Highlights der Musik in 2009
Dez 12th, 2009 | By Watzmann | Category: Musik
Das Jahr 2009 war für mich das Jahr der neuen Bekanntschaften und das Jahr des Abschieds von einem der ganz Großen im Musikbusiness.
2009 war das Jahr der Abwrackprämie, auch in der Musik. Inspiriert durch den Erfolg in der Automobilindustrie sprossen überall die Angebote im Sinne der Abwrackprämie aus dem Boden. Auch beim deutschen Plattenversand Glitterhouse gab es so eine Abwrackprämie für CD`s: Wer eine mindestens 9 Jahre alte CD einschickte, erhielt eine Abwrackprämie von 2,50 Euro auf eine neue CD. 2009 war auch das Jahr der Prügelopfer: zum Jahresbeginn Rihanna, die am Vorabend der Grammy-Verleihung vom Sänger Chris Brown so doll verprügelt wurde, dass Rihanna erst mal in die Klinik musste; zum Jahresende Tiger Woods, der von seiner Ehefrau mit dem Golfschläger ums Haus gejagt wurde bis er am Ende mit dem Auto vor einem Baum landete.
Dass Musik auch manchen Politiker inspirieren kann, hat der tschechische Ministerpräsident Mirek Topolanek bei seiner Rede vor dem EU Parlament bewiesen, als er das US-Konjunkturpaket und die Milliardenhilfen als “Weg in die Hölle” bezeichnet hatte. Und die folgende Gruppe war daran schuld, weil sie während eines Konzert in Tschechien auch den Song “Highway to Hell” gespielt hatten.
Bleiben wir bei der Politik, das im Jahr 2009 die Gründung der Piraten mit sich brachte, eine neue politische Strömung, die sich vor allem für die Informationsfreiheit und den Datenschutz einsetzen will. Der Erfolg bei der ersten Teilnahme an der Bundestagswahl in 2009 war schon beachtlich. Dass wir eine solche Partei brauchen, zeigt der unermüdliche Versuch solcher Institutionen wie GEMA, GEZ & Co., die immer auf der Suche nach neuen und lukrativen Einnahmequellen sind. Da sich die GEMA beispielsweise mit Google bzw. YouTube auf keine angemessene Vergütung für die Nutzung von Musikclips einigen konnte, erhalten deutsche Nutzer immer wieder mal die Ansage
“In Ihrem Land nicht verfügbar”.
Dahinter steht die Forderung der deutschen GEMA auf 1 Cent pro Clip, während sich die britische Verwertungsgesellschaft beispielsweise mit 0,24 Cent zufrieden gab. Auch die Konzertveranstalter sollten nach dem Willen der GEMA deutlich tiefer in die Tasche greifen, genauer gesagt mehr als doppelt so tief, da die Konzertveranstalter statt 4,48% zukünftig 10,0% der Einnahmen aus Konzerten an GEMA abgeführt werden sollen. Wie bitte? Konzertveranstalter bezahlen doch die Musiker dafür, dass diese ihre Lieder auf Konzerten spielen. Was hat denn die GEMA damit zu tun? Ergebnis ist nun, dass die Musiker und Bands zukünftig weniger Gagen für ihre Konzerte erhalten oder die Zuschauer mehr zahlen für die Tickets. Dagegen forderte der Popkomm Gründer Dieter Gorny die Politik auf, stärker gegen Internet-Piraten vorzugehen.
2010 war auch das Jahr von Michael Jackson, dessen 50 bereits ausverkaufte Konzerte in London wegen seines Todes am 25. Juni 2009 leider nicht mehr stattfinden konnten. Stattdessen oder gerade deswegen dominierten seine CD`s alle Hitparaden auf dieser Welt. In Deutschland belegte er teilweise alleine mit seinen Alben die Plätze 1 bis 20. Atemberaubend. Wer sich nun jedoch eines seiner vielen Videos auf YouTube anschauen will, wird enttäuscht sein. Den offiziellen Michael Jackson gibt es in Deutschland nicht, weil er hier im Hinblick auf den Streit zwischen GEMA und YouTube gesperrt ist. Eins seiner Meisterwerke war der Titel “We are the World”, den er zusammen mit Lionel Richie geschrieben hatte.
2010 war auch das Jahr der Megakonzerte. Im Juli startete U2 in Barcelona ihre 360° Tour mit einer Bühne, deren Dimensionen alles bisher da Gewesene in den Schatten stellte. Auch Muse beeindruckte mit bombastischen Konzerten.
Während das Bundessozialgericht in Deutschland urteilt, dass die Tätigkeit des Dieter Bohlen in der RTL Show “Deutschland sucht den Superstar” Kunst darstellt, gab es in 2010 auch echte inspirierende Neulinge, die wohl am Begriff Kunst näher dran sind als Dieter Bohlen. Eine davon ist die Sängerin von Gossip, die nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch mit ihren Rundungen beeindrucken zu weiß.










