Das Platzl in der Münchner Altstadt
28. März 2010 | Von admin | Kategorie: München
Das Platzl in der Münchner Altstadt gehört zweifellos wieder zu den schönsten Plätzen der Welt. Hofbräuhaus, Familie Inselkammer und Alfons Schuhbeck haben aus dem einst berüchtigten Rotlichtbezirk ein Gebäudeensemle mit Flair gestaltet.
Das Viertel rund ums Platzl gehörte einst zu den weniger ansehnlichen Bereichen in der Münchner Altstadt. Bis in die 1960er Jahre gab es hier Dutzende Nachtlokale mit einschlägigen Angeboten, die erst vor den Olympischen Spielen 1972 in München schließen mussten. An diese Zeiten erinnert heute nur noch die Erotik Boutique Darling Frivole, ein Erotik Fachgeschäft mit einem Hauch von Luxus und Extravaganz , das sich etwas versteckt zwischen Platzl, Falkenturmstrasse und Orlando Passage befindet. Heute wird das Gebäude- Ensemble rund ums Platzl vom weltweit bekannten Hofbräuhaus und dem Orlandohaus dominiert.
Die meisten Touristen am Platzl sind natürlich auf der Suche nach dem Hofbräuhaus, das sich inzwischen im Eigentum des Freistaats Bayern befindet. Urvater des Hofbräuhaus am Platzl war Herzog Maximilian I., der neben vielen anderen weißen Brauhäusern in Bayern 1607 auch in München ein Weißbier-Brauhaus errichten ließ. Damals konnte man noch nicht ahnen, dass dieses Weiße Hofbräuhaus einmal eine der berühmtesten Adressen der Welt sein wird. Das Geschäft mit dem Weißbier bommte dank dem Wittelsbacher Weißbier Monopol fast 200 Jahre lang und die Wittelsbacher Herzöge machten ein riesiges Geschäft mit den Weißen Brauhäusern quer durch Bayern. Nicht zu vergessen das Bier nach Ainpockhischer Art, aus dem im Laufe der Zeit der Hofbräu Maibock wurde, der erste und älteste Bock aus München. Mitte des 18. Jahrhunderts änderte sich jedoch der Geschmack der Bayern, die statt Weißbier immer mehr Braunbier tranken. Kurfürst Karl Theodor beendete daraufhin 1798 das Weißbier Monopol und erlaubte allen adeligen und den Klosterbrauereien das Brauen von Weißbier. 1806 wurde aus dem Hofbräuhaus am Platzl das Königliche Hofbräuhaus, da Bayern in diesem Jahr zum Königreich erhoben wurde. Im Jahr 1852 übertrug König Maximilian II Joseph von Bayern dieses Hofbräuhaus samt Brauerei an den Bayerischen Staat und 1896 verlegte Prinzregent Luitpold die Hofbräu Brauerei nach Haidhausen, da die Brauerei am Platzl schon aus allen Nähten platzte.
