Welches Oktoberfestbier schmeckt am besten?

22. August 2009 | Von | Kategorie: Oktoberfest

Auf dem Oktoberfest werden nur die folgenden großen Münchner Brauereien zugelassen: Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten-Franziskaner.

Bier ist zwar bekanntlich Geschmackssache, aber trotzdem gibt es doch erhebliche Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Münchner Brauereien und deren Oktoberfestbier, das in den Festzelten auf der Wiesn ausgeschenkt wird. Das Oktoberfestbier ist ein speziell für das Oktoberfest gebrautes helles Bier, das nach dem Münchner Reinheitsgebot von 1487 nur aus Wasser, Malz und Hopfen gebraut wird und mit einem Alkoholgehalt von ca. 6% etwas stärker ist als das übliche Helle. Auch der Stammwürzegehalt ist beim Oktoberfestbier etwas höher und beträgt mindestens 13,5%.

Als Quellen für Testberichte habe ich bierverkostung.de, biertest.de und biertest-online.de ausgewählt. Aus dem Offline-Bereich habe ich das Buch 2000 Biere vom deutschen Bierpabst Michael Rudolf zu Rate gezogen.

So wurde das Oktoberfestbier der 6 Münchner Brauereien bewertet:

Bierverkostung.de: Schulnotensystem von 1 bis 6 (1= sehr gut, 6 = sehr schlecht),
biertest-online.de: Punktesystem von 1 bis 15 (1 = sehr schlecht, 15 = sehr gut),
Michael Rudolf: 3 Daumen hoch = sehr gut, 3 Daumen runter = sehr schlecht.

Oktoberfestbiere der Münchner Brauereien

© 2010 Oktoberfestbiere der 6 Münchner Brauereien

Augustiner Oktoberfestbier

Während das Augustiner Edelstoff Exportbier unumstritten zu den besten Bieren gehört, ist das Augustiner Oktoberfestbier zwar sicher das beste Oktoberfestbier, aber als “bester Tropfen” wird es jedenfalls nicht in die Geschichte eingehen. Auf der Wiesn wird das Augustiner Oktoberfestbier noch aus dem Holzfass ausgeschenkt und ist dort daher deutlich frischer und geschmackvoller. Die Bewertung bezieht sich jedoch nur auf das Oktoberfestbier aus der Flasche, das im oberen Drittel der Flasche mit einem großen Schriftzug „Oktoberfest Bier“ gekennzeichnet ist. Auf dem Etikett ist das Augustiner Festzelt mit einem Turm zu sehen, der seit Ende des 2. Weltkriegs erstmalig wieder auf dem Oktoberfest 2010 zu sehen ist. Auffällig beim Augustiner Oktoberfestbier ist das “komische Gefühl in der Birne” am nächsten Tag, wenn man die eine oder andere Maß zuviel davon getrunken hat. Der Alkoholgehalt beträgt 6% und liegt daher im oberen Bereich.

Bei bierverkostung.de erhält das Augustiner Oktoberfestbier eine recht gute Durchschnittsnote von 2,5 mit folgendem Kommentar:

Recht helle Farbe, stark eingebrautes, bitteres Helles, das ganz nett gemachte Vorderetikett zeigt ein Motiv des Oktoberfest von 1926.

Bei biertest-online.de kommt das Augustiner Oktoberfestbier sogar noch eine Spur besser weg und erhält eine durchschnittliche Punktzahl von 11,26 (max 15).

Michael Rudolf kann dagegen nichts Gutes finden an dem Oktoberfestbier von Augustiner und bewertet mit einem Daumen runter und dem Kommentar:

Augustiner Oktoberfestbier ist eine klitzekleine Strafe dafür, dass man sich aufs Septemberfest begibt. Wie Gerhard Strunz rührend ehrlich bestätigt, merkt man das Zuviel zu spät.

