Volksbegehren in Oberammergau gegen Olympia 2018
25. Juni 2010 | Von Kudo | Kategorie: Olympia 2018, Politik
München ist offiziell Candidate City für die Olympischen Spiele 2018, aber in Oberammergau regt sich heftiger Widerstand gegen die Beteiligung der Gemeinde an der Bewerbung für Olympia 2018.
In Garmisch-Partenkirchen sind die Gegner der bayerischen Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 noch nicht besänftigt, da regt sich auch in Oberammergau heftiger Widerstand gegen Olympia 2018 im eigenen Land. An der Spitze der Bewegung “Oberammergau gegen Olympia 2018″ steht u.a. Korbinian Freier von den Grünen, der zusammen mit seinen Gleichgesinnten bis 2. Juli gerade mal 400 Unterschriften sammeln muss. Oberammergau ist für die Bayerische Bewerbung um Olympia 2018 deshalb so wichtig, weil nach dem Cluster-Konzept hier die Biathlon- und Langlaufwettbewerbe stattfinden sollen. Sollte das Bürgerbegehren erfolgreich sein, steht die Bewerbung von München zusammen mit Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee auf wackligen Beinen, da die Planung der Sportstätten geändert werden müsste und dies beim IOC sicher nicht positiv aufgenommen wird. Die Gegner stört insbesondere, dass der Eingriff in die Natur in ihren Augen in keinem Verhältnis zum Nutzen der Olympischen Spiele für die Region steht.
“Die Schneesicherheit für Langlauf und Biathlon könne in Oberammergau nur unter hohem technischem Aufwand und unter hohem Verbrauch von Wasser und Energie garantieren werden, was in Zeiten von Klimawandel und knappen Rohstoffen nicht akzeptabel sei.”
Außerdem verweisen die Gegner auf bereits bestehende Anlagen in Ruhpolding, die für die anstehende Biathlon-WM 2012 aus Steuermitteln in Höhe von 16 Millionen erneuert wurden.
Deshalb sei es für die Gegner nicht nachvollziehbar,
dass im hoch verschuldeten Oberammergau ebenfalls neue Anlagen und Gebäude für die Olympischen Spiele gebaut werden.
Bei all diesen Diskussionen bleibt jedoch ungeachtet, dass ein großer Teil der Kosten für die Sportstätten nicht aus finanziellen Mitteln der beteiligten Gemeinden erbracht werden müssen, sondern vom Bund, vom Freistaat Bayern, von Sponsoren und aus anderen Töpfen. Der positive Effekt der Investitionen in die beteiligten Regionen Garmisch-Partnerkirchen, Berchtesgaden und Oberammergau kommt jedoch unmittelbar den Gemeinde zugute. So könnte auch Oberammergau neben den berühmten Passionspielen weitere Attraktionen im Wettbewerb um Touristen aus aller Welt gegenüber Österreich und Tirol sehr gut gebrauchen.
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Und was für Attraktionen sollten dies sein, mit denen die Passionsstadt Oberammergau nach 2019 werben könnte? Ruinierte Böden und eine jahrelange Baustelle sowie das Menetekel einer womöglich wirklich (klimatechnisch) “grünen” Olympiade? Das ist genauso wahrscheinlich, wie dass Garmisch neue Touristen anzieht, weil familienuntaugliche Abfahrtspisten + eine weitere Skisprungschanze ausgebaut werden und die restlichen Grünflächen im Ort auch noch in Mitleidenschaft gezogen werden. Nur 10% der Wintertouristen fahren überhaupt Ski. Es gibt eine Korrelation zwischen sinnlosen Investitionen in Winterspitzensport sowie ausufernder Verschuldung und sinkenden Touristenzahlen (siehe Oberstdorf WM 2005).