Bayern SPD im Nirwana nach Bundestagswahl
9. Oktober 2009 | Von Kudo | Kategorie: Politik
Die SPD ist bei der Bundestagswahl 2009 in Bayern ins Nirwana gestürzt und in einigen Wahlkreisen sogar schwächer als die Grünen oder die FDP.
Bei den Ergebnissen der SPD in Bayern stellt sich die Frage, ob sie sich hier überhaupt noch Volkspartei nennen darf. Kein einziges Direktmandat für die SPD in Bayern und über die Landesliste haben es die ersten 16 Listenplätze in den Bundestag geschafft. Vor allem für Axel Berg war dieses Ergebnis besonders dramatisch, da sein Direktmandat nur knapp gegen seinen Kontrahenten Singhammer aus der CSU verloren hat und auf der Landesliste auf Platz 17 stand.
Das Drama der SPD in Bayern zeichnete sich schon mit der Auswahl des Kompetenzteam für den Kanzlerkandidaten Steinmeier ab, in dem sich nicht ein einziger Vertreter oder eine Vertreterin aus Bayern befand. Entweder hatte man Bayern schon im Vorfeld als verlorenes Terrain preisgegeben oder sich insgeheim schon auf eine Fortsetzung der Großen Koalition eingestellt. Beides ist einer Volkspartei unwürdig, die einen Regierungsanspruch über ganz Deutschland erhebt. Was ist nur aus dieser Partei geworden, die einst meine Heimat war? Nicht nur eingeholt von der FDP und den Grünen, sondern auch ohne inhaltliche Substanz, zerrieben zwischen den Fronten zwischen CDU/CSU und den Linken.
Während die SPD in München noch ihre Position als zweitstärkste Partei behaupten konnte, war der Absturz auf dem Land umso drastischer, wo die SPD teilweise hinter die FDP rutschte. In Erding und Ebersberg sowie in München-Land liegt die SPD hinter der FDP. Der Landesvorsitzende der SPD Florian Pronold kam in seinem Wahlkreis Rottal-Inn gerade mal auf 17,5 %. Nicht viel besser sieht es für die SPD in Nürnberg aus, einst rote Hochburg, wo nur 23,6 % der Wähler bei der SPD ihr Kreuz machten.
Und ich muss leider feststellen, dass man nach dieser Bundestagswahl das Gefühl hat, als ob Deutschland langsam wieder aus dieser Schockstarre erwacht, in der sich das Land seit Jahren befand. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die SPD irgendwann wieder findet und wenigstens als Opposition eine konstruktive Politik zustande bringt. Viele Fehler darf sich die SPD nun nicht mehr erlauben, wenn sie nicht auch noch den letzten Rest ihrer Wähler verärgern will. Der Linksruck der SPD wird jedoch in Bayern sicher nicht zum erhofften Erfolg führen.
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