Bayern diskutiert über den FC Bayern

Nov 9th, 2009 | By admin | Category: Sport

Philipp Lahm heizte die Stimmung beim FC Bayern in München mit seinem umstrittenen Interview in der SZ nochmals richtig an und brachte damit auch nochmals mächtig Druck in den Kessel.

Nach dem verlorenen Spiel gegen Bordeaux und vor dem als Schicksalsspiel bezeichneten Match gegen Schalke 04 setzte sich Philipp Lahm mit Vertretern der Süddeutschen Zeitung zu einem Gespräch über die Einkaufspolitik des FC Bayern, den Trainer van Gaal und das derzeitige Mittelfeld beim FC Bayern zusammen. Der Inhalt wurde sogleich als Exklusivinterview veröffentlicht und sorgte sofort für helle Aufregung nicht nur bei den Managern des FC Bayern, sondern sicherlich auch bei den eigenen Mannschaftskollegen.

Vorneweg. Lieber Philipp, so geht das nicht garnicht. Wer in einer Mannschaft spielt, schwärzt seine eigenen Mannschaftskameraden nicht so in der Öffentlichkeit an. Bei uns früher hätte so einer “eine auf`s Maul bekommen”, wenn er sich auf Kosten anderer in den Mittelpunkt stellen will. Ganz ehrlich, mit so einem Nestbeschmutzer wollte ich nicht mehr in der Mannschaft spielen. Wer etwas zu sagen hat, tut das innerhalb der Mannschaft und dort von mir aus auch sehr laut. Wenn es ganz ernst ist und nicht mehr zurück zu halten ist, geht man damit auch zum Trainer oder zum Manager. Das war`s.

Für die Medien und all die Fachleute ist dieses Interview natürlich ein gefundenes Fressen. Ja doch, Philipp hatte mit seiner Kritik mehr als Recht. Beim FC Bayern passt derzeit überhaupt nichts zusammen. Der Fan steht ratlos am Spielfeldrand und fragt sich, was mit denen plötzlich los ist. Da wird der Ball hin und hergeschoben, dass einem schon langweilig wird. Respektlos gegenüber den Fans, die Geld für die Tickets ausgeben. Und dann noch zu behaupten, dass man dominant spielt, weil man mehr Ballbesitz hat. Haben wir jetzt wirklich so etwas nötig? Da ist keine Spielfreude zu sehen, kein Mut, keine Kreativität, kein Zusammenhalt und vor allen Dingen keine Tore. Da gebe ich mein Geld lieber für andere Veranstaltungen aus, z.B. für ein Konzert von U2 oder Pink oder einen netten Abend im Kino.

A propos Tore. Sehr geehrter Herr Gaal, so wie Sie ein Spieler nicht nach dessen vergangenen Leistungen beurteilen, muss das auch für den Trainer gelten. Es kann mir keiner erzählen, dass ein Mario Gomez - letztes Jahr Goalgetter beim VFB Stuttgart - plötzlich keine Tore mehr schießen kann, nur weil er beim FC Bayern spielt. Wenn ich für einen Spieler 30 Millionen Euro auf den Tisch lege, dann kann der Fußball spielen. Anderenfalls muss man sich wie Philipp Lahm zurecht fragen, warum man ihn eingekauft hat. Einen Lucio gehen zu lassen und stattdessen solche “Flaschen leer” wie Braafheid oder Pranjic zu holen, ist ebenfalls wahrlich kein Beweis für große Fußballkenntnis. Anstelle von Zé Roberto einen Bommel im Mittelfeld spielen zu lassen, ebenfalls. Darf ich erinnern, mit welchen Eigenschaften Sie die Mannschaft ausstatten wollten: selbstbewusst, arrogant, dominant, ehrlich, arbeitsam, innovativ, aber auch warm und familiär. Irgendetwas haben die Spieler da falsch verstanden. Stattdessen ist der FC Bayern ängstlich, mutlos und unglaublich erfolglos. Das mit dem “familiär” hat sich wohl seit dem Interview von Philipp Lahm und der Flucht von Luca Toni aus dem Stadion nun auch erledigt. Ganz ehrlich, hätten Sie nicht diese beiden eindrucksvollen Jungstars Müller und Badstuber aus der Versenkung geholt, wäre mein Urteil eindeutig.

Ich halte zwar nicht viel von den Vergleichen mit Klinsmann, weil auch bei ihm nicht alles rund lief. Trotzdem war er immerhin erfolgreicher, vor allem in der CL. Vielleicht sollten wir es doch mal mit Lothar probieren, weil schlimmer kann es ja kaum noch kommen. Platz 8 in der Bundesliga, das ist wohl inakzeptabel mit den Spielern, die man im Kader hat.

Wie wär`s hiermit?


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