Münchner Versicherer und der Klimaschutz
5. Dezember 2009 | Von Kudo | Kategorie: Wirtschaft
Die in München ansässigen Versicherer Allianz und Münchner Rück warnen in Vorbereitung auf den anstehenden Klimagipfel in Kopenhagen bereits massiv vor den finanziellen Folgen eines Klimawandels.
Wenn es ums Geld geht, kommt auf einmal Bewegung in den Kampf gegen den Klimawandel und plötzlich setzen sich ganz neue Namen an die Spitze der Bewegung. So waren es doch die USA und China, die sich lange Zeit gegen verbindliche Werte beim Klimaschutz gestellt haben. Überraschend für mich ist jedoch die plötzliche sehr lautstarke Unterstützung der Klimaschützer durch die globalen Versicherer Allianz und Münchner Rück.
Eine gemeinsame Studie der Allianz und der Umweltstiftung World Wide Fund (WWF) berichtet, dass schon vor 2050 umumkehrbare Klimaveränderungen und damit verbundene Schäden in unvorstellbarer Höhe eintreten. Und der Leiter der Geo-Risikoforschung bei der Münchner Rück geht sogar noch einen Schritt weiter und sagt, dass es für eine Schadenvermeidung schon zu spät ist. Heute sei es nur noch möglich, die eintretenden Schäden durch verbindliche Zusagen zur Reduzierung der CO2 Emission zu minimieren. Der Klimagipfel in Kopenhagen habe daher die Aufgabe, möglichst viele verbindliche Eckpfeiler festzuschreiben.
Im Dezember 2008 veröffentlichte die Münchner Rück eine Schadenbilanz aus 2008 und stellte weitere verheerende Naturkatastrophen in den folgenden Jahren in Aussicht.
“Eine Vielzahl tropischer Wirbelstürme und das Erdbeben in Sichuan haben 2008 zu einem der schadenreichsten Jahre überhaupt gemacht. Obwohl die Anzahl der schadenrelevanten Ereignisse im Vergleich zum Vorjahr zurückging (von 960 auf 750), trieben einzelne Katastrophen die Opferzahlen und die Schäden deutlich nach oben. Weltweit kamen dieses Jahr mehr als 220.000 Menschen durch Naturkatastrophen ums Leben. Die gesamtwirtschaftlichen Schäden betrugen rund 200 Mrd. US$ (2007: 82 Mrd. US$), blieben aber unter denen des Rekordjahres 2005 (232 Mrd. US$ in heutigen Werten). Die versicherten Schäden stiegen 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 50 % auf 45 Mrd. US$. Getrieben durch hohe Schäden aus Wetterkatastrophen war 2008 gemessen an inflationsbereinigten Werten das Jahr mit den dritthöchsten Schäden, nur noch übertroffen vom Hurrikanjahr 2005 und 1995, als sich das Erdbeben von Kobe (Japan) ereignete.”
Nun bin ich kein Spezialist für Klimafragen, aber dennoch drängt sich mir da folgende Frage auf: “Was hat denn die CO2 Emission mit dem Erdbeben in Sichuan zu tun? Ist es denn nicht viel mehr so, dass dieses Erdbeben auch bei einer 100%-igen CO2 Reduktion eingetreten wäre? Durch das Erdbeben in Sichuan hat es mehr als 70.000 Opfer und unvergleichliche Schäden an Gebäuden und Bauwerken gegeben. Teilweise sind ganze Städte und Dörfer zerstört worden. Die offizielle Statistik weist einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von rund 85 Mrd. US$ aus, also fast die Hälfte des Gesamtschadens in 2008.
Für Torsten Jeworrek, Mitglied des Vorstands der Münchener Rück, beweisen die Zahlen jedoch nur eins:
“Damit setzt sich der von uns beobachtete langfristige Trend fort: Der Klimawandel hat bereits eingesetzt und trägt mit großer Wahrscheinlichkeit zu immer häufigeren Wetterextremen und dadurch bedingten Naturkatastrophen bei. Diese wiederum richten immer größere Schäden an, da weltweit auch die Wertekonzentration in risikoexponierten Gegenden, etwa an den Küsten, weiter steigt. Bei der Erforschung von Risiken aus Naturgefahren aller Art ist die Münchener Rück weltweit führend. 2008 hat wieder gezeigt, wie wichtig es für uns ist, Risiken wie den Klimawandel in allen Facetten zu analysieren und das Geschäft entsprechend zu steuern.
