Ohne Hopfen geht es nicht
13. September 2009 | Von Kudo | Kategorie: Bayern Spezial, Wirtschaft
Die Bierbrauer haben in der Geschichte des Bierbrauens schon etliche Kräuter und Gewürze zum Brauen verwendet, aber ohne Hopfen geht es nicht.
Ende August bzw. Anfang September beginnt in Bayern traditionell die Hopfenernte, insbesondere in der Hallertau. Auf einer Gesamtanbaufläche von über 15.000 ha wird in der Hallertau ein Ertrag von rund 575.000 Ztr. (28.750 t) Hopfen erwirtschaftet, Sturm- und Hagelschäden bereits berücksichtigt. Die Ernte im Bundesgebiet lag 2008 bei 39.676 Tonnen (davon in der Hallertau: 34.332 Tonnen). Der Anteil des Exports in alle Länder der Welt liegt bei 70 %. Der Durchschnittsvertragspreis aller Sorten lag bei 4,31 Euro/kg.
Trotzdem ziehen dunkle Wolken für die bayerischen Hopfenbauern in der Hallertau heran. Eine ungünstige Marktentwicklung infolge des zunehmenden weltweiten Hopfenanbaus und der Rückgang des Bierkonsums führen dazu, dass die Preise für den bayerischen Hopfen aus der Hallertau unter Preisdruck stehen. In den vergangenen Jahren haben milde und wenig gehopfte Biere stark in der Gunst der Verbraucher gewonnen, was dazu geführt hat, dass die Brauereien immer weniger Hopfen ordern. Vor allem die Nachfrage nach bayerischem Hopfen aus China ist zurückgegangen.
Der Hopfen wird Anfang Mai per Hand an die Aufleitdrähte angeleitet. Nach 70 Tagen hat die Pflanze bereits die Gerüsthöhe von 7 m erreicht. Schon im Juli sind die Blüten erkennbar, aus denen sich bis Ende August die reifen Dolden ergeben, etwa 5.000 – 10.000 Dolden pro Rebe. Die Gerüstanlage für den Hopfenanbau ist 7 m hoch und die Anlage muß das Gewicht des Hopfen bei jedem Wetter tragen, bis zu 100 Tonnen je Hektar. Bei der Hopfenernte werden Hopfenpflückmaschinen eingesetzt, die ungefähr 400.000 Hopfenzupfer ersetzen. Der Verkauf des Hopfens erfolgt über Erzeugergemeinschaften und Privathandel, wobei 50% bis 70% einer Normalernte schon aufgrund mehrjähriger Lieferverträge vorab verkauft sind.
Hopfen ist eine der zentralen Zutaten beim Bierbrauen, weil er dem Bier sein Aroma und die typische Bitterkeit verleiht. Darüber hinaus wirkt der Hopfen als natürlicher Konservierungsstoff und macht das Bier klar. Für 100 Liter Bier benötigen die Brauereien durchschnittlich ca. 120 g Hopfen. So reicht die Menge Hopfen einer Pflanze für etwa 300 Liter Bier. Mit den Hopfendolden eines Hektars kann eine Brauerei ca. 12.000 hl Bier produzieren. Als Brauzusatz wird der Hopfen bereits seit etwa 1300 verwendet, zunächst in Frankreich und in den Niederlanden.
In Deutschland hat sich der Hopfen besonders seit dem Erlaß des Reinheitsgebots 1516 durchgesetzt. Zum Brauen werden nur die weiblichen Dolden verwendet, da nur die weiblichen Hopfendolden die wichtigen Alphasäuren beinhalten. Darüber hinaus müssen die Bierbrauer darauf achten, dass die weiblichen Hopfen nicht durch männliche Hofendolden befruchtet werden, da der Samen befruchteter Dolden die gewünschte Schaumbildung beim fertigen Bier verhindert.
In der Holledau befindet sich zwar weltweit nach wie vor das größte Anbaugebiete für Hopfen, doch inzwischen wird Hopfen sogar in Neuseeland, Japan und China angebaut. Mit 15.500 ha Anbaufläche besitzen die Hopfenbauern aus der Hallertau rund 85% der Anbaufläche für Hopfen in Deutschland. Nicht anders erklärt sich auch, dass die am meisten verbreiteten Hopfensorten “Hallertauer Mittelfrüher” und “Hallertauer Tradition” auf ihre Herkunft in der Holledau hinweisen. Der Saazer Hopfen aus der Tschechichen Republik ist der authentische Hopfen für die Biersorte Pilsener. Meist verwenden die Brauer jedoch mit einem Gemisch aus mehreren Hopfensorten, wobei die Zusammensetzung das Geheimnis der Brauereien bleibt. In den letzten 20 Jahren hat sich der Hopfenanbau von ehemals 5.206 Betrieben auf 1.473 Betriebe konzentriert, während der heutige Durchschnittsbetrieb 12,6 ha Fläche bewirtschaftet, während es vor 20 Jahren noch 3,8 ha waren. In der Hallertau gibt es zur Zeit 1.197 Betriebe mit einer Durchschnittsfläche von 12,9 ha.
Beim Brauen wird der Hopfen der Würze zugegeben und im Sudkessel mit gekocht, wodurch ätherische Öle und Polyphenole freigesetzt werden. Die ätherischen Öle sind auch dafür verantwortlich, dass sich im Bier abwechslungsreiche Aromen wie Zitrone oder andere Früchte bilden. Während in vielen Ländern neben dem Hopfen und Malz noch weitere Zutaten den Weg in den Sudkessel finden wie z.B. Orangen, Ginseng, Ingwer, Safran, Holunder und sogar Chili, sorgt das Deutsche Reinheitsgebot dafür, dass in Deutschland nur Malz und Hopfen zum Brauen verwendet werden.
Quellenangaben:
Gerüstanlage für Hopfen von mhobl / flickr.com
Hopfen von Last Hero / flickr.com
Sudkessel bzw. Sudpfanne von vii_genau / flickr.com
|
|
Tweet |















[...] werden, bleibt die Brombach`sche Privatbrauerei ihrem einzigen Standort in Erding treu. Bester Hopfen aus der Holledau, Malz von ausgewählten Mälzereien, Hefe aus ausschließlich eigener Züchtung und Wasser aus [...]
[...] nackten Zahlen belegen, dass in den meisten Brauereien weltweit bayerischer Hopfen aus der Hallertau verwendet wird. Alle Hopfenanbaugebiete in Deutschland zusammen erzeugen rund 35% des weltweiten [...]