Neue Fernbuslinien in Bayern

6. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Reisen

Die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU/CSU und der FDP sieht vor, dass das Personenbeförderungsgesetz liberalisiert wird und zukünftig mehr Fernbuslinien in Deutschland zugelassen werden.

Wenn es nach der FDP geht, soll Deutschland ein Fernbus-Netz erhalten, das der Deutschen Bahn und hier vor allem dem IC und dem ICE mächtig Konkurrenz machen wird. Der Verband der deutschen Busunternehmer freut sich bereits auf ein dickes Geschäft mit Busreisen und verspricht, dass die Preise für eine Strecke im Fernverkehr um etwa 40% günstiger werden als bei der Deutschen Bahn.

Bislang ist die rechtliche Situation nach dem deutschen Personenbeförderungsgesetz (PBefG) so, dass neue Buslinien nur dann genehmigt werden, wenn sie zu einer wesentlichen Verbesserung des Verkehrsangebots führen. Hierfür ist Voraussetzung, dass die neue Buslinie

  • eine Strecke bedient, auf der derzeit kein anderes Verkehrsmittel verkehrt oder
  • eine wesentlich kürzere Fahrzeit als bestehende Verkehrsmittel aufweist oder
  • zu Zeiten verkehrt, zu denen mit anderen Verkehrsmitteln keine Verbindung besteht.
  • wesentlich preiswerter als andere Verkehrsmittel auf derselben Strecke ist.

Diese Bedingungen konnten bislang nur in ganz wenigen Fällen erfüllt werden, weil die meisten Fernverbindungen bereits durch die Deutsche Bahn angeboten werden. Im Ergebnis wurde das Monopol der Deutschen Bahn über viele Jahrzehnte künstlich erhalten, obwohl den Menschen dadurch etliche kostengünstigere Fernbuslinien vorenthalten werden. Nur Buslinien mit Anschluss ins Ausland hatten eine realistische Chance einer Genehmigung.

Wer jeden Tag mit der Bahn fahren muss, kann sicher ein Lied davon singen. Unpünktlich, überfüllt und zu teuer. Zahlreiche Busunternehmer warten nur darauf, dass die zentrale Bestimmung in § 13 des Personenbeförderungsgesetz geändert wird. Darunter sich auch einige bayerische Busunternehmer, die insbesondere die bayerischen Zentren durch Buslinien miteinander verbinden wollen. Vor allem das Allgäu würde von einer Liberalisierung der Personenbeförderung weiter profitieren. Günstige Verbindungen könnten auch zwischen München und den Städten Nürnberg, Regensburg und Passau entstehen. Wer sich die Liste der innerdeutschen Verbindungen in Bayern anschaut, stellt den großen Nachholbedarf schnell fest.

München hat sich mit dem neuen Zentralen Busbahnhof an der Hackerbrücke ja schon bestens vorbereitet auf die neuen Busse, die hoffentlich bald durch Bayern rollen und der Bahn ordentlich Konkurrenz machen, damit sich preislich auch bei der Deutschen Bahn etwas bewegt.



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Tags: Allgäu, bayerisch, Bayern, Busreise, FDP, Hackerbrücke, München, Nürnberg, Passau, Regensburg, Reisen, Verkehr

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