Hacker-Pschorr Oktoberfest Märzen

Das Hacker-Pschorr Oktoberfest Märzen kommt wie alle anderen auch in einer 0,5 Liter Flasche und ist ebenfalls ein goldfarbenes, untergäriges Spezialbier, das es nur anlässlich der Wiesn gibt. Der Alkoholgehalt beträgt 5,8%, die Stammwürze 13,7%. Eine Besonderheit des Oktoberfestbier aus dem Hause Hacker-Pschorr ist die Bügelflasche, die das Oktoberfest Märzen außerhalb der Wiesn zu etwas Besonderem macht. Das Etikett auf der Vorderseite enthält das Logo von “Hacker-Pschorr” und den Namen des Produkts “Oktoberfest-Märzen”. In der Mitte prangt ein Abbild mit dem Himmel der Bayern, wobei das Motiv leider nur bei sehr genauem Hinsehen zu erkennen ist. An Zutaten enthält das Hacker-Pschorr Oktoberfest Märzen gemäß bayerischem Reinheitsgebot Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hopfenextrakt(?).

Bei bierverkostung.de erhält das Oktoberfest Märzen eine recht gute 2,5 Benotung.
Bei biertest-online.de schneidet das Hacker-Pschorr mit durchschnittlich 10,07 etwas schlechter ab als das Augustiner Oktoberfestbier.

Hofbräu Oktoberfestbier

Das Hofbräu Oktoberfestbier kommt in einer 0,5 Liter Bierflasche. 
Das vordere Etikett enthält die typischen Elemente der Hofbräu Biersorten wie das HB Logo in runder Form und das eher bräunliche Aussehen. Mittig ist “Hofbräu Oktoberfestbier” zu lesen, darunter das Hofbräu Festzelt mit der Brauereikutsche und den Brauerei-Pferden davor und der Frauenkirche im Hintergrund. Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot mit Wasser, Gerstenmalz und Hopfen enthält das Hofbräu Oktoberfestbier 6,3% Alkohol. Der Anteil der Stammwürze ist leider weder auf der Flasche noch auf der Homepage angegeben, aus meiner Sicht nicht sehr kundenfreundlich, da die Stammwürze doch recht interessant für die Qualität eines Bieres ist.

Bei bierverkostung.de wird der Geschmack des Hofbräu Oktoberfestbier mit 3,25 eher unterdurchschnittlich bewertet und folgendem Kommentar:

Kräftig gelb, malziger Antrunk – nicht allzu vollmundig, leichtes Siruparoma wie es auch bei einigen hellen, bayrischen Böcken auftaucht. Leicht alkoholischer und nicht besonders gelungener Abgang, teilweise unterdurchschnittliches Oktoberfestbier.

Bei biertest-online.de erhält das Oktoberfestbier von Hofbräu durchschnittlich 9,93 Punkte (max 15) und kann auch dort insgesamt nicht überzeugen.

Michael Rudolf empfindet das Hofbräu Oktoberfestbier dagegen recht gelungen und zeigt einen Daumen hoch mit folgendem Kommentar:

Das Hofbräu Oktoberfestbier ist sehr anständig bis exquisit, ein kleines Fest für sich, hier kann bei der Autopsie allemal interpoliert werden.

Löwenbräu Oktoberfestbier

Das Löwenbräu Oktoberfestbier ist eine untergärige Wiesn-Spezialität mit einem feinherb würzigen Geschmack. Es erscheint hell und blank und enthält 6,1% Alkohol und 13,7% Stammwürze. Gebraut wird das Löwenbräu Oktoberfestbier nach Reinheitsgebot mit Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hopfenextrakt(?). Das Oktoberfestbier ist erhältlich in einer schmalen Glasflasche, auf dem drei schöne blaue Etiketten kleben. Das obere auf der Vorderseite enthält das Logo der Löwenbräu Brauerei. Auf dem unteren Etikett ist der Löwe vom Löwenbräu Festzelt abgebildet, eingerahmt von 2 bayerischen Flaggen. Das hintere Etikett enthält die Angaben zur Brauerei und den Zutaten.

Bei bierverkostung.de erhält das Löwenbräu Oktoberfestbier nur eine durchschnittliche Note von 2,75.
Auch bei biertest-online.de kann das Löwenbräu Oktoberfestbier im Durchschnitt mit 9,61 Punkten nicht echt überzeugen.
Michael Rudolf sagt zum Löwenbräu Oktoberfestbier nur:

Ganz schlimm.

Fazit: Gelungenes Etikett, aber Verbesserungsbedarf beim Geschmack.

