Streit um Teile der Brandhorst Sammlung

26. Februar 2009 | Von | Kategorie: Kunst & Kultur

Eigentlich waren die großen Schlagzeilen rund um das Brandhorst Museum in München erst für Mai 2009 vorgesehen. Nun trübt ein Streit in New York um zwei bedeutende Werke des Künstler Damien Hirst die Freude auf die Eröffnung.

Rund drei Monate vor der geplanten Eröffnung des Museum Brandhorst in München wird der Sammler und Gründer Udo Brandhorst mit einer Klage der New Yorker Galeristin Venetia Kapernekas konfrontiert. Es geht um zwei Objekte des Künstler Damien Hirst, die zu den zentralen Elementen der Brandhorst Sammlung zählen. Zur Begründung führt Kapernekas an, dass der damalige Kauf der zwei Hirst Objekte zum Teil von ihr mitfinanziert worden seien und ihr daher auch ein Miteigentum an den Werken zustehe. Delikat ist in der Anlegenheit, dass Brandhorst und Kapernekas angeblich eine Beziehung miteinander hatten.

Um den Hintergrund des Streit zwischen Brandhorst und Kapernekas zu verstehen, muss man wissen, dass Damien Hirst derzeit wie kaum ein anderer lebender Künstler so große internationale Aufmerksamkeit genießt und der finanzielle Erfolg des Künstler spitzenmäßig ist. Damien Hirst wurde 1965 in Bristol geboren und zählt zur Gruppe der Young British Artists, die dafür bekannt sind, dass sie sowohl die Produktion von Kunst ebenso beherrschen wie auch deren Vertrieb.

Damien Hirst

Damien Hirst (Quelle: Wikipedia)

Vielen ist vielleicht der Totenschädel bekannt, den Hirst am 1.06.2007 in der White Cube Gallery in London präsentierte, besetzt mit 8601 Diamanten. Auf der Stirn des Totenschädel platzierte Hirst einen Diamanten mit 52 Karat.Dieser Totenschädel namens “For the Love of God” wurde im August 2007 für 75 Millionen Euro verkauft. Damit schoß Damien Hirst an die Spitze und wurde schlagartig bekannt mit dem teuersten Werk zeitgenössischer Kunst. Auch das Objekt “Lullaby Spring” versteigerte das Auktionshaus Sotheby’s im Juni 2007 für etwa 14,5 Millionen Euro. Mit diesen und anderen bedeutenden Verkäufen aus seinem Werk gilt Damien Hirst als einer der reichsten Künstler überhaupt.

(Quelle: Gonzalo Fernández)

Brandhorst erkannte offensichtlich schon früh die Bedeutung dieses herausragenden Künstler und erwarb schon früh Werke von ihm, unter anderem die Objekte „E.M.I.“, „Looking Forward to a Complete Suppression of Pain“, „Waste“, „Hymn“ und „In This Terrible Moment“. Eines der streitigen Objekte ist gerade das zuletzgenannte Werk «Hymn», das Brandhorst für die Gesamtsumme von etwa drei Millionen US-Dollar erworben hat. Nach Schätzung von Kapernekas Anwälten sind die Arbeiten heute 20 bis 30 Millionen US-Dollar wert. Nun muss gerichtlich geklärt werden, ob Kapernekas zu Recht Ansprüche an den Hirst Werken zustehen oder nicht.

Das Museum Brandhorst soll Ende Mai eröffnet werden. Das Mueseum befindet sich auf dem Areal der Münchner Pinakotheken.

Das Museumsgebäude entstand nach Entwürfen der Berliner Architekten Sauerbruch und Hutton und soll auf 3200 Quadratmeter Ausstellungsfläche die Sammlung von Brandhorst und seiner verstorbenen Frau zeigen. Die Sammlung Brandhorst beinhaltet mehr als 700 Werke bedeutender Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts, unter anderem so berühmte Namen wie Georg Baselitz, Cy Twombly, Sigmar Polke, Joseph Beuys und Andy Warhol. Es besteht also durchaus Grund zur Freude auf die Eröffnung des Museum im Mai, unabhängig davon, ob die beiden Hirst Werke ebenfalls ausgestellt werden oder nicht.



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Tags: Brandhorst, Damien Hirst, Eröffnung, Gebäude, Kunst, München, Museum

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