Olympia 2018 in Bayern? Kein Interesse
17. Juli 2010 | Von admin | Kategorie: Olympia 2018
NOlympia 2018 in München und Garmisch-Partenkirchen auf dem Vormarsch. Die Bewerbungsgesellschaft München 2018 und Willy Bogner brauchen mehr Geld.
Olympische Spiele in Deutschland waren in der Geschichte bislang nicht von Glück und Frieden gesegnet. Die VI. Olympischen Sommerspiele 1916 in Berlin mussten wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs abgesagt werden. Nach Kriegsende wurde Deutschland als offizieller Kriegsverursacher bis 1925 aus der olympischen Gemeinschaft ausgeschlossen. Ebenso standen die XI. Olympischen Spiele 1936 in Berlin unter keinem guten Stern. Nachdem Adolf Hitler und die NSDAP 1933 in Deutschland die Regierung übernahmen und die Diskriminierung der Juden in Deutschland bereits nicht mehr zu verleugnen war, spielte die USA bereits mit dem Gedanken, die Olympischen Spiele in Berlin zu boykottieren. Die Einhaltung der „olympischen Charta“ schien in Deutschland nicht gewährleistet. Im Nachhin hatten die Kritiker Recht, konnten sich aber gegen die Befürworter für die Olympischen Spiele in Berlin letztendlich nicht durchsetzen. Die Olympischen Sommerspiele 1936 wurden im August 1936 in Berlin ausgetragen, wobei die meisten Wettkämpfe auf dem Olympiagelände in Berlin stattfanden, mit dem Olympiastadion als zentrale Arena. Berlin stellte damals sogar einen neuen Teilnehmerrekord auf. In den Jahren 2000 bis 2004 wurde das Olympiastadion Berlin für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 grundlegend umgebaut und modernisiert. Die Einweihung des neuen Olympiastadions erfolgte am 31. Juli und 1. August 2004 mit einem Megakonzert, bei dem unter anderen auch Nena und Pink auftraten. Unvergessen ist auch das Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien während der WM 2006, bei dem der legendäre Spickzettel für Jens Lehmann ins Spiel kam. So gesehen muss Berlin noch heute dem IOC dafür dankbar sein, dass die Olympischen Spiele 1936 hier stattfanden. Ansonsten wären die Kleinanzeigen Berlin um eine Kategorie ärmer, weil es dann keine Karten für Megakonzerte oder Endspiele im Olympiastadion Berlin geben würde.
Auch die Olympischen Sommerspiele 1972 in München wurden durch die Geiselnahme und Ermordung israelischer Athleten überschattet. So blieben die Olympischen Spiele 1972 in München immer verbunden mit dem schrecklichen Attentat auf Sportler aus Israel, auch dank des Films “München”.
Zuletzt war es die Stadt Leipzig, die sich erfolglos als Gastgeber für Olympische Spiele beworben hatte. Die Stadt Leipzig erhielt nicht einmal den Status als “Canditate City”. Thomas Bach kommentierte die damalige Entscheidung des IOC wie folgt:
“Man braucht einen langen Atem, um Olympische Spiele zu bekommen. Für Leipzig sind sie gegenwärtig eine halbe Nummer zu groß.”
Nun sollten also die deutschen Hoffnungen für die Olympia 2018 auf München und den Partnerstädten Garmisch-Partenkirchen, Berchtesgaden und Oberammergau ruhen. Deutsche Hoffnungen? Hat es eigentlich jemand außerhalb von Bayern schon registriert, dass sich München für Olympia 2018 beworben hat? Oberammergau? Nicht mehr dabei. Garmisch-Partenkirchen? Nicht wirklich begeistert von Olympia. München? Kein Geld.
Oberammergau hat sich per Bürgerbegehren aus Umweltgesichtspunkten bereits als möglicher Austragungsort für Olympische Spiele verabschiedet. In Garmisch-Partenkirchen formieren sich aktuell die Anhänger von NOlympia 2018. Und in München wird heftig über das Budget der Bewerbungsgesellschaft München 2018 verhandelt. Bei allem Wohlwollen für die Münchner Bewerbung fehlt mir der rote Faden, die klare Linie und die Überzeugung aller, dass Olympische Spiele in Bayern absolut erwünschenswert sind.
Willy Bogner sollte der Bewerbung nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Besetzung der Geschäftsführung der Bewerbungsgesellschaft München 2018 neuen Schwung verleihen. Schwung haben jedoch scheinbar nur die Gegner von Olympia 2018 erhalten. Zuletzt ging es auch ums Geld, das vorne und hinten fehlt. Irgendwer hat irgendwann den Grundsatz aufgestellt, dass die Bewerbung nur aus privaten Mitteln finanziert werden muss, weil öffentliche Gelder nicht vorhanden sind. Nach dem Motto, Bayern muss sparen.
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