Wasser bedeutet Leben, auch in Bayern

8. November 2009 | Von | Kategorie: Öko und Natur

Wasser brachte Leben auf unseren Planeten, der eigentlich Wasserkugel genannt werden müsste, da die Oberfläche zu 7/10 mit Wasser bedeckt ist.

Ohne Wasser gibt es kein Leben auf der Erde – die Temperatur wäre 22 mal so hoch und das Klima wäre vergleichbar mit der Venus. Und auch für den Menschen selbst ist Wasser lebenswichtig. Wasser macht nicht Halt vor Landesgrenzen und verändert tagtäglich die Gestalt unserer Umwelt. So wie wir im Sommer im Wasser baden und im Winter auf Schnee Ski und Schlitten fahren, kann es auch eine zerstörerische Kraft entfalten und Leben vernichten. In den kommenden Jahrzehnten wird Wasser das kostbarste Gut sein.

Das scheint uns in Bayern nicht zu betreffen, da wir hier in scheinbarem Überfluss an Wasser leben. Das Wasser kommt jederzeit aus dem Wasserhahn und im Sommer baden wir sogar in unseren bayerischen Flüssen und Seen. Angesichts des scheinbaren Überflusses an Wasser scheint die Bedrohung mit Wassermangel auch sehr weit her geholt, gibt es doch mehr als 1.3 Milliarden Kubikkilometer Wasser. Davon sind jedoch nur 2,5% Süßwasser und nur 0,3% trinkbar. Würde man alles Wasser dieser Welt in einen Kanister mit 5 Liter füllen, könnte man genau einen Kaffeelöffel davon trinken. Das ist auch in Bayern so, wo 95% unseres Trinkwasser als Grundwasser vorhanden ist, jedoch auch in unserer Region sehr ungleich verteilt. Ein Mensch in Bayern verbraucht durchschnittlich 135 Liter Wasser täglich, ein Drittel für die Körperpflege und ein weiteres Drittel zum Spülen der Toilette. Beides ist Trinkwasserqualität.  Erfreulich daran ist jedoch, dass der täglich Pro-Kopf-Verbrauch seit 20 etwa Jahren rückläufig ist, trotz gestiegener Bevölkerungszahl.

Während die Niederschlagsmenge in den Alpen auf über 2.000 Millimeter pro Jahr ansteigen kann, fallen in weiten Teilen Frankens und der Oberpfalz nur 650 Millimeter pro Jahr, also nur ein Drittel. Ein gerechter Wasserhaushalt in Bayern muss also dafür sorgen, dass ausreichend Wasser aus dem Süden in den wasserarmen Norden gelangt. Hierfür wurde in den 1970er Jahren ein umfassendes Wasserbauprojekt gestartet, um Wasser aus dem Altmühltal und der Donau in das Regnitz-Main-Gebiet überzuleiten. Das geschieht einmal durch den Main-Donau-Kanal, mit dem 125 Millionen Kubikmeter aus Donau und Altmühl bis zur Europäischen Wasserscheide hochgepumpt und im Rothsee zwischengespeichert wird. Von dort wird es bei Bedarf in das Maingebiet abgegeben. Der andere Weg führt über den Altmühlsee, wo Wasser aus der Altmühl zwischengespeichert und durch einen unterirdischen Stollen in den benachbarten Brombachsee auf der anderen Seite der Europäischen Wasserscheide geleitet wird. Der planmäßige Betrieb wurde 2000 aufgenommen.

Genauso wichtig wie der Haushalt des Trinkwasser ist die Reinigung der Abwässer über Kläranlagen, an die 95% der Haushalte in Bayern angeschlossen sind. Erst seit wenigen Jahren ist die Isar dank der neuen Klärtechniken wieder so sauber, dass man darin baden kann. Seit 1950 waren dafür rund 20 Milliarden Euro Investitionen in Kläranlagen und deren Einrichtung erforderlich.

© 2009 Baden in der Isar

© 2009 Baden in der Isar

Die Bayerische Verfassung garantiert die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und verpflichtet so die Gemeinden zur Errichtung, Unterhaltung und Schutz der erforderlichen Brunnen, von denen etwa 9.700 in Bayern existieren. Um in Bayern flächenmäßig eine gute Trinkwasserqualität zu gewährleisten, wurden seit 1974 überörtlich wichtige Grundwasservorkommen erkundet und 94 davon als kostbare Grundwasserspeicher unter Schutz gestellt. Das geschieht durch Aufstellen blauer Schilder mit der Aufschrift “Wasserschutzgebiet”.