Dann werden einige der herausragenden Ereignisse im Einzelnen vorgestellt:
Zyklon Nargis in Myanmar
“Durch den Zyklon Nargis kamen in Myanmar wahrscheinlich mehr als 135.000 Menschen ums Leben. 85.000 Tote wurden offiziell bestätigt, 54.000 gelten immer noch als vermisst.”
Die Erklärung hierfür wird gleich mitgeliefert:
“Da in den letzten Jahren große Teile der Mangrovenwälder – ein natürlicher Küstenschutz – verschwunden sind, konnte die Sturmflut bis zu 40 km ins Landesinnere vordringen. Das Land stand bis zu dreieinhalb Meter unter Wasser, mehr als eine Million Einwohner Myanmars wurden obdachlos.”
Und wieder stelle ich fest, dass die hohe Zahl der Opfer und der Schäden eine andere Ursache hat als die CO2 Emission.
Eine andere humanitäre Katastrophe war das Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan, die als sehr erdbebengefährdet gilt. Damit ist dieses Erdbeben nach dem Erdbeben von Kobe (Japan, 1995) das bisher zweitteuerste.
Hurrikan Ike
In 2008 wurde die USA gleich von 6 tropischen Wirbelstürmen nacheinander (Dolly, Edouard, Fay, Gustav, Hanna und Ike) heimgesucht. Davon war Ike der schlimmste. Die nachfolgende Sturmflut überschwemmte große Teile von Texas und Louisiana. Zusammen verursachten Ike und Gustav einen Schaden von rund 40 Mrd. US$.
Laut Wikipedia entstehen Hurrikane grundsätzlich in der Passatwindzone über dem Wasser bei einer Wassertemperatur von über 26,5 °C. Das Wasser verdunstet in großen Mengen und steigt durch Konvektion auf. Durch Kondensation bilden sich große Wolken aus.
Die Intensität tropischer Wirbelstürme folgt nach empirischen Erkenntnissen der Oberflächentemperatur des Meeres. Dabei ist zu beachten, dass diese Temperaturen aus bislang unbekannten Gründen über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten variieren. Im Nordatlantik wechselt die Atlantic Multidecadal Oscillation in einem Rhythmus von etwa 40 bis 80 Jahren zwischen ‚warm‘ und ‚kalt‘, während im Nordostpazifik die Pacific Decadal Oscillation alle 20 bis 30 Jahre einen ähnlichen Wechsel vollzieht. Besonders im Nordatlantik lässt sich hierbei ein Trend erkennen, dass sich bei ‚warmer‘ AMO deutlich intensivere Hurrikansaisons ereignen als bei ‚kalter‘. So ereigneten sich sieben der zehn intensivsten Hurrikansaisons (seit Beginn der Messungen im Jahr 1850) in den vorletzten beiden AMO-Warmphasen von ~1850 bis ~1900 sowie ~1925 bis ~1965. In der darauffolgenden Kaltphase, die bis in die frühen 1990er andauerte, kam es dagegen nur zu vergleichsweise milden Hurrikansaisons. Seit etwa 1995 befindet sich die AMO wieder in einer Warmphase, weshalb die Hurrikanintensität im Trend wieder deutlich zunahm. Forscher der National Oceanic and Atmospheric Administration gehen davon aus, dass diese Phase erhöhter Hurrikanintensität noch etwa 10 bis 40 Jahre anhalten wird.
Und siehe da, auch hier haben die Schäden nichts mit der Klimaerwärmung zu tun.
“Die Münchener Rück setzt sich für ambitionierte Klimaschutzziele ein, weil es enorme Chancen bietet, wenn infolgedessen neue Technologien mit großem Wachstumspotenzial entstehen. Als Risikoträger mit innovativen Deckungskonzepten im Bereich der alternativen Energien (Wind, Solar, Geothermie) fördert die Münchener Rück diese neuen Technologien und sichert sich so zusätzliche Geschäftspotenziale.”
Und spätestens hier ist für mich wieder einmal klar, dass wir alle für dumm verkauft werden, wie schon zu viele Male zuvor. Fängt man erstmal an, manche Aussagen zu hinterfragen, gelangt man schnell zu anderen kritischen Stimmen, die ganz andere Ursachen für den “scheinbaren Klimawandel” liefern als CO2 Emissionen. Und es wird sogar noch verrückter, als bereits ab 2010 der Beginn einer Kaltzeit angekündigt wird:
“Es ist ab etwa 2010 wieder der Beginn einer kleinen Kaltzeit wie zwischen 1930 und 1980 zu erwarten. Es gibt Signale, die ankündigen, dass der Anstieg der globale Temperatur beendet ist, bereits in eine Stagnation übergeht und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in künftiger Zeit auf Werte um 1900 zurückgehen wird.”
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