50 Jahre Turmschreiber
Okt 22nd, 2009 | By Kudo | Category: Kunst & Kultur
Die Münchner Turmschreiber fördern süddeutsches Denken und Leben und feierten diese Woche ihr 60-jähriges Bestehen.Die Vereinigung Münchner Schriftsteller entstand bei einem Treffen im südlichen Turm des Isartors am 14. Oktober 1959, also vor ziemlich genau 50 Jahren. Damals waren es noch ein paar Münchner Schriftsteller, die sich zum Ziel setzten, süddeutsche Denk- und Lebensart und das bayerische Wesen in ihren Werken zu würdigen. Unter den Gründern befanden sich Ehrenpräsident Hanns Vogel, Ernst Hoferichter, Josef Maria Lutz, Eugen Roth und Herbert Schneider, der heute mit 87 Jahren zu den ältesten Mitgliedern der Münchner Turmschreiber gehört.
Der Name der Münchner Turmschreiber leitet sich ab vom linken Isartorturm, in dem auch das weltbekannte Karl Valentin Musäum untergebracht ist. Im heutigen Valentinstüberl im Obergeschoss des Turms fand die Gründung der Turmschreiber mit anfangs 8 Mitgliedern statt. Bis heute ist die Schriftsteller- Vereinigung auf über 55 Schriftsteller gewachsen, wobei sich die Zahl der lebenden Mitglieder auf etwa 40 Autoren beläuft. Eine Mitgliedschaft bei den Münchner Turmschreibern ist eine große Ehre und nur auf Einladung bzw. nach Beschluss aller lebenden Turmschreiber möglich.
Bei den Autoren handelt es sich renommierte, im süddeutschen Raum lebende Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Dramatiker, Essayisten, Journalisten, Satiriker, Historiker, Professoren, bei denen allen das Interesse an Literatur gemeinsam ist. Hieraus ergibt sich eine bunte Sammlung bayerischer Persönlichkeiten, deren Biographie man im einzelnen auf der Homepage der Münchner Turmschreiber nachlesen kann.
Zum Jubiläum der Münchner Turmschreiber gibt es ein einzigartiges Jubiläumsbuch, in dem alle Turmschreiber vertreten sind. Die Auswahl der Texte für das “Große Bayerische Lesebuch” erfolgte durch das Dreier-Präsidium der Turmschreiber: Norbert Göttler, Erich Jooß und Alfons Schweiggert. Das Lesebuch ist amüsant und lustig, nostalgisch und zeitkritisch und natürlich aus bayerischer Hand. Alle bayerischen Sprachlandschaften kommen zu Wort - und im essayistischen Teil auch unbequeme Themen wie die letzten Hexenbrände oder Hitlers ‘Mutterl’. Eine unerschöpfliche Fundgrube der bayerischen Literatur für Kenner und Liebhaber.
Derzeit findet in der Kreissparkasse München am Sendlinger Torplatz eine Ausstellung “50 Jahre Turmschreiber” mit 3 Lesungen statt. Am 20. November 2009 folgt im Alten Rathaussaal die Verleihung der Bayerischen Poetentaler an Konstantin Wecker, Monika Baumgartner, Klaus Eberlein und Michael Groißmeier. Mit dem Bayerischen Poetentaler ehren die Münchner Turmschreiber seit 1961 Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich um die bayerische Kultur und die Kultur in Bayern besonders verdient gemacht haben. Um die Bedeutung dieser Auszeichnung zu ermessen, wird der Bayerische Poetentaler auch als “Bayerischer Nobelpreis” genannt.












