Zugspitzlauf 2009 entschärft
19. Juli 2009 | Von Watzmann | Kategorie: Veranstaltungen
Der Zugspitzlauf 2008 endete in einer Tragödie für Teilnehmer und Veranstalter. Heuer gab es eine entschärfte Version des Zugspitzlauf.
Am 13. Juli 2008 erlebten viele Teilnehmer und auch der Veranstalter des Zugspitzlauf ein Fiasko, das für 2 Läufer leider auch tödlich endete. Bergläufer in kurzen Hosen und am Ende ihrer Kräfte stolpern durch einen eisigen Schneesturm den Berg hinauf in Richtung Zugspitze. Rettungskräfte mussten die völlig unterkühlten und erschöpften Bergläufer ins Ziel führen. Für 2 Läufer kam die rettende Hilfe zu spät. Juristisch muss dieser Tag mit seinen Folgen noch aufgearbeitet werden. Der Veranstalter des Zugspitzlauf Peter Krinninger hat in der vergangenen Woche einen Strafbefehl über 13.500 Euro wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in neun Fällen erhalten, gegen den er jedoch Einspruch eingelegt hat.
Der Zugspitzlauf ist ein Berglauf, der seit dem Jahr 2000 veranstaltet wird. Mit 2100 Höhenmeter auf einer Strecke von 16,1 Kilometer ist der Zugspitzlauf ein sehr anspruchsvoller Berglauf in den Bayerischen Alpen. Veranstalter ist die getgoing GmbH. Seit 2005 liegt der Start in Ehrwald und das Ziel an die Gipfelstation der Tiroler Zugspitzbahn. Die Laufstrecke verläuft zunächst auf einer Fahrstraße zur Ehrwalder Alm und zur Hochfeldernalm, dann auf Wanderwegen über das Gatterl zur Knorrhütte und schließlich zum Berggasthof Sonnalpin am Zugspitzplatt. Danach folgt der steile Anstieg bis zum Gipfel, wobei auf 1,3 km knapp 400 Höhenmeter zu überwinden sind.
Wegen der heutigen Wetterprognose des Deutschen Wetterdienst wurde der diesjährige Zugspitzlauf abgekürzt, um ähnliche Bilder wie im vergangenen Jahr zu vermeiden. Starker Wind, Wolken, Regen und ab etwa 2.500 Meter auch Schnee, mit Temperaturen von minus einem Grad auf der Zugspitze waren angesagt. Deshalb endete der Zugspitzlauf 2009 auf der Grubigalm bei Leermoos auf 1.714 Meter.
Schade für die Läufer, die sich angemeldet haben und sich auf eine der attraktivsten Laufveranstaltungen in Deutschland gefreut haben. Wenn ich könnte, würde ich auch gerne einmal daran teilnehmen. Das Drama im vergangenen Jahr an der Zugspitze war sicherlich tragisch, zeigt aber nur allzu deutlich auf, dass ein Berglauf eine echte Herausforderung für Läufer und Veranstalter ist. Bislang habe ich es leider nur etwas kleinere Berge geschafft, darunter immer auch der Berglauf auf den Wallberg am Tegernsee, der seit 2004 von einem der berühmtesten Bergläufer Helmut Reitmeir veranstaltet wird.
Wenn sich dann ausgerechnet ein Reinhold Messner als große warnende Stimme in der Zeitung mit den 4 Buchstaben erhebt, schwillt mir ernorm der Kamm an. Ausgerechnet einer, der selbst mit den irrwitzigsten Aktionen sein Geld verdient und Schlagzeilen gemacht hat, schwingt sich nun zum Moralapostel auf. Manchmal ist es einfach besser, mal das “Maul zu halten” (Entschuldigung für die Wortwahl, musste aber sein!).
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