Das Bier zum Oktoberfest
11. Juli 2010 | Von Kudo | Kategorie: Oktoberfest
Weltweit gibt es nur 6 Brauereien, die für das Oktoberfest in München alljährlich ein besonderes Bier brauen und als Oktoberfestbier verkaufen. Augustiner ist die letzte Brauerei, die das Bier auf dem Oktoberfest noch aus traditionellen Hirschen ausschenkt.
Das Oktoberfestbier ist ein speziell für das Oktoberfest gebrautes helles Bier, das nach dem Münchner Reinheitsgebot von 1487 gebraut wird und mit einem Alkoholgehalt von ca. 6% etwas stärker ist als das übliche Helle. Auch der Stammwürzegehalt ist beim Oktoberfestbier etwas höher und beträgt mindestens 13,5%. Das Bier auf dem Oktoberfest gilt als sehr süffiges und malzbetontes Bier, das hervorragend zum Hendl, Schweinsbraten oder Schweinshaxe passt.
Teiweise nennen die Münchner Brauereien das für das Oktoberfest gebraute Bier auch Oktoberfest Märzen. Dies hat historische Gründe, da in der bayerischen Brauordnung von 1539 noch festgelegt war, dass die Brauereien nur zwischen dem Tag des St. Michael (29. September) und dem Tag des St. Georg (23. April) Bier brauen dürfen. Damals gab es noch keine Kühlmaschinen, so dass die in Bayern beliebten untergärigen Biersorten nur bei Temperaturen unter 10 Grad gebraut werden konnten. Hierfür waren jedoch natürliche Kühlmittel wie Eis notwendig. Das während dieser Zeit gebraute Bier wurde in den kühlen Bierkellern der Brauereien gelagert, die im März nochmals mit natürlichem Eis bestückt wurden. Auf dem Oktoberfest wurden die letzten Bestände des eingelagerten Bier ausgeschenkt. Seit Erfindung der Kühlmaschine durch Carl von Linde kann das Oktoberfestbier auch noch nach März gebraut werden. Nichts desto trotz haben einige Brauereien an dem Begriff Oktoberfest Märzen festgehalten, so z.B. die Hacker-Pschorr Brauerei.
Auf dem Oktoberfest in München darf nur Bier ausgeschenkt werden, das in einer der folgenden sechs Münchner Brauereien gebraut wurde:
- Augustiner Bräu,
- Hacker-Pschorr Bräu,
- Löwenbräu,
- Paulaner,
- Spaten Bräu oder
- Hofbräu.
Auch der Begriff Oktoberfestbier ist markenrechtlich geschützt und darf ausschließlich von den angeführten Münchner Brauereien genutzt werden, die sich unter dem Verein Münchner Brauereien e.V. organisiert haben. Der Verein Münchner Brauereien e.V. ist auch Markeninhaber für den Begriff “Oktoberfestbier” und hat die Aufgabe, die Marke „Oktoberfestbier“ gegen eine unerlaubte Verwendung durch Dritte zu schützen. Zuletzt hat das Landgericht München I am 19.02.2008 entschieden, dass die Wortmarke Oktoberfest-Bier im Rahmen der Berichterstattung über das Mainzer Oktoberfest nicht verwendet werden darf. Das Oktoberfestbier wird ausschließlich für das größte Volksfest der Welt gebraut, so dass diese außerordentliche Bekanntheit auf die Marke “Oktoberfest-Bier” ausstrahle und in anderem Zusammenhang nicht verwendet werden darf. Auch vor dem Bundespatentgericht hat der Verein Münchner Brauereien e.V. einen Sieg gegen die Marke „Oktobierfest“ errungen.
Das Bier wird auf dem Oktoberfest aus Bierkrügen getrunken, die idealerweise mit einem Liter gefüllt sein sollten. Da dies in der langen Geschichte des Oktoberfest leider nicht immer der Fall war, gründete sich schon 1899 der Verband zur Bekämpfung betrügerischen Einschenkens e.V. mit Sitz in München. Nachdem der Verband während der NS-Zeit verboten wurde, erfolgte am 9.09.1970 die Wiedergründung als Verein gegen betrügerisches Einschenken e.V. durch den Schauspieler Rudi Scheibengraber. Der erste sichtbare Erfolg des Vereins war die Abschaffung des steinernen Keferloher Bierkrugs, der durch den gläsernen Maßkrug ersetzt wurde. Eine schlecht eingeschenkte Maß war damit deutlich einfacher zu erkennen. Die Notwendigkeit des Vereins gegen betrügerisches Einschenken hatte sich damit aber nicht im geringsten erledigt.