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Tags: Alpen, Altmühltal, Brombachsee, Donau, Franken, Isar, Main-Donau-Kanal, Mühltal, Verfassung, Wasser

Ein Kommentar auf "Wasser bedeutet Leben, auch in Bayern"

  1. Fäkalien im Trinkwasser

    Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit warnt: „Grenzwertüberschreitungen bei Fäkalkeimen der Trinkwasserverordnung sind in 25%, im Sommer sogar in 33% der Trinkwasserproben. Im Grund- und Trinkwasser Bayerns werden regelmäßig Legionellen nachgewiesen.“ Anderswo in Deutschland wird das kaum anders sein. Das Umweltbundesamt UBA publizierte schon im März 2007, dass seit Inkrafttreten der neuen Trinkwasserverordnung über häufigere Grenzwertüberschreitungen bei coliformen Bakterien geklagt wird. Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung hat 2007 über eine stabile und aktive Bakterienpopulation im Trinkwasser der Harzwasserwerke in Braunschweig berichtet. Professor Dr. med. Martin Exner, Hygiene-Institut der Universität Bonn und Vorsitzender der Trinkwasserkommission von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, hat mehrfach Enterobacter cloacae im aufbereiteten Trinkwasser aus Talsperren gefunden. Das UBA hat bei Berliner Trinkwasseraufbereitungsanlagen nachgewiesen, dass deren Virusfiltration im Mittel 10.000-fach geringer ist als dies die Trinkwasserrichtlinie der Weltgesundheitsorganisation WHO bei Oberflächenwasser seit 2004 fordert. Das Staatliche Veterinäruntersuchungsamt Krefeld hat in fertig aufbereiteten Trinkwässern aus der Region Aachen humane Rotaviren mit einer Positivenrate von 20% gefunden. Der erste Zwischenbericht Reine Ruhr in NRW betont die Belastung des Trinkwassers durch Viren.

    … Die Trinkwasserkommission beschäftigt sich darüber hinaus mit neuen Möglichkeiten, chlorresistente parasitäre Krankheitserreger und Viren unschädlich zu machen beziehungsweise aus dem Trinkwasser zu filtern, um Epidemien vorzubeugen. Dazu gebe es „ermutigende Erfahrungen“, sagte Exner, der auch das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn leitet. … Das Reine-Ruhr-Programm werde „mit Sicherheit auch auf andere Flüsse übertragen“, sagte Exner. Er werde die innovativen Maßnahmen auch in der Trinkwasserkommission des Bundes und bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorstellen, kündigte der Wissenschaftler an. …

    NRW-Trinkwasserminister Uhlenberg (CDU) beim Trinkwasser im Wort: NRW-Trinkwasserminister Uhlenberg (CDU) wollte schon 2007 die Modernisierung aller Wasserwerke im Land durchsetzen. Seine markigen Worte damals: „Wenn die Zusagen trotzdem nicht eingehalten werden, werde ich sie durchsetzen und einem Wasserwerk notfalls auch die Bude dichtmachen.“ Uhlenberg zufolge gibt es bei der Wasserqualität Handlungsbedarf (dpa 03.08.2007).

    Trinkwasser ist oft mit Bakterien, Parasiten und Viren fäkal verunreinigt. Deshalb muss das Trinkwasser mit der Ultrafiltration für rund einen halben Euro je Person und Monat nach dem Stand der Technik gefiltert werden. Für reines Trinkwasser werden die Verbraucher das gerne bezahlen, zumal sie dann nicht mehr teures Mineralwasser kaufen müssen.

    Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann, Beisitzer im Vorstand des Whistleblower Netzwerkes e.V.: Das Liefern von Trinkwasser mit Krankheitserregern ist ein Straftatbestand! Wasserwerke mit der üblichen veralteten Technik können Krankheitserreger nicht umfassend filtern oder abtöten.

    soddemann-aachen@t-online.de
    http://sites.google.com/site/trinkwasservirenalarm/Trinkwasser-Viren

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