Fußballstadt München und die Allianz Arena
15. September 2009 | Von Kudo | Kategorie: Architektur, München, Politik, Sport
Dank der Fußball Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland steht in München seitdem die neue Allianz Arena, die der Fußball Stadt München neuen Glanz verliehen hat.
Schon lange zuvor war der FC Bayern München unzufrieden mit dem Olympiastadion am Mittleren Ring, das seit der Olympischen Spiele 1972 schon sehr in die Jahre gekommen ist und nicht wirklich als Fußball-Stadion geplant war. Nachdem 1997 sowohl der FC Bayern München mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft und der TSV 1860 München mit der Teilnahme am UEFA Cup eine erfolgreiche Saison hinter sich gebracht haben, wurden die Rufe der Fans und der Funktionäre nach einer neuen und zeitgerechten Fußball-Arena unüberhörbar. Die Stadtverwaltung von München hielt anfangs noch dagegen und bot einen Umbau des Olympiastadions an. Nach langen Diskussionen zwischen den Machern des FC Bayern und des TSV 1860 München sowie der Stadt München einigte man sich schließlich im März 1999 bei einem Treffen des Oberbürgermeister Ude mit Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Wildmoser auf einen Neubau außerhalb der Stadt. Die Neue Messe Riem galt zunächst als Favorit für den Standort. Danach rückte jedoch der Standort in Fröttmaning an der A 9 nach Nürnberg in den Vordergrund und wurde im Juli 2001 auch als Standort eines neuen Fußballstadions bestätigt. Es folgte im Oktober 2001 der Bürgerentscheid, in dem sich die Münchner ebenfalls für den Neubau des Fußballstadions in Fröttmaning entschieden.
Nach Durchführung einer Ausschreibung für den Stadionneubau standen im Dezember 2001 zwei Entwürfe von den international anerkannten Architekten Herzog & de Meuron und des Architekten Meinhard von Gerkan in der engeren Auswahl. Die Entscheidung fiel im Februar 2002 dann für den Entwurf der Architekten Herzog & de Meuron, der inzwischen weltweite Anerkennung findet als bestes Beispiel einer modernen und funktionalen Architektur. Die Grundsteinlegung für die Allianz-Arena erfolgte am 21. Oktober 2002. In 2004 gab es einigen Zündstoff wegen des Schmiergeldskandals um Karl-Heinz Wildmoser jun., der aufgrund dessen in letzter Instanz vom Bundesgerichtshof zu 4 1/2 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Die Eröffnung der Allianz Arena wurde im Mai 2005 mit einer gemeinsamen großen Veranstaltung des FC Bayern München und des TSV 1860 München gefeiert. Die Einweihung folgte mit dem 1. Spiel des TSV 1860 München gegen den 1 FC Nürnberg. Schon am 09. Juni 2006 startete die Fußball Weltmeisterschaft mit dem Eröffnungsspiel der deutschen Fußball Nationalmannschaft in der Allianz Arena.
Das besondere an der Allianz Arena ist die glatte Außenfassade aus lichtdurchlässigen Elementen, die jeweils rot und blau beleuchtet werden, je nachdem, ob der FC Bayern München oder 1860 München gerade spielt. Weiß ist die Farbe internationaler Spiele der Deutschen Nationalmannschaft. Die Außenhaut wurde von der Covertex GmbH aus dem oberbayerischen Chiemgau entwickelt und hergestellt und ist inzwischen ein sehr beliebtes Material für aufsehenerregende oder prestigeträchtige Bauten und Stadien. Die Verkleidung der Allianz Arena besteht aus rund 2.800 aufblasbaren Kissenelementen, die das Tragsystem des Stadion weitestgehend verbergen. Im Stadion finden auf 3 Rängen etwa 66.000 Zuschauer Platz und sorgen durch eine sehr steile und spielfeldnahe Tribüne für Gänsehaut-Stimmung im Stadion.
Der Zugang zur Allianz Arena erfolgt über die Esplanade, die das Stadion mit dem neuen U-Bahnhof Fröttmaning auf einem 543 Meter langen und 136 Meter breiten Grünstreifen verbindet. Unter der Esplanade befinden sich Ticketschalter, Fanshops und Parkplätze. Der öffentliche Nahverkehr wurde in Richtung Allianz Arena umfassend ausgebaut. Vom Marienplatz gelangt man mit der U 6 in rund 20 Minuten zum U-Bahnhof Fröttmaning und von dort eben über die Esplanade direkt zum Stadion. Auch das Straßennetz wurde rund um die Allianz Arena mit neuen Auf- und Abfahrten von der A 9 und der A 99 erweitert. Ein Parkleitsystem sorgt dafür, dass die Zuschauer mit dem Pkw möglichst reibungslos auf die 9.800 Stellplätze der Parkhäuser verteilt werden. Der Anschluß ans Stadion erfolgt auf der A 9 durch die neue Anschlußstelle Fröttmaning bzw. an der A 99 westlich des Autobahn-Kreuz München Nord.
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