CSU bekämpft sich selbst

7. Oktober 2008 | Von | Kategorie: Politik

Das ehemalige CSU- Führungstrio Beckstein, Huber, Haderthauer ist schon “fast” Geschichte, da geht die Stecherei bei der CSU schon munter weiter.

Das ging ja nach der Landtags- Wahl schneller als erwartet, dass alle drei Führungsspitzen der CSU Beckstein, Huber und Haderthauer gehen müssen. Es wahr ja auch abzusehen, dass es so kommt. Unmittelbar nach der Wahl am 29.09.2008 war hier auf diesem Blog zu lesen:

“Meine Prognose für die nächsten Tage: Haderthauer, Huber und Beckstein werden nicht mehr lange im Amt sein.”

Wird nun alles besser? Daran darf leider gezweifelt werden. Wir erinnern uns:

Horst Seehofer, dessen außereheliche Affäre in 2007 mehrere Wochen die Schlagzeilen beherrschte, war schon konfrontiert mit Rücktrittsforderungen aller Art aus der eigenen Partei. Auch die Kandidatur für den Parteivorsitz musste Seehofer damals zurückziehen. Dennoch veröffentliche die Netzeitung schon in 2007 die “sehr weitsichtigen” Gedanken des Göttinger Politikwissenschaftlers Peter Lösche,

“dass Bundesverbraucherschutz- Minister Horst Seehofer langfristig Nachfolger Edmund Stoibers im Amt des bayrischen Ministerpräsidenten wird. Die von vielen erwartete Ämterteilung, bei der Seehofer den Parteivorsitz übernehmen könnte und der bisherige bayerische Innenminister Günther Beckstein Chef der Landesregierung werde, sei lediglich «ein Modell des Übergangs». Die Übernahme des Stoiber-Amtes durch Beckstein werde kurzfristig sein. Seehofer könnte nach zwei Jahren Beckstein die Ministerpräsidentschaft übernehmen und auch Parteivorsitzender bleiben. Seehofers Ansehen wird durch seine außereheliche Beziehung nicht beschädigt. Gerade bei Bayerns “Spießer” komme solches Gebaren gut an. Diese Fremdgehen-Eskapaden sind ein Ausdruck von Männlichkeit und würden dort bewundert.”

Der Stern schreibt jetzt wiederrum von einer Intrige des Horst Seehofer gegen das Führungsduo Beckstein/Huber unter der Federführung des ehemaligen Ministerpräsidenten Stoiber:

“Nach seinem Sturz habe Edmund Stoiber der “blanke Hass” auf seine Nachfolger getrieben, sagt ein intimer Kenner der CSU. Aber alleine hätte er Beckstein und Huber nicht stürzen können. Es ging nur, weil der neue designierte Vorsitzende Horst Seehofer die Intrige meisterhaft mitspielte.”

Offensichtlich hat es die CSU immer noch nicht begriffen, dass die Menschen eine disziplinierte Arbeit und den vollen Einsatz zur Bewältigung der wahrlich schwierigen vor uns stehenden Aufgaben erwarten. In einer Zeit, in der die bayerische Hypo Real Estate Mittelpunkt einer globalen Finanzkrise ist, ist die CSU mehr beschäftigt mit sich selbst und ihren gegenseitigen Intrigen. Das ganze Schauspiel mutet daher mehr als befremdlich an.

Bei der Politik ist es inzwischen so wie im Internet: Es zählen nur noch die Inhalte.



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Tags: Bayern, CSU, Edmund Stoiber, Günter Beckstein, Horst Seehofer, Huber, Ministerpräsident, Peter Lösche, Wahl

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