Der Bier-Ausschank erfolgt bei den meisten Festzelten auf dem Oktoberfest aus Stahltanks. Nur die Festzelte der Augustiner Brauerei schenken das Oktoberfestbier noch aus hölzernen 200-Liter Fässern aus. Die Kellnerinnen in den Festzelten verteilen dann die Maß auf die Tische, teilweise mit 10 Maß auf einmal in den Händen. Der Guiness Weltrekord im Bierkrug-Tragen liegt übrigens bei 20 Maß, der von einem Mann aus Australien gehalten wird. Die aktuelle Weltmeisterin im Maßkrugtragen Anita Schwarz aus Bayern arbeitet jedoch hart daran, den Rekord mit 21 Maß zu übertreffen. Die Weltmeisterin sagt zwar selbst, dass sie als Frau ein paar Bonuspunkte verdient hätte im Vergleich zu ihren männlichen Kontrahenten. Doch mit oder ohne Bonuspunkte wird es nur eine Frage der Zeit sein bis Anita Schwarz den Weltrekord mit 21 Maß auch offiziell einstellt.
Die 48-jährige Anita Schwarz aus dem oberbayerischen Eichenau ist am Sonntag bei einem Weltrekordversuch im Maßkrugtragen gescheitert. Im Moselort Bernkastel-Wehlen gelang es ihr in drei Läufen nicht, 21 gefüllte Bierkrüge ohne Verluste über eine Strecke von 40 Metern zu tragen. Mit den insgesamt 49 Kilo schweren Krügen hatte Schwarz ihren Weltrekordtitel von 2001 zurückholen wollen. Damals hatte die Bayerin es mit 17 Maß ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Im vergangenen Jahr aber hatte ein Australier in Sydney ihren Rekord mit 20 Maßkrügen gebrochen.
Nach Angaben von Preisrichter Olaf Kuchenbecker soll Schwarz möglicherweise schon nächsten Donnerstag, dem Guinness-Weltrekordtag, eine neue Chance bekommen. „Dies wird dann wahrscheinlich in ihrem Heimatland Bayern sein“, sagte der Redaktionsleiter der deutschen Ausgabe des Guinness-Buch der Rekorde. Schwarz habe es am Sonntag immerhin geschafft, einmal mit 19 vollen Krügen ins Ziel zu laufen. Beim „Macherner Oktoberfest“ hatte Schwarz immer wieder Bierkrüge verloren; einmal ging kurz vor dem Ziel die gesamte Ladung zu Bruch.
Folgende Biere werden auf dem Oktoberfest angeboten:
- Augustiner Bräu Oktoberfest Bier (6,0 % vol.)
- Hacker-Pschorr Oktoberfest Märzen (5,8 % vol.)
- Hofbräu Oktoberfestbier (6,3 % vol.)
- Löwenbräu Oktoberfestbier (6,1 % vol.)
- Paulaner Oktoberfest Bier (6,0 % vol.)
- Spaten Oktoberfestbier (5,8 % vol.)
Das Oktoberfest-Bier von Augustiner gibt es in der Augustiner Festhalle und bei Fischer-Vroni. Das Oktoberfest Märzen der Hacker-Pschorr Brauerei wird im Hacker Festzelt und im Pschorr Bräurosl ausgeschenkt. Das Hofbräu Oktoberfestbier gibt es nur im Hofbräu Festzelt. Löwenbräu Oktoberfestbier trinkt man im Löwenbräu Festzelt und im Schützenfestzelt. Paulaner Oktoberfest Bier wird im Winzerer Fähndl, im Armbrustschützenzelt und in Käfers Wiesnschänke ausgeschenkt. Spaten Oktoberfestbier gibt es im Schottenhamel Festzelt, im Hippodrom, in der Spatenbräu Festhalle und in der Ochsenbraterei . Parallel zum Oktoberfest wird das Münchner Oktoberfestbier weltweit auch in Flaschen verkauft.
Alljährlich gibt es heiße Diskussionen, welches Oktoberfestbier am besten schmeckt. Eröffnet wird der Diskurs mit der jährlichen Wiesn Bierprobe durch die Wiesnwirte. Im Urteil der Münchner wird das Oktoberfest-Bier von Augustiner Bräu am besten abschneiden. Gemessen am Alkoholgehalt liegt das Hofbräu Oktoberfestbier an der Spitze. Die schönste Flasche Oktoberfestbier präsentiert die Brauerei Hacker-Pschorr.
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