Escada steht vor dem Aus

13. August 2009 | Von | Kategorie: Unternehmen

Escada steht vor dem Aus. Die Wirtschafts- und Finanzkrise zieht weiter ihre Kreise und erwischt nun das nächste namhafte Münchner Unternehmen.

Der Vorstand der Escada AG tritt wohl heute oder morgen den Gang zum Amtsgericht München an, um dort Insolvenzantrag für das Unternehmen zu stellen. Escada war eines der wenigen deutschen Modeunternehmen, die es international zu Ruhm und Ehre gebracht haben. In den erfolgreichen 1980er Jahren war Escada die erfolgreichste Marke in der Damenmode und bekleidete unzählige Stars und Sternchen aus Hollywood und der ganzen Welt. Überall in den Metropolen dieser Welt hatte Escada Shops aufgebaut, natürlich meist in exklusiver Lage. Allein in Hong Kong ist Escada mit vier Shops vertreten, in Shanghai, Singapore und Tokyo jeweils mit einem Shop. In Europa ist Escada an allen High Society Standorten vertreten, beispielsweise in Frankreich mit Shops in St. Tropez, Nizza, Cannes, Monaco und Paris. Ebenso in der Schweiz natürlich in St. Moritz und Zürich. In München befindet sich der Shop von Escada an der edlen Theatinerstrasse, gleich neben dem Laden von Pelze Rieger, die ihren Palast am Isartor auch nicht mehr halten konnten (oder wollten).

Escada wurde 1976 von Margaretha und Wolfgang Ley in München gegründet. Im Sortiment des Unternehmen befinden sich neben der hochwertigen Damenmode auch Accessoires und in Lizenz auch Düfte, Brillen und Kindermode. Als ehemaliges schwedisches Topmodel war Margaretha Ley vor allem für den kreativen Bereich bei Escada zuständig, was bis zu ihrem Tod 1992 auch ziemlich gut lief.

Beflügelt durch den Erfolg der Modemarke in 1980er Jahren wagte sich Escada 1986 an die Börse und wurde nur wenige Jahre später Spielball der Investoren und Opfer merkwürdiger Geschäfte. Es folgten zahlreiche Wechsel der Designer und der Vorstände und irgendwann war eine klare Linie und ein Gesicht bei Escada nicht mehr erkennbar. In der Modeszene ist jedoch wichtig, dass sich die Kunden und vor allem Kundinnen aus aller Welt mit einer Marke und einem Gesicht identifizieren können. Das hat bei Escada zuletzt gefehlt und sicherlich zum Niedergang des Unternehmen beigetragen.

Da war die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise nur noch der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Escada war schon davor angeschlagen. Schade eigentlich, weil Escada wirklich tolle Damenmode gemacht hat.



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Tags: Amtsgericht, Escada, Europa, Finanzkrise, Ley, Metropole, München, Theatinerstrasse, Tod, Unternehmen

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