Bier trinken vs. Terrorwarnung
28. September 2009 | Von Kudo | Kategorie: Oktoberfest
Bei schönem Wetter in München konnten die Besucher des Oktoberfest das Wiesn Wochenende nicht ganz entspannt genießen.
Schon an den Eingängen zur Theresienwiese war allzu deutlich, dass bei den bayerischen Sicherheitsbehörden eine nervöse Stimmung herrschte. Auslöser hierfür ist ein Video aus Afghanistan, das mit Anschlägen in Europa und insbesondere auch in Deutschland droht. Gleichzeitig legen die Sicherheitskräfte großen Wert darauf, dass sie das Video ernst nehmen und daher die Sicherheitsvorkehrungen erhöhen. Es begann mit einem Überflugverbot der Theresienwiese und setzte sich am Wochenende fort mit strengen Taschen- und Personenkontrollen an den Eingängen zur Wiesn. Außerdem denkt die Polizei über eine Ausweitung des Parkverbotszone rund um das Oktoberfest nach.
Insoweit ist jedoch festzustellen, dass sowohl ein Flugverbot über die Theresienwiese als auch Taschen- und Personenkontrollen an den Eingängen nicht zu den Maßnahmen gehören, die Unsicherheit verbreiten sollten. Vielmehr überraschte mich die Nachricht, dass ein Flugverbot in den letzten Jahren trotz Antrag aus Bayern nicht beschlossen wurde. Hinzu kommen die unsichtbaren Sicherheitsmaßnahmen, die man als normaler Besucher des Oktoberfest nicht zu sehen bekommt, wie die Durchsuchung der Festzelte mit Spürhunden vor Öffnung oder die vielen Sicherheitsbeamten in Zivil. Außerdem gibt es 17 offizielle Kameras auf der Theresienwiese, die das Gelände dauerhaft überwachen. Man ist also geneigt zu sagen, dass die Theresienwiese inzwischen zu den am besten bewachten Orten in Deutschland gehört.
Dass dem nicht immer so war, zeigte sich umso eindringlicher am Jahrestag des Bombenanschlags auf das Oktoberfest am 26.09.1980. An diesem Tag hatte der Rechtsextremist Gundolf Köhler am Haupteingang eine Bombe deponiert, die 13 Menschen das Leben kostete und viele Verletzte forderte. Trotz zahlreicher Aufforderungen von Seiten der Opfer nach einer Wiederaufnahme der Ermittlungen halten die Ermittlungsbehörden an der Theorie des Einzeltäters fest.
Nicht zu übersehen waren dennoch die vielen Leute auf der Theresienwiese am Samstag und am Sonntag und die Schilder an den Festzelten “Wegen Überfüllung geschlossen”, die bereits am frühen Nachmittag für einige Enttäuschungen bei den Besuchern sorgten. Es gab einen regelrechten Ansturm auf die Bierzelte und die Biergärten, so dass man schon am Mittag vor verschlossenen Türen stand.
Während die Besucher der Festzelte für ein kräftiges Plus bei den Münchner Brauereien und den Wiesn Wirten sorgten, gab es bei den Fahrgeschäften deutliche Einbußen zu spüren. Im Vergleich zu 2008 tranken die Besucher 200.000 Maß mehr Oktoberfestbier. Auch der Umsatz bei alkoholfreien Getränken steigerte sich um 15%. Diese Zahlen überraschen doch sehr stark, weil man angesichts des schönen Wetter vermuten könnte, dass sich die Menschen eher im Freien amüsieren wollen.
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