Praun, den Verdacht auf Vera Brühne lenkte, die laut Testament des Opfers eine Finca in Spanien erben sollte. Am 4. Juni 1962 folgte aufgrund eines Indizienprozesses und zweifelhaften Zeugenaussagen die Verurteilung von Vera Brühne und ihres angeblichen Komplizen Johann Ferbach wegen gemeinschaftlichen Doppelmordes zu einer lebenslangen Haftstrafe. In der Folgezeit ergaben sich jedoch neue Erkenntnisse, darunter auch die Verwicklungen des Arztes in Waffengeschäfte und Verbindungen zum Geheimdienst BND. Johann Ferbach starb in der Haft und Vera Brühne wurde nach 18 Jahren Haft vom Ministerpräsidenten Strauß begnadigt, dessen Vertrauter Karl-Helmut Schnell lt. Aussage des BND-Agenten Roger Hendkes an der Ermordung von Otto Braun beteiligt war. Sie starb 2001 im Klinikum rechts der Isar in München.

2. Ingrid van Bergen

Die national und international bekannte und erfolgreiche Schauspielerin Ingrid van Bergen erschoss im Jahre 1977 ihren damaligen Lebensgefährten und Finanzmakler Klaus Knaths in einer Villa am Starnberger See. Für die Tat wurde van Bergen – trotz (oder wegen) der prominenten Verteidigung durch den bekannten Strafverteidiger Rolf Bossi – zu 7 Jahren Haft verurteilt, kam jedoch nach weniger als 5 Jahren wieder frei.

3. Walter Sedlmayr

Einer der aufsehenerregendsten Kriminalfälle in der bayerischen Geschichte war die Ermordnung des bayerischen Volksschauspielers Walter Sedlmayr im Jahre 1990, der aufgrund seiner Rollen in zahlreichen Fernsehserien und Heimatfilmen insbesondere in München und Bayern sehr bekannt war. Darüber hinaus war er Wirt der Gastwirtschaft “Beim Sedlmayr” in München und viele Jahre das Gesicht von Paulaner, für die er Werbung machte. Für den besonders gewalttätigen Mord an Walter Sedlmayr mit mehreren Messerstichen und einem Hammer wurden zwei Männer verurteilt, darunter auch sein Ziehsohn, mit dem er sich zuvor überworfen hatte. Aufgrund der Ermittlungen und der Veröffentlichungen in den Medien gelangten viele Details aus dem Leben von Walter Sedlmayr an die Öffentlichkeit, darunter auch seine homosexuelle Neigung.

4. Rudolph Moshammer

Auch die Ermordung des Modeschöpfers Rudolph Moshammer im Jahre 200 in seiner Villa in Grünwald bei München erregt in der Öffentlichkeit großes Aufsehen und rege Anteilnahme. Rudolph Moshammer gehörte aufgrund seiner exzentrischen Auftritte mit seiner Hündin Daisy im Fernsehen zu den bekanntesten Menschen in Deutschland. Weniger bekannt war dagegen sein soziales Engagement für Münchner Obdachlose, die er mit seiner Stiftung Licht für Obdachlose finanziellen Hilfen der Obdachlosenzeitung BISS unterstütze. Für den Mord an Rudolph Moshammer wurde ein irakischer Asylbewerber verurteilt, der mit Moshammer wegen seiner Bezahlung für sexuelle Handlungen in Streit geriet und ihn daraufhin mit einem Kabel erdrosselte.

5. Bodo Müller

Ein spektakulärer Kriminalfall in der bayerische Geschichte war auch der Raubüberfall auf den Münchner Bäcker und Wiesnwirt Bodo Müller im Jahre 2003, der vor seiner Wohnung überfallen, gefesselt, geknebelt und mit einem Elektroschocker traktiert wurde, um an das Geld in seinem Tresor zu gelangen. Die Staatsanwaltschaft München sah den Fall jedoch anders und klagte Bodo Müller wegen Vortäuschens einer Straftat und Versicherungsbetrug an und warf ihm vor, die Tat selbst inszeniert zu haben. Auch die Zulassung zum Oktoberfest und sein Festzelt “Bodo`s Backstube” standen auf dem Spiel, da seine Zuverlässigkeit als Gastwirt angezweifelt wurde. Während des Gerichtsverfahrens stellte jedoch ein Sachverständiger fest, dass sich Bodo Müller die Verletzungen niemals selbst zufügen konnte. Es folgte konsequenterweise der Freispruch.



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