Wohnungsmarkt München

17. Mai 2010 | Von | Kategorie: Wirtschaft

Der Wohnungsmarkt in München ist wie viele andere Städte in Deutschland gekennzeichnet von einem wachsenden Bedarf, steigenden Mieten und zu wenig sozialem Wohnraum. Die Politik ist derzeit jedoch mit anderen Aufgaben (über)fordert.

In vielen deutschen Städten – insbesondere in den Ballumgsräumen wie z.B. Hamburg, Stuttgart und Frankfurt – sind die Warnungen vor einer drohenden Wohnungsnot nicht mehr zu überhören. Das ist auch in einigen Teilen Bayern`s so. München steht schon jetzt an der Spitze, was die Höhe der Wohnungsmieten angeht. Was die Eigentümer freut, ärgert die Mieter umso mehr. Eine akzeptable Wohnung in München frisst nahezu die Hälfte eines durchschnittlichen Nettolohns auf und preistreibend sind vor allem die Nebenkosten. Für Familien wird es immer schwerer, in Bayern und vor allem in München bezahlbaren Wohnungsraum zu finden. Trotz stagnierendem Bevölkerungswachstum in Deutschland führt der Drang vieler junger Menschen in die Städte dazu, dass dort die Mieten ständig steigen. Während in 1994 noch fast 120.000 Wohnungen in Bayern gebaut wurden, sank die Zahl bis 2008 auf rund 36.000 und markierte den niedrigsten Stand seit 1951. Das Jahr 2009 brachte hier keine Entspannung. Vor allem Regionen mit reichlich Arbeitsplätzen wie München, Ingolstadt, Landshut oder Freising können beim Wohnungsbau nicht ansatzweise den Bedarf befriedigen. Steigende Mieten sind die Folge. Gleichzeitig ist in Regionen wie Oberfranken, Main-Rhön oder in der Oberpfalz ein Bevölkerungsschwund zu beobachten.

Wohnungsmarkt München

Wohnungsmarkt München

Darüber hinaus dramatisiert der Trend zum Singlehaushalt den bereits bestehenden Wohnungsmangel. Die Bayerische Staatsregierung will dieser Entwicklung zwar trotz aller Finanzsorgen entgegensteuern und 2010 insgesamt 215 Millionen Euro für den Wohnungsmarkt zur Verfügung stellen, insbesondere für den Bau und die Sanierung von Mietwohnungen, Heimplätzen und Eigentumswohnungen. Auch steuerliche Erleichterungen sollen dafür sorgen, dass der Wohnungsmarkt wieder belebt wird. Es darf jedoch ernsthaft bezweifelt werden, ob diese Summe zu einer tatsächlichen Entspannung beitragen wird.

München spielte auf dem Wohnungsmarkt in Deutschland schon immer eine Sonderrolle. Während in Berlin, Leipzig und Dresden noch recht günstige Wohnungen zu mieten sind, müssen Mieter in München jedoch immer tiefer in die Tasche greifen, um angemessenen Wohnraum zu finden und die Schere öffnet sich zunehmend weiter. Gäbe es die vielen Wohnungsbau-Genossenschaften in München nicht, müssten Tausende von Familien die Stadt München verlassen. Gut verdienende Freiberufler wie Rechtsanwälte oder Architekten, Geschäftsführer oder Beamte tun sich dagegen weniger schwer, weil sie gern gesehene Mieter sind.

Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, fallen immer mehr Wohnungen aus der Sozialbindung heraus, ohne dass diese durch neue Sozialwohnungen ersetzt werden.



Keine verwandten Beiträge

Tags: Bayern, Bevölkerungsschwund, Bevölkerungswachstum, Eigentumswohnung, Franken, Freising, Genossenschaft, Geschäftsführer, Ingolstadt, Landshut, Mieter, München, Nebenkosten, Oberfranken, Oberpfalz, Politik, Sozialbindung, Sozialwohnung, Stadt, Wohnungsbau, Wohnungsmarkt, Wohnungsnot

Schreibe einen Kommentar