Bayern verschenkt Hypo Group Alpe Adria

16. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Wirtschaft

Der Freistaat Bayern schenkt Österreich die Hypo-Alpe-Adria Bank und legt sogar noch ein paar Millionen Euro als Zugabe drauf.

Die Bundestagswahl 2009 ist ja noch nicht lange her und viele hofften mit der Änderung der politischen Mehrheitsverhältnisse und dem historischen Absturz der SPD sicher auf eine Besserung der finanziellen Verhältnisse und eine Stärkung der Bürgerrechte. Weihnachten steht nun vor der Türe und der Schrecken angesichts der Neuigkeiten aus der Politik und Wirtschaft nimmt kein Ende. Unser neuer Finanzminister Wolfgang Schäublevon der CDU verkündet eine Rekord-Neuverschuldung im neuen Jahr mit rund 86 Milliarden neuen Schulden. In Zahlen ausgedrückt sind das 86.000.000.000,00 Euro.

Was soll man sich aber darüber noch aufregen, wenn man in Bayern eine ganze Bank an das Nachbarland Österreich verschenkt, in die der Freistaat Bayern und die Bayern-LB in den vergangenen Jahren bereits rund 6 Milliarden Euro investiert hat. Um bei der Wahrheit zu bleiben, die Hypo-Alpe-Adria Bank wird Österreicht nicht geschenkt, sondern für 3 Euro verkauft. Für eine wirksame Schenkung braucht man nämlich auch einen Empfänger, der mit der Schenkung einverstanden ist. Dieses Angebot aus Bayern kommentierte der Österreichische Finanzminister Josef Pröll mit den Worten:

“Ich lasse mich in solchen Fragen nicht gern beschenken, auch wenn Weihnachten vor der Tür steht.”

Wie peinlich ist das denn? Als Zuckerl muss Bayern der Bank nochmals finanzielle Mittel in Höhe von 825 Millionen Euro gewähren. Was jeden Kleinunternehmer oder Selbständigen dabei so wütend macht ist die Tatsache, dass man von kaum einer deutschen Bank heutzutage noch einen Kredit erhält, den man nicht zu 100% absichern kann. Jeder Unternehmer kann ein Lied davon singen, wie viele Unterlagen jede normale Bank zur Prüfung eines Darlehens verlangt. Da wird vor Auszahlung eines Darlehens nach Jahresabschlüssen gefragt, nach betriebswirtschaftlichen Auswertungen, nach Liquiditätsplanung, nach Rentabilitätsberechnung, nach Ertragsvorschau und betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Basel II lässt grüßen. Gleichzeitig werden über 3 Ecken Milliarden ins Ausland transferiert, wo man diese Sorgfalt offensichtlich nicht betrieben hat und wo man nun größtenteils gewährte Darlehen abschreiben muss. Nur zur Erinnerung, der historische Zweck der Bayerischen Landesbank war die Beschaffung von Finanzierungsmitteln für Flurbereinigungen und Entwässerungsmaßnahmen zur Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen und zum Zwecke der Modernisierung und Rationalisierung der überwiegend kleinbäuerlichen Anwesen in Bayern.

Am 22. Mai 2007 unterzeichnete die BayernLB den Vertrag, der ihr für rund 1,6 Milliarden Euro eine Mehrheitsbeteiligung an der Hypo Group Alpe Adria gewährte. Schon im Dezember 2008 benötigte die Hypo Group Alpe Adria 900 Mio. Euro an Partizipationskapital aus dem Bankenhilfspaket der Republik Österreich, um die gesetzlich festgelegte Kernkapitalquote aufrecht zu erhalten. Weniger als ein Jahr später gab die Führung der Hypo Ale Adria erneut bekannt, dass sie ungefähr 1,5 Milliarden zusätzliches Kapital benötigt, um die Kernkapitalquote von 8% zu gewährleisten. Nicht dass nun manche sagen, dieser Absturz sei ja nicht vorherzusehen gewesen. Die schon vor dem Kauf der Hypo Group Alpe Adria bekannten Affären lesen sich wie ein billiger Schundroman.

Immer wieder denke ich, dass ich das alles nur träume und irgendwann jemand sagt

“Aufwachen.”

Stattdessen ist mir schon ganz schwindlig von all den Nullen, die in Deutschland verloren gehen. Verantwortung? Nö, die gibt es in diesem Gewerbe nicht. Man tritt zurück und die Sache ist vergessen. Kann schließlich jedem mal passieren, dass er ein paar Milliarden verliert. Sicher, sicher, es gibt auch Ausnahmen, die man wegen ein paar Peanuts schon inhaftiert hat.



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