Ende des Blauen Wittelsbacher
Jan 31st, 2010 | By Kudo | Category: Kunst & Kultur
Der Blaue Wittelsbacher gehörte zu den 10 schönsten Diamanten der Welt und war der Leitstein in der Krone des Königs von Bayern. Nun heißt er schlicht Wittelsbach-Graff.
Es gibt nur wenige Diamanten wie den Blauen Wittelsbacher. Doch keiner hatte so eine Bedeutung für Bayern wie der Blaue Wittelsbacher, der einst die Krone der bayerischen Könige zierte. Am 10. Dezember 2008 fiel der Blaue Wittelsbacher zuletzt in die Hände des Juwelier Graff, der den 35,56 Karat schweren Diamanten für rund 18,7 Millionen Euro ersteigerte. Als Bestand der Wittelsbacher Krone und aufgrund seiner bläulichen Färbung wurde er schlicht Blauer Wittelsbacher genannt.
Mit 35,56 Karat war der Blaue Wittelsbacher einzigartig und weltweit gibt es nur wenige Diamanten, die größer waren. Die berühmtesten davon sind der Koh-I-Noor, der Blue Hope, der Centenary, der Sancy, der Orlov und der Regent. Nun ist die Geschichte des Blauen Wittelsbacher zu Ende, da ihn der Londoner Juwelier Laurence Graff umschleifen ließ und schlicht in Wittelsbacher-Graff umbenannte. Graff ist dafür bekannt, die schönsten und größten Diamanten der Welt aufzukaufen und nach seinem Gusto zu bearbeiten.
In der Fachwelt erregte Graff damit jedoch Empörung, da er die Identität des Diamanten und damit ein Kulturgut europäischer Geschichte respektlos zerstörte. 4 Karat sind beim Umschleifen verloren gegangen, was jedoch der geringste Verlust sein dürfte. Nun liegt der Diamant im Smithsonian Museum in Washington. Ein Imitat befindet sich in der Schatzkammer der Münchner Residenz, sozusagen noch im Original.
Im Nachhinein könnte man fast zur Trauer geneigt sein, dass die Räuber während ihres Überfalls auf den Juwelier Graff den Blauen Wittelsbacher übersehen haben. Mit Anzügen bekleidet und mit Pistolen bewaffnet waren sie in die Graff Filiale im Londoner Stadtteil Mayfair eingedrungen und hatten Juwelen im Wert von 47 Millionen Euro gestohlen. Nur den blauen Diamanten hatten sie übersehen.
Blauer Wittelsbacher, 2009 (Quelle: Wikipedia)











