Schrannenhalle mit neuem Eigentümer
11. Dezember 2009 | Von Kudo | Kategorie: München
Die Ereignisse rund um die Münchner Schrannenhalle überschlagen sich diese Woche. Absage der Zwangsversteigerung, neuer Hauptgläubiger, neuer Eigentümer.
Zum Glück ist eines beim alten geblieben. Keiner will so richtig transparent offen legen, was er eigentlich mit der Schrannenhalle plant. Der für diese Woche angesetzte Termin der Zwangsversteigerung der Schrannenhalle wurde für alle Beteiligten und die Öffentlichkeit überraschend auf Wunsch der Hauptgläubigerin Deutsche Bank London abgesetzt. Mit dem Unternehmer aus Niederbayern Günther Karl tauchte auf einmal ein neuer Name auf und man spekulierte schon darauf, dass er der neue “Macher” in der Schrannenhalle sei.
Doch weit gefehlt. Heute offenbarte sich der Bauingenieur Hans Hammer als neuer Eigentümer der Schrannenhalle, nachdem er von der Schrannenhallen GmbH & Co. KG das Eigentum an der Schranne übernommen hatte. Jetzt gehört die Schrannenhalle in München also einer Tochtergesellschafter der Hammer AG, einer Münchner Immobiliengesellschaft.
Auf der Internetpräsenz der Hammer AG ist zu lesen, dass man sich im letzten und in diesem Jahr von einer Reihe Immobilien getrennt habe und derzeit am Aufbau eines neuen Portfolio arbeite.
“Im Rahmen unserer aktiven Portfoliosteuerung haben wir uns im letzten und in diesem Jahr von einem großen Teil unserer Gebäude getrennt, nicht zuletzt aufgrund der starken Nachfrage seitens zahlreicher Investoren. Am erneuten Aufbau unseres Portfolios arbeiten wir bereits.”
Zum konkreten Nutzungskonzept gibt es noch keine Aussagen seitens des neuen Eigentümers; eine kulturelle Nutzung mit Marktgeschehen sei jedoch angestrebt.
Oberbürgermeister Ude ließ jedoch schon durchblicken:
„Ein tagtäglicher Großdiskobetrieb und ein dauerhaftes Oktoberfest kommen nicht in Frage.“
Und was ist nun mit Günther Karl aus Niederbayern? Tja, der hat nun erstmal das Nachsehen bzw. die Schulden am Bein, die er jetzt vom neuen Eigentümer fordern kann. Wie er heute öffentlich verkünden ließ, hat Günther Karl die Forderungen der Deutschen Bank London aufgekauft samt Grundschulden, die auf der Schrannenhalle liegen.
Eins ist wohl auch klar. Klaus Thannhuber ist erst mal raus aus dem Gezerre um die Schrannenhalle. Inwieweit Jürgen Lochbihler als Pschorr-Wirt noch mitmischen wird, muss noch geklärt werden. Es wäre jedoch im Sinne der Schrannenhalle zu wünschen, dass schnell ein tragbares und nachhaltiges Nutzungskonzept erarbeitet wird, das die Münchner auch annehmen.
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