Interview mit Willy Bogner

Jan 31st, 2010 | By Kudo | Category: Sport

Am Wochenende hat die tz ein Interview mit dem Motivator Willy Bogner über das Projekt Olympia 2018 in Bayern veröffentlicht.

Willy Bogner hat schon selbst an den Olympischen Spielen teilgenommen, war Drehbuchautor, Regisseur und Produzent im Filmgeschäft, zuletzt Modedesginer und ist nun oberster Motivator und Chef der Bewerbungsgesellschaft für das Projekt “Olympia 2018 in Bayern”. Die tz sprach mit Willy Bogner über seine Mission und seine Visionen rund um das Projekt “Olympische Winterspiele 2018 in München, Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgadener Land”. Vorneweg, visionär hört sich für mich anders an, aber vielleicht kamen seine Visionen auch nur in der tz nicht so rüber.

Obwohl es sich bei Olympischen Spielen im eigenen Land wahrhaftig um eine einmalige und einzigartige Veranstaltung handelt, sind in Bayern eher die Kritiker zu hören, allen voran diejenigen aus Garmisch-Partenkirchen. Gerade hier haben die Menschen Angst um ihre Umwelt und bislang ist es weder der Politik noch den Verantwortlichen der Bewerbungsgesellschaft gelungen, erfolgreiche Überzeugungsarbeit zu leisten. Dabei ist man mit dem Anspruch gestartet, möglichst viele Menschen mit ihren Ideen und Gedanken in das Gesamtkonzept der Bewerbung zu integrieren, was mit der Auswahl des Logo für die Bewerbungsgesellschaft auch schon ganz gut gelungen war.

Am 06. Juli 2011 trifft das IOC die Entscheidung, wer von den drei Bewerbern München, Annecy und Pyeongchang die Olympischen Winterspiele 2018 ausrichten darf. Auf die Entscheidung des IOC will Bogner so Einfluss nehmen:

“Über die erlaubten Wege. Nehmen Sie zum Beispiel jetzt die Winterspiele von Vancouver. Dort werden wir uns im Deutschen Haus präsentieren, dann gibt es natürlich auch andere Konferenzen und Sportverstaltungen, wo man mit den Entscheidern zusammen kommt.”

Wie langweilig.

“Die Gespräche mit den Entscheidern beim IOC - die eigentlich garnicht stattfinden dürfen - sollen nicht zu bescheiden und nicht zu aggressiv ablaufen. Das ist auch der Kern des Bewerbungsbuch, das in Englisch und Französisch sein wird.”

Aha. Viele Gespräche mit dem IOC sind nach Ansicht von Willy Bogner auch garnicht notwendig.

“Viele IOC Mitglieder kennen München schon, das ist ja keine unbekannte Stadt, viele waren schon einmal da, sei es auf der Wiesn oder sonstwo.”

Dann kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen. Wer das Oktoberfest ausrichten kann, muss auch für Olympische Spiele geeignet sein.

“Und mit Thomas Bach haben wir ja einen wichtigen Mitstreiter, der uns wertvolle Tipps gibt.”

Zum Beispiel, wie man mit Kritikern in Bayern umgeht, von denen es nach Thomas Bach (Chef des Deutschen Olympischen Sportbund) immer 3 Gruppen gibt.

“In der einen sind Leute, die Großereignisse per se ablehnen. Die Gruppe ist schwer zu erreichen. Dann gibt es eine 2. Gruppe, die die Bewerbung mit konstruktiver Kritik begleitet. Dann gibt es eine 3. Gruppe, die danach fragt, was für sie drin ist. Auch mit denen muss man reden.“

Und ist ja auch noch Franz Beckenbauer auf unserer Seite, der immerhin schon die Fußball-WM 2006 nach Deutschland geholt hat.

“Ich hoffe, dass er uns auch berät und uns mit seiner Erfahrung weiterhilft. Er wäre ein ganz wichtiger Mann für uns. Und Angela Merkel wäre auch ganz entscheidend. Ich werde sie fragen, ob sie für München Skifahren kann.”

Leider muss ich zum Ende dieses Interviews feststellen, dass ich es lieber nicht gelesen hätte. Was soll ich bitte schön mit Sätzen wie “Ich kann Bairisch - und ich kenne mich mit Bauern aus” anfangen? Von Visionen keine Spur und nur der Verweis auf Leistungen in der Vergangenheit werden nicht ausreichen, um gegen die Mitbewerber aus Frankreich oder Südkorea zu bestehen.

Da ist die Ankündigung von adidas wie Balsam für eine Sportlerseele, dass ein paar Millionen zur Unterstützung des Projekts 2018 in Bayern bereit gestellt werden.

Wie wär`s hiermit?


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