Neben der langen Geschichte gibt es eine ganze Menge weiterer Gründe, warum das Munich Hofbräuhaus in der ganzen Welt bekannt wurde. Einer davon ist sicherlich Aloisius, der Münchner im Himmel. Alois Hingerl war ursprünglich Dienstmann am Münchner Hauptbahnhof und erledigte dort seine Aufträge stets mit solch einer „Hast und Eile“, dass er irgendwann vom Schlag getroffen zu Boden fiel und starb. Zwei Engel schleppten ihn mühevoll in den Himmel, wo er von Petrus seinen neuen Namen Aloisius, eine Harfe und eine Wolke zugeteilt bekam. Fortan saß Aloisius dort oben auf seiner Wolke und durfte nach einem festen Terminplan „frohlocken“ und „Hosianna singen”. Schon ganz verrückt vor Sehnsucht nach seinem geliebten Bier im Hofbräuhaus, grantelt er so lange herum bis Gott auf ihn aufmerksam wurde und ihn mit einer Botschaft für die Bayerische Regierung wieder zurück auf die Erde schickt. Wer sich einen grantligen Bayern nicht vorstellen kann, kann sich das hier mal anhören:
Wieder auf der Erde zurück, geht er erstmal schnurstracks ins Hofbräuhaus, wo er sich eine Maß nach der anderen bestellt. Seinen göttlichen Auftrag hat Aloisius längst vergessen und die Bayerische Regierung wartet nach wie vor auf die göttliche Eingebung beim Regieren. Vielleicht hat der eine oder andere Gast schon Aloisius entdeckt, der dort irgendwo zwischen Touristen aus aller Welt, Geschäftsleuten aus der Nachbarschaft, Studenten und Familien aus München oder anderen kuriosen Gästen sitzt. Vielleicht findet man Aloisius auch vor einem der Maßkrug-Tresore, die im Hofbräuhaus verteilt sind. Nur langjährigen Stammtisch-Mitgliedern steht seit 1970 dieses exklusive Recht zu, ihren eigenen Keferloher Maßkrug zu benutzen, den sie in den Maßkrug Tresoren im Hofbräuhaus nach Gebrauch verstauen können.
Während die Geschichte des Hofbräuhaus nahezu überall bekannt ist, kennen nur wenige die Histsorie des Orlandohaus, das 1899 von Max Littmann erbaut wurde, dem Architekten des Hofbräuhaus.
Eigentümer des Orlandohaus ist die Messerschmitt Stiftung, die 1969 von Willy Messerschmitt gegründet wurde und einen Luft- und Raumfahrt-Lehrstuhl an der TU München unterhält. Inzwischen fließen die Erträge der Messerschmitt Stiftung auch in Kultur- und Architektur Projekte, darunter auch die Einnahmen aus der Vermietung des Orlandohaus an Alfons Schuhbeck, der hier das Kaffeehaus Orlando betreibt. Und damit sind wir auch schon beim Platzl-Hirsch, der hier täglich seine Runden zieht zwischen den Stützpfeilern seines Regiments am Platzl. Obwohl Alfons Schuhbeck keins der Gebäude am Platzl gehört, ist er der offizielle Platzl-Hirsch, da er hier zahlreiche Restaurants, Geschäfte und eine Kochschule betreibt. Da ist neben dem Kaffeehaus Schuhbecks Orlando noch der Schokoladen und Gewürzladen sowie die Eisdiele, die ebenfalls im Orlandohaus untergebracht sind. Das Schuhbecks Weinbistro befindet sich in der Orlandopassage. Außerdem gibt es noch Schuhbecks Südtiroler Stuben.
Im Jahr 2000 eröffnete die Familie Inselkammer das Wirtshaus Ayingers am Platzl, wo man ausgesuchte bayerische Spezialitäten essen und trinken kann. Zu trinken gibt es – wie der Name schon sagt – Spezialitäten aus der Ayinger Brauerei. Wie die tz mit ihrer Serie über die bekannten Gebäude und Plätze der Stadt München offenbarte, gehört der Familie Inselkammer heute das ganze Areal zwischen Sparkassenstrasse, Münzstrasse und Platzl. Unter der Firma Platzl Hotel Inselkammer KG befindet sich in den oberen Stockwerken der Gebäude das Platzl Hotel, das 1956 kurz nach Ende des 2. Weltkriegs hier aufgebaut wurde. Neben dem Ayingers gehört auch das Restaurant Pfistermühle zum Bestand der Inselkammer KG, das sich etwas versteckt auf der Rückseite der Platzl Immobilien befindet. Auch das Hard Rock Café gegenüber vom Hofbräuhaus ist Mieter der Inselkammer KG.
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Ich kann nur sagen: http://www.ichmagdashofbräuhaus.de
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[...] läuft man am besten in Richtung Tal und schnurstracks zum Hofbräuhaus am Platzl. Das Platzl in der Münchner Altstadt gehört mit dem Gebäudeensemble aus Hofbräuhaus, Orlandohaus und den anderen Häuserfassaden [...]
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