Von Oberpfaffenhofen per Flugzeug in die Welt
4. September 2009 | Von Kudo | Kategorie: Wirtschaft
Vom Flughafen Oberpfaffenhofen sollen Geschäftsleute zukünftig mit Jetbird exklusiv und individuell in die ganze Welt fliegen.
Bislang war Oberpfaffenhofen am Wesslinger See eher ein beschaulicher Ort im bayerischen Fünf-Seen Land, das vor allem für seine Natur und natürlich die 5 Seen bekannt war. Nun rückt Oberpfaffenhofen mit der geplanten Nutzungsänderung des Flughafen mit einem anderen Thema in den Vordergrund. Es war sogar eine Erweiterung des Flughafen am Wesslinger See geplant. Das ist jedoch vom Tisch. Der Streit zwischen der Edmo Flugbetrieb GmbH und den Anwohnern richtet sich nun gegen die Genehmigung des Luftamt Südbayern, den bisherigen Werks- und Forschungsflugplatz Oberpfaffenhofen für den Geschäftsverkehr zu öffnen.
Interesse hierfür besteht schon seitens des irischen Unternehmen Jetbird, die in Oberpfaffenhofen mit 10 Flugzeugen vom Typ Embraer Phenoim 100 starten und landen wollen. Es geht um exklusive und individuelle Flüge für Geschäftsleute, die von der jungen Airline Jetbird angeboten werden. Jetbird wurde 2006 gegründet, mit dem Anspruch des Gründer Dómhnal Slattery, exklusive und individuelle Geschäftsreisen zu revolutionieren:
„Jetbird hat klare und überzeugende Vorstellungen, die den Bereich Geschäftsreisen auf ähnliche Weise revolutionieren werden, wie dies bei dem Trend hin zu Billigfluglinien im Massengeschäft der Fall war. Wir werden Geschäftsreisenden eine attraktive Alternative bieten und gleichzeitig das Reisen mit einem Privatjet für all diejenigen erschwinglich machen, für die es bislang zu teuer war.“
Jetbird fliegt mit Flugzeugen vom Typ Embraer Phenom 100 und 300, von denen bereits 59 Stück gekauft wurden und für weitere 41 Stück eine Option besteht. In 2006 wurde auch eine strategische Partnerschaft mit dem führenden deutschen Flugzeugbauer Conrado Dornier bekannt gegeben. Der Vertrieb der Flüge soll vorwiegend über das Internet erfolgen, wofür 2007 Stefan Vilner als neuer CEO von Jetbird engagiert wurde, der zuvor als Chief Commercial Officer (CCO) bei Sterling Airlines tätig war und dort die Einnahmen um 42 % steigerte bei gleichzeitiger Senkung der Vertriebskosten um 25 %. Das war nur möglich dank der starken Zunahme der Buchungen über Internet. Im letzten Jahr gab Jetbird bekannt, dass ein strategischer Investor aus dem Nahen Osten mit 10 Mio. € bei Jetbird eingestiegen ist. Der erste Standort von Jetbird wurde der Flughafen Köln-Bonn. Weitere Ziele werden an der französischen und die italienischen Riviera liegen sowie an weiteren Standorten im Mittelmeerraum und an der Adria.
Ein Flug von Oberpfaffenhofen nach Mailand könnte dann für 4 Personen 5.765,00 Euro kosten, also 1.441 Euro pro Person.
Da einige Gemeinden und Kommunen, darunter auch der Landkreis Starnberg, gegen die Genehmigung des Flugamt Südbayern Klage eingereicht haben, verzögerte dies die Planungen der Jetbird Airline. Ein Urteil des Verwaltungsgericht München wird im Oktober 2009 erwartet.
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