Hat Bayern nun auch seine “Causa Madoff”
31. Oktober 2009 | Von Kudo | Kategorie: Wirtschaft
Das FBI und die Würzburger Staatsanwaltschaft ermitteln gegen einen bayerischen Psychologen und Hedgefonds-Manager aus Aschaffenburg wegen Betrugs in einer Größenordnung von 200 Millionen Euro.
Um es gleich vorneweg zu sagen, geht es bei dem Fall in Bayern im Vergleich zu dem verursachten Schaden durch Bernard Madoff nur um Peanuts, wie es der ehemalige Vorstand der Deutschen Bank Hilmar Kopper einmal so “schön” ausdrückte. Bei dem echten Madoff ging es um rund 50 Milliarden Euro, die dieser bei seinen Kunden einsammelte und größtenteils für sich und sein Luxusleben verscherbelte. Die Zahl der Geschädigten wurde auf 4.800 beziffert, verteilt auf 21 Staaten in der ganzen Welt. Zu den Opfern zählten viele wohltätige und kulturelle Organisationen und Einrichtungen, die ihr Geld bei Madoff sicher glaubten. Am 29. Juni 2009 wurde Madoff zu 150 Jahren verurteilt.
Nun scheint es so, dass auch Bayern seine “Causa Madoff” zu verarbeiten hat. Jedenfalls ermitteln FBI und die Würzburger Staatsanwaltschaft gegen den Psychologen und Hedgefonds-Manager Helmut K. aus Aschaffenburg. Es geht dabei um den Hedgefonds K1, über den er bei mindestens 8.000 Anlegern Einlagen von 600 Millionen Euro einsammelte. Darunter befanden sich offenbar auch internationale Großbanken wie Barclays, BNP und Paribas.
Ähnlich wie bei Madoff gab es auch in Bayern wohl schon vorher Anzeichen, dass hier jemand ohne Erlaubnis und auf Kosten anderer Geschäfte an den internationalen Finanzmärkten unternahm und daher schon seit längerem mit Deutschlands Bankenaufsicht BAFIN Probleme hatte. Auch der Branchendienst KMI warnte seine Abonnenten und Leser bereits seit 1998 vor den Kiener-Fonds. Umso unverständlicher ist es jedoch, dass es dennoch möglich ist, weiterhin als erfolgreicher Hedgefonds-Manager aufzutreten. Das Handelsblatt erklärt, wie das Kiener-System funktionierte und welche Banken davon betroffen sind.
Irgendwie hängt dieser Fall mit einem anderen Verfahren des FBI wegen Geldwäsche gegen die Deutschen Stefan Seuss und Thomas Meyer zusammen, wie die Frankfurter Allgemeine online berichtet. Der Hedgefonds-Manager der Kiener-Fonds wird vertreten von den Münchner Rechtsanwälten Lutz und Libbertz, die bereits eine Haftbeschwerde angekündigt haben.
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