Paulaner Oktoberfestbier

Das Paulaner Oktoberfestbier wird ebenfalls nur anlässlich der Wiesn in der 0,5 Liter Flasche angeboten. Das Etikett der Flasche ist recht übersichtlich gehalten und zeigt das typische Paulaner Motiv und den Schriftzug in blau. Darunter in geschwungener Form “Oktoberfest Bier”. Gebraucht nach dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516 mit den Zutaten Wasser, Gerstenmalz, Hofen und Hopfenextrakt(?). Das Paulaner Oktoberfestbier enthält 6,0% Alkohol. Der Stammwürzegehalt ist auf der Flasche nicht angegeben. Auf der Homepage werden 13,7% Stammwürze angegeben, es ist jedoch einiges Suchen erforderlich.

Bei bierverkostung.de erhält das Paulaner Oktoberfestbier eine recht gute Note von 2,25, also hier die Bestnote.
Bei biertest.de werden 5 Punkte vergeben, von maximal 10. Kommentar:

Die 6 % sind kaum zu merken. Das ist etwas gefährlich, aber Lust, davon mehr zu trinken hat man wohl nur auf dem Oktoberfest selbst – mangels Alternativen. Und, weil man seinen mühevoll ergatterten Sitzplatz im Bierzelt nicht so schnell wieder preisgeben will. Geschmacklich sehr durchschnittlich, durchaus aber mit längerem Schwänzchen.

Biertest-online.de bewertet das Paulaner Oktoberfestbier mit 10,71 Punkte im oberen Bereich.
Michael Rudolf hält beim Paulaner Oktoberfestbier 3 Daumen runter mit folgendem Kommentar:

Das 6 %-ige Paulaner Oktoberfestbier richtet auf dem nach ihm benannten Trinkmarathon eh nur Schaden an. Kein Wunder bei 13,7% Stammwürze. Mühsam fräsen die Zähne Schneisen durchs Schaumdickicht.

Spaten-Franziskaner

Nach Angaben der Spaten Brauerei wird das Spaten Oktoberfestbier schon im Frühjahr für das Oktoberfest gebraut. Es ist erhältlich in der typischen 0,5 Liter Flasche und wird nach Reinheitsgebot mit Wasser, Gerstenmalz und Hopfen hergestellt. Das Spaten Oktoberfestbier enthält 5,9% Alkohol und 13,7% Stammwürze. Das Etikett der Flasche zeigt das typische Spaten Motiv und eine Brauereikutsche.

Bei biertest.de erhält das Spaten Oktoberfestbier nur 4 von maximal 10 Punkten und folgenden Kommentar:

Süß, mild, leicht seifig (Veilchen?); schwer und wohl kein Grund, zum Münchener Oktoberfest zu fahren.

Biertest-online.de vergibt an das Spaten Oktoberfestbier durchschnittlich 10,11 Punkte.

Michael Rudolf vergibt an das Oktoberfestbier von Spaten 3 Daumen nach unten und zitiert E. Stoiber:

Das Spaten Oktoberfestbier verifiziert “die Maß als das Maß aller Undinge”.

Ich habe leider noch nicht alle Marken des Oktoberfestbier finden können. Es fehlen mir noch das Augustiner Oktoberfestbier und das Spaten Oktoberfestbier. Wenn ich alle Oktoberfestbiere probiert habe, werde ich euch mein Testergebnis präsentieren. Bis dahin könnt ihr natürlich fleißig eure Kommentare schreiben, was euch am besten schmeckt.



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Tags: Augustiner, Bayern, Bier, Brauerei, Franziskaner, Gerste, Hofbräu, Hopfen, Löwe, Löwenbräu, Malz, Märzen, Maß, München, Münchner, Oktoberfest, Oktoberfestbier, Paulaner, Pschorr, Reinheitsgebot, Spaten, Spezialität, Stammwürze, Trinken, Wasser, Wiesn

8 Kommentare auf "Welches Oktoberfestbier schmeckt am besten?"

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  2. [...] hinaus wird das Oktoberfestbier aus der Spaten Brauerei auch in den kleineren Festzelten Glöckle Wirt, Zum Schichtl und [